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Samstag, 8. August 2009

Campen im Dschungel und Abschiedszeremonie

Donnerstag:

Diesmal gings zum Campen. Nach einem kräftigenden Frühstück mit unserem selbstverarbeiteten Reis ...
... machten wir uns mit Macheten, Gewehren und unseren Rucksäcken auf den Weg in die Berge.
Bei unserer Hütte angekommen, wartete die erste Disziplin auf uns: Schießen. Dazu klemmten wir ein Bambusstück in einen Baum und versuchten es mit einem richtig altmodischen Gewehr zu treffen.
Danach besorgten wir uns kräftige Bambusrohre aus dem Wald, um aus denen selber unsere Teller, Becher und Stäbchen herzustellen, während die Profis (To und zwei Akha-Männer) bereits das Essen zubereiteten.

Voller Stolz präsentierte uns To später seinen Fund: eine fette, „leckere“ Made, die sogleich gebraten und verspeist wurde. Ich bekam vom Chef sogar gleich zwei kleine Stücke ab und obwohl es wirklich eklig aussah, muss ich zugeben, dass sie nicht schlecht schmeckte.
Dann wurde richtig gegessen und von Fisch bis Schweinfleisch, Tomatensauce mit Chili, Reis und Nudeln gabs alles und als Nachspeise Fisch-Chips und Kekse.
Mit dieser Unterlage leerten wir im Laufe des Abends noch 3 Flaschen Akha-Whiskey ...

... und überreichten bei dieser Gelegenheit dem To unser Geschenk: ein Fußball-Shirt von Liverpool, seinem Lieblingsfußballverein.
... und eine Massage bekam er auch noch obendrauf:
... und wir hatten echt viel Spaß so mitten in der freien Natur.


Freitag:

Die Nacht war ziemlich kurz, denn schlafen gingen wir erst gegen Mitternacht und ab 4:00 morgens gabs schon wieder Lärm, denn die Akha-Männer bereiteten schon das Frühstück vor und To war wieder mal am Bambus schlagen.
Das war unser Frühstück: Nudeln, Tomaten, chinesische Wurst, schwarzer Reis und Bananenblüte mit Ei.
Anschließend verließen wir unsere Hütte und wanderten zu einem Wasserfall in der Nähe, wo sich ein paar mit einer einfachen Harpune im Fischfang versuchten.
Eine wirklich große Heuschrecke:

To bei der Meditation unterm Wasserfall:
Und ich hab auch meine Liebe für Wasserfälle entdeckt:

Dort blieben wir dann bis Nachmittag, aßen unser Mittagessen und relaxten einfach nur im Rauschen des Wassers oder wateten durch den Bach.

Später kehrten wir zurück ins Dorf. Dort war für diesen letzten Abend eine Abschiedszeremonie vorgesehen. Dazu kamen der geistliche Führer, zwei Dorfälteste und der Sohn des Dorfführers zusammen und bereiteten alles für die Zeremonie vor.
Angefangen von unserer ältesten Teilnehmerin Kate durften nach Alter gereiht alle einzeln an den Tisch.
Dabei trugen wir Akha-Tracht und mussten den Hut aufsetzen. Dann reichte man beide Hände und der Dorfälteste gab uns Hühnerfleisch mit Ei, danach Akha-Whiskey (welcher als reinstes Wasser gilt) und einen Schluck Tee, wobei alles mit beiden Händen entgegengenommen werden musste. Anschließend wurden uns begleitet von Akha-Gemurmel hintereinander 3 einfache Fäden ums Handgelenk gebunden und dann durfte man den Tisch verlassen.

Nachdem alle geehrt worden waren gabs endlich Abendessen und wieder Akha-Whiskey.
Dann wurden am Dorfplatz abwechselnd von den Akha und von uns Lieder gesungen und getanzt.


Dabei war das ganze Dorf anwesend und einige Bewohner hatten sogar ihre traditionelle Tracht angezogen.
Später saßen wir noch ein wenig beisammen, doch die meisten von uns übermannte schließlich die Müdigkeit.

2 Kommentare:

  1. hee als zivi hast du geschworen nie wieder eine schusswaffe anzugreifen!

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  2. was soll ich dazu sagen, wo du recht hast hast du recht! aber andererseits war das ja indirekt unter zwang, wie hätt ich sonst zivildienst machen können :-)

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