.

Freitag, 9. Oktober 2009

Abschied von Taiwan

Und so war sie schließlich da: die lang gefürchtete letzte Woche!

Montag, Dienstag und Mittwoch war ich eh noch in der Arbeit. Hatte auch das Glück, dass mir meine Kollegin Susanne eine Waage borgte, um mein Gepäck abzuwiegen, um unliebsamen Überraschungen am Flughafen vorzubeugen. Außerdem schloss ich noch meine ausständigen Arbeiten im Büro ab und durfte am Mittwoch nach einem Abschlussgespräch mit meinen Vorgesetzten und gegenseitigen Bewertungen und Berichtschreiben schließlich endgültig Abschied nehmen von meinem Schreibtisch. Am Abend ging ich das letzte Mal auf den Nachtmarkt zum Shoppen.

Donnerstag war ich erst noch beschäftigt mit Kofferpacken und Zeugs ausmisten. Doch schon zu Mittag war ich mit Chongyao verabredet, der zufälligerweise an dem Tag von seiner Korea-Reise zurückkam. Und da er ohnehin am Flughafen Taoyuan landete und nach Taipei musste, trafen wir uns zum Mittagessen. Und wie sich schließlich herausstellte, hatte er sogar noch Zeit und blieb über Nacht. Denn am Abend hatte ich ein letztes gemeinsames Abendessen geplant und da war ich natürlich über jeden zusätzlichen Gast froh. Worüber ich mich überhaupt sehr freute war, dass aus den anfänglichen gerade mal vier Leuten schließlich doch noch sieben wurden. Denn meine Nachfolgerin vom Volontariat war mittlerweile auch schon angekommen in Taipei und die lud ich gleich mit ein. Zum Essen gings zum Thailänder:

War jedenfalls eine unterhaltsame Runde. Und nachdem alle satt waren, suchten wir noch etwas zum Fortgehen und nach einiger Herumirrerei entschieden wir uns schließlich fürs "Lava", einen Club in der Nähe des 101. Hätte mir eigentlich von dem Abend nicht mehr so viel erwartet, da ja zum Beispiel Anderson und Michelle im Berufsleben waren. Aber schließlich war es noch die perfekte letzte Nacht in Taipei und ich war froh, dass mein Taiwan-Aufenthalt so unterhaltsam ausklingen konnte.

Irgendwann gegen 3:00 oder so gings dann doch heim. Freitag morgen fuhr Chongyao zurück zu seiner Familie nach Chiayi, denn dieses Wochenende war das wichtige 中秋節 Mittherbst-Festival, das man normalerweise mit der Familie verbringen sollte. Gegen Mittag kam Jennifer zu meiner Wohnung. Ich war zwar noch ein bisschen mit Taschenpacken beschäftigt, aber als das so halbwegs erledigt war, gingen wir etwas Mittagessen. Und danach gingen wirs endgültig an: großer Rucksack auf den Rücken, kleinere Reisetasche um die Schulter (mit kleinem Rucksack reingestopft) und ein (wirklich schweres) Plastiksackerl mit Laptop und Abschiedsgeschenk von Michelle (綠豆糕 Grüne-Bohnen-Kuchen) und Reiseunterlagen drin. Hinter mir ließ ich einen dezenten Müllberg, aber das durfte bei dem Preis beim besten Willen kein Problem sein. Dann zahlte ich noch meine letzte Stromrechnung, gab den Schlüssel zurück und verabschiedete mich von den Hausmanagern.

So vollgepackt aber mit Jennifers Hilfe schleppte ich mich zur Bushaltestelle. Glücklicherweise hatte ich beim Verlassen noch einen witzigen alten Taiwanesen getroffen, der auch in dem Haus wohnte, und der machte mich darauf aufmerksam, dass die Flughafenbusse nicht nur vom Bahnhof, sondern auch vom Ambassador Hotel gegenüber wegfuhren - wieder mal Glück gehabt, Zeit und Geld für Taxi gespart.

Wir fuhren dann eben mit dem Bus zum Flughafen, wo ich noch ein Weilchen mit Jen sitzen blieb. Doch recht klar war der Kopf sowieso nicht mehr und das Gepäck machte mir auch etwas Kopfzerbrechen und irgendwie wollte ich die Abschiednehmerei ohne großes Tamtam hinter mich bringen. Daher bedankte ich mich noch mal bei Jen fürs Begleiten, fürs Geschenk und alles und ging durch den Security Check. Ab dann lief eigentlich alles perfekt, vom Gepäck her, keine Flugverspätungen, 2 x Umsteigen in Hong Kong und London und mit dem Zug heim.

Ich hatte ja eine "kleine" Überraschung geplant. Der Großteil meiner Familie und Freunde waren ja in der Annahme, ich würde erst am Sonntag heimkommen, tatsächlich kam ich aber am Samstag heim. Mit Iris (große Schwester) als Komplizin, hatte ich zuerst ausgemacht, dass sie sich am Sa von Oma und Opa vom Bahnhof VB abholen ließ, zur selben Zeit, wie ich in VB ankommen sollte. Als wir dann auf einmal beide vorm Opa standen, kam zuerst ein erschreckend emotionsloses "Grüß Gott", bis er dann herausfand, wer da tatsächlich vor ihm stand. Danach machte ich die Fahrertür vom Auto auf und erschreckte die Oma, die auch auf die Schnelle etwas vertattert war. Aber ich denk doch, dass sich beide freuten.

Dann gings heim, wo ich mich vorsichtig auf die Suche nach Mama und Papa machte. Ich entdeckte sie dann im Computerzimmer, beide vertieft im Internet. Als ich dann aber sagte "Hallo! Und was gibts heute zu essen?", war auch bei den beiden der Schock ins Gesicht geschrieben *lol*. Hab mich jedenfalls prächtig amüsiert und war froh, dass alles so geklappt hatte.

Die nächsten Stunden und Tage folgten dann noch mehr Wiedersehen und Überraschungen, auch meinerseits: Überraschungsparty mit Nachbarn und Freunden am Sonntag, neuer Fußboden im Zimmer usw. Irgendwie waren die zwei Pläne zwar total gegeneinandergelaufen und alles war im Prinzip durcheinander, doch auf der anderen Seite hatte es genau so perfekt gepasst.

Kurz und gut: es war genau das, was ich nach dem harten Abschied von Taiwan gebraucht hatte. Jetzt heißt es erst mal wieder an ein "neues, altes Leben" zu gewöhnen, was sich als schwieriger herausstellen sollte als erwartet (vor allem in Sachen Temperatur, Verdauung und Tagesablauf). Wie schon mehrmals erwähnt, waren die fast 8 Monate in Taiwan jedenfalls ohne Zweifel die beste und erfahrungsreichste Zeit meines Lebens und ich hoffe, ich bekomme die Gelegenheit, früher oder später noch mal dorthin zurückzukehren. Und selbst wenn nicht, hab ich einiges aus dieser Zeit mitgenommen, was ich auch anderen Leuten nicht vorenthalten möchte.

Vielen, vielen Dank an alle die mich unterstützt haben, ob Familie, Freunde, Arbeitskollegen, Uni oder diverse Stipendienstellen! Und was mich auch besonders freut, sind all die positiven Rückmeldungen zu meinem Blog. Hört man natürlich gern, wenn man das nicht nur für sich selber macht, sondern dass es so viele treue Leser gab. Schade irgendwie, aber damit wars das mit meinem Blog! Herzlichen Dank noch mal und ich freu mich, einige von euch wieder persönlich zu sehen und Erfahrungen auszutauschen!

Zurück in Timelkam im guten, alten oberösterreichischen Salzkammergut:

euer Thomas alias 小湯 bzw. 魏曉雙


PS: Sollte ich es doch noch schaffen, die fehlenden Videos upzuloaden, werde ich das in der Nachrichtenzeile über den Beiträgen anmerken!

Montag, 28. September 2009

Zurück nach Tainan und X zu Besuch in Taipei

21. bis 27. September

Montag:
Da ich wie gesagt durch einen glücklichen Zufall und meinem aufgesparten Urlaubstag ein verlängertes Wochenende hatte, nutzte ich diese einmalige Gelegenheit, gleich für 3 Tage nach Tainan zu fahren. Gegen 11:00 verließ ich die Wohnung und wurde direkt noch vom Hausherrn aufgehalten, dass ich meine Stromrechnung zahlen solle und die war nicht von schlechten Eltern. Habs wohl schon wieder verdrängt, aber es waren so um die 1.300 NT (ca 28 €) für ca 35 Tage. Aber gut, was man nicht ändern kann ...

Um 12:00 bekam ich jedenfalls einen Bus für unglaubliche 220 NT (nicht mal 5 €) für 4:30 Std Fahrt bis nach Tainan. Wie weit würde man wohl bei uns for den Preis kommen ... ? Gegen 16:30 erreichte ich Tainan und da Nina ohnehin noch Kurs hatte, ging ich gemütlich zu Fuß den Tainan Park entlang Richtung Uni-Campus, wo ich gleich zufällig ein paar Bekannte traf, die alle leicht überrascht waren, mich in Tainan anzutreffen.

Später holte mich Nina dann vom Campus ab und brachte mich mit dem Scooter zu ihrer Wohnung, um meine Sachen abzustellen. Um 19:00 Uhr hatte ich mich mit Tim und Leona zu einem taiwanesischen Barbecue-Restaurant verabredet.

Das was ihr hier im Bauch des Fisches seht sind übrigens Fischeier, meiner Meinung nach nicht sonderlich schmackhaft, aber in den Augen der Taiwanesen "das Beste":

Danach gings mit vollem Magen noch bis 22:00 zum Bowling:


Am Dienstag traf ich mich gleich am Morgen um 8:30 Uhr mit Jen zum Frühstück. Wär ja nicht, als ob ich Urlaub machte in Tainan, hatte einen vollen Terminkalender. Nach dem Frühstück musste Jen zur Uni und ich fuhr ins Zentrum, um noch zwei spezielle Andenken zu kaufen, eine Taiwan-Fahne und DEN taiwanesischen Film schlechthin "Cape No. 7" - angeblich eine Schnulze, aber was solls. Nach diesen Erledigungen fuhr ich auf gut Glück zum Mädels-Dormitory, wo Sarah, Nügui und die anderen gewohnt hatten, denn dort kannte ich die Managerin 黃朵妙 Huang Duomiao recht gut und hatte ihr versprochen, sie beim nächsten Mal in Tainan zu besuchen, außerdem wollte ich mich für ihr Abschiedsgeschenk bedanken. Und diese war erst erschrocken, mich auf einmal bei der Eingangstür vorzufinden, doch als sie es dann glauben konnte, war sie total aus dem Häuschen vor lauter Freude. Ich blieb dann sogar fast 1 Std bei ihr und quatschte noch etwas mit ihr, sie ist ja zum Glück sehr, sehr gesprächig. Und das Tolle: alles auf Chinesisch! War danach zwar ziemlich erschöpft, aber es war wieder mal ein gutes Gefühl.

Rechtzeitig zum Mittagessen traf ich mich wieder mit Jen. Und ich war überrascht, wie überfüllt unsere "Ess-Straße" 育樂街 Yule-Jie war, wo wir in meiner Tainan-Zeit jeden Tag zum Essen gingen. Hier eines meiner damaligen Lieblingsgerichte:

Hühnerfleisch mit Sauce, Nudeln und Ei, serviert auf einer noch heißen Platte, wo einem oft die heiße Sauce noch entgegenspritzte.

Nach dem Essen gingen wir in Jen's Dormitory, wo wir uns eine ausgeborgte DVD ansahen: "Saw II". Gegen 15:00 musste Jen wieder zur Uni und ich schaute auf dem Weg kurz bei Becky vom Büro meines damaligen Departments (Business Administration) vorbei, ebenfalls auch um mich für ihr Abschiedsgeschenk zu bedanken, das mir John an ihrer Stelle in Hainan übergeben hatte. Diese war natürlich auch sehr erstaunt mich zu sehen, aber machte mir Hoffnungen auf ein eventuelles weiteres Stipendium in Taiwan, sollte ich noch mal zurückkommen.

Müde vom frühen Aufstehen relaxte ich später etwas im Tainan Park und war gegen 17:30 wieder zurück in Ninas Wohnung. Um 19:00 fuhren wir gemeinsam los, um uns mit Chongyao - unserem gemeinsamen Buddy - zum Abendessen zu treffen. Nach dem Essen blieben wir noch eine Weile in einem Tea-Shop:

Danach warteten wir auf zwei Freunde von Nina zum Fortgehen und gönnten uns während der Wartezeit ein 台灣啤酒 Taiwan Bier vom 7-11:
Als die zwei da waren, fuhren wir gemeinsam zur Red Wolf Tavern, da ohnehin überall nicht viel los war und dort konnten wir zumindest Billard spielen:
li: Mauricio aus Bolivien, re: Kiko von den Philippinen

Mittwoch war schon wieder Abreisetag. Um 9:00 hatte ich mich noch mit Agnes zum Frühstücken verabredet, was sich schließlich bis 12:00 ausdehnte, da ihr Kurs ausgefallen war. Zum Mittagessen traf ich mich noch mit X und Tim (aus Macau) und anschließend marschierte ich wieder zurück zur Bushaltestelle, um nicht zu spät in Taipei anzukommen. Und es wurde trotzdem später, denn diesmal brauchte der Bus glatte 5 Stunden und noch dazu ging meinem iPod der Akku aus.

War jedenfalls ein effizienter Kurzurlaub in Tainan, denn so wurde ich wieder an die schöne Zeit dort erinnert und auch Tainans gewisser Vorzüge gegenüber Taipei und es war auch schön, gleich so viele Freunde wieder zu treffen. Würde mich dort sofort wieder zuhause fühlen.


Der Donnerstag verlief wieder unspektakulär im Büro und mit anschließendem gemütlichen Wäschewaschen im Waschsalon.

Am Freitag nach der Arbeit und einer kurzen Rast in der Wohnung traf ich mich mit Anderson. Dessen Bekannter Ian aus Japan war zurzeit auf Besuch in Taipei und daher trafen wir uns mit ihm und seiner netten weiblichen Begleitung in einer Bar.
Da seine Mädels aber früher heim mussten, verließen wir das Lokal und überlegten uns, wo wir noch hingehen konnten. Ein hübsches amerikanisches Mädchen nahm uns schließlich die Entscheidung ab und machte Werbung für eine Bar, wo wir gratis reindurften bis Mitternacht.

Auf dem Weg dorthin war mir übrigens dieses witzige Fotomotiv untergekommen - Straßenhunde beim Gruppenkuscheln

Gegen 1:30 bekam ich die Nachricht, dass X schon mit dem Bus in Taipei angekommen war. Den ließen wir mit dem Taxi gleich zu uns bringen und brachten ihn sogar auch noch gratis in die Bar rein. Vor dem Heimfahren gönnten wir uns noch einen Imbiss in einem Bagel-Restaurant:

Gegen Samstag Mittag meldete ich mich erstmals bei Anderson, um zu sehen ob er schon auf war und bereit nach 八仙 Baxian zu fahren, einem Water Park zu dem ich vorher schon mal hinwollte. Am frühen Nachmittag kam er dann auch brav mit dem Auto und brachte uns erst noch zum Mittagessen in ein berühmtes Restaurant, wo wir 魚翅湯 Yuchi-Tang - Suppe unter anderem mit kleinen Haifischflossenstreifchen drin - und 魯肉飯 Lurou Fan - Reis mit scheinbar lange Zeit gekochtem Fleisch - aßen.

So hatte Anderson übrigens auf den räumlich limitierten Taipeier Parkplätzen geparkt:
Anschließend brachte uns Anderson noch zu einem berühmten Teashop 紅茶屋, wo man erstens den angeblich besten schwarzen Tee und zweitens in großen 1-Liter-Bechern bekam:Das dieser Shop tatsächlich berühmt war, merkte man schon daran, dass man vorher eine Nummer ziehen musste:

Danach gings direkt weiter zum Water Park 八仙水上樂園, doch dort hieß es erstmal hinfinden. Aber wir hatten ja immerhin eine schöne Aussicht und X war total begeistert von Taipeis blauem Himmel.
taiwanesisches Englisch ist manchmal so herzig, wenn auch IMMER rechtschreibfehlerbehaftet:

Und wir hatten wieder mal echtes Glück im Unglück. Denn genau im September sperrt der Wasserpark anstatt um 22:00 schon um 17:30 zu, und wir kamen erst kurz nach 16:00 an. Nach 17:30 hatte nämlich ein großer taiwanesischer Konzern das Bad für seine Mitarbeiter gebucht. Doch dank Beziehungen bekamen wir erstens Zugang und zweitens sogar freie Karten. Und zum größten Glück mussten wir nach 18:00 nicht mal noch bei den Rutschen Reihe stehen, da so gut wie keiner mehr dort war. Auf jeden Fall wars echt super und ein paar Rutschen echt aufregend, sogar eine Freifall-Rutsche oder eine, wo man durch eine dunkle Röhre rutscht usw.
taiwanesische Bademode für Mädchen: immer mit kleinem Bikini-Röckchen *g*

Danach gings wieder zurück in die Stadt. X und ich gingen dann noch auf den Shilin Nightmarket und später nach Mitternacht trafen wir uns noch mal mit Anderson, Michelle und "Waiting" (hörte sich zumindest so an wie das englische "waiting" *g*). Gemeinsam gingen wir dann noch in einen Club namens "Wax".

Sonntag war Abreisetag für X. Da er auch Fotos von meinem Zimmer machte, bekommt ihr die auch gleich zu sehen, hätte gar nicht mehr dran gedacht:

Danach schlenderten wir noch durch Ximending. Dabei knipste X dieses tolle Foto:
Dann hieß es auch von meinem letzten Besuch Abschied nehmen:

Da ich sowieso keine Pläne mehr hatte, begleitete ich ihn noch zum Busbahnhof und ging dann noch mit meinem Chinesisch-Buch zum Lernen zur Sun-Yatsen Memorial Hall, wo ich aber dann doch die meiste Zeit der Hiphop-Tanzgruppe beim Üben zusah:



Dann fings aber zu regnen an und ich ging wieder heim. Und ehrlich gesagt war meine Stimmung etwas getrübt, denn auch wenn ich noch ein schönes letztes Wochenende gehabt hatte, wusste ich doch, dass ich die nächsten und somit letzten Tage in Taipei hauptsächlich allein sein würde und es bald heimgeht. Und hier möchte ich nochmal klarstellen: Natürlich freue ich mich auch wieder auf Daheim, aber das schließt ja nicht aus, dass ich nicht traurig wär, dass ich Taiwan verlassen muss.

Sonntag, 27. September 2009

Nina zu Besuch in Taipei

14. bis 20. September

Die Woche fing wieder mal recht gemütlich an.

Montag: nichts ...

Dienstag: Susanne's (österreichische Arbeitskollegin) gestrigen Geburtstag bei Kuchen und Champagner feiern.

Mittwoch: Nach der Arbeit auf die Suche nach dem 大佳河濱公園 Dajia Riverside Park zum Joggen, um endlich mal wieder etwas Sport zu machen. War eigentlich schon das 2. Mal, dass ich den suchte, und auch diesmal stand ich wieder vor geschlossenen Toren, sieht nach Bauarbeiten aus. Damit hab ich dann endgültig aufgegeben, noch mit Sport anzufangen.

Donnerstag: nichts ...

Freitag:
Am Wochenende geht das Leben wieder los :-). Nach der Arbeit traf ich mich gleich mit Nina, einer Klassenkameradin aus meinem Linzer Chinesisch-Kurs, die jetzt ebenfalls für 1 Jahr in Tainan studiert und mich in Taipei besuchen kam. Zuerst gings kurz in meine Wohnung, dann mit der MRT zum Treffpunkt mit Yi-Chiun und Irene, die uns für deren Abschiedsessen in ein koreanisches Barbecue-Restaurant eingeladen hatten, zusammen mit Michelle, Anderson, Kelly, Dean und dessen Freundin. Anschließend gingen wir anständig in einen Tea-Shop, um gemütlich was zu trinken.

Nach einem Bier zum Aufwärmen wurde es schließlich Zeit, die sehr "lebensfrohe" Nina ins lang von ihr ersehnte Taipeier Nachtleben einzuweihen. Location war das "Roxy 99", zum ersten Mal ein etwas mehr westlicher Club, was man gleich an der Musik merkte.

eine lustige, leicht angeheiterte Truppe:

War jedenfalls wieder mal eine wirklich super Nacht!

Samstag:
Zeitig zu Mittag hieß es aus den Federn und ins Sightseeing-Programm stürzen. Da ich dort selbst nur 1 Mal nachts gewesen war und ich dort unbedingt mal tagsüber hinwollte, nahmen wir zunächst die MRT nach 淡水 Danshui, die nördlichste und somit End-Station der MRT.
Zuerst schlenderten wir die 老街 Lao Jie (alte Straße) entlang, vorbei an einem Tempel.

... dann entlang dem 淡水河 Danshui-River, der zum Meer führt. Auf dem Weg entdeckten wir dieses Kunstwerk auf alten Flaschen:
die Promenade - erinnert fast an einen Spaziergang den Traunsee entlang ...
Schließlich erreichten wir das Fort San Domingo - bzw. chin. 紅毛城 Hongmao Cheng = Rothaar-Burg, da das Fort wieder mal aus der Besatzungszeit der Holländer stammt, die anscheinend rote Haare hatten (紅毛 = rote Haare). Zwischendurch diente das Gebäude auch als Sitz des britischen Konsulats.

Drinnen sieht man hauptsächlich antike Möbel und andere Austellungsstücke:eine taiwanesische Küche - das runde Gestell das ihr links seht dient zum Dämpfen von zB 包子 Baozi
Nina und ihre Männer ... :-)

zwei wirklich hübsche Taiwanesinnen :-)
zwei wirklich hübsche Österreicher ;-)ein wirklich hübsches taiwanesisches Pärchen beim Hochzeitsfoto-Shooting :-D

Was ich wirklich bedaure, ist dass ich es nie geschafft habe, Taiwanesen in ihrer typischen Straßenverkehrs-"Ausrüstung" zu fotografieren. Diese Ausrüstung besteht aus Sachen wie Backhandschuhe, Mundmaske die bis zur Brust runtergeht, verkehrt angezogene Jacke etc. Das alles soll sowohl davor schützen, die Haut dem Sonnenschein als auch dem Straßenschmutz auszusetzen. Hier seht ihr die Zu-Fuß-Geh-Version light, leider auch nur von hinten für einen groben Eindruck:

Auf dem Rückweg den Hügel hinunter kamen wir an einem berühmten Puppenmuseum vorbei, wo traditionelle Puppen aus der chinesischen Mythologie ausgestellt sind. Hier wurden wir mit dem absoluten Extrem von Sprachen-Missverständnis konfrontiert: auf die Frage, ob wir Chinesisch können, antworten wir üblicherweise mit 一點點 yidiandian = ein bisschen. Natürlich hab ich mich schon damit abgefunden, dass das Sprechtempo dann üblicherweise trotzdem nicht sonderlich reduziert wird. Aber bei der Dame in diesem Haus strömte ein wahrer Wortschwall über die Lippen, ohne Pause, ohne Punkt und ohne Komma. Haben zwar zusammen vielleicht 1,032 % verstanden, aber im Nachhinein wars amüsant.

Durstig von der Hitze kauften wir uns später Tee bei diesen witzigen Tee-Verkäuferinnen:

Schließlich gings mit der MRT zurück Richtung Zentrum, zu den absoluten Muss-Attraktionen, wie zum Beispiel die Dr. Sun-Yatsen Memorial Hall, mit dem besten Blick auf den Taipei 101:

Dort pflegen auch immer viele Taiwanesen, ob jung ob alt, ihre Freizeit mit verschiedenen Aktivitäten zu verbringen - Drachenfliegen, gemeinsames Gebet (?!), Hiphop-Tanzgruppen, Jogging ...
Nächster Pflichtpunkt war wieder mal die CKS Memorial Hall, wo an diesem Abend ein Konzert vor dem Haupttor stattfand:
Weiter gings zum 龍山寺 Longshan-Tempel:

Und zu guter Letzt auf den 華西夜市 Huaxi Night Market mit der Snake Alley. Diesmal waren wir sogar früh genug dran, um die Schlangen Shows mitzuerleben. Fotos darf man allerdings keine machen. Verständlich wenn man sieht wie grausam das teilweise zugeht. Da werden die Schlangen an einem Seil aufgehängt und bei lebendigem Leibe der Länge nach aufgeschnitten. Anschließend wird gewartet, bis der Körper vollständig ausgeblutet ist und sich nicht mehr bewegt, was in unserem Falle mindestens 20 min gedauert hat.
eine etwas andere Art der Massage - man achte auf das Massage-Instrument:

Dann gings endgültig zurück zur Wohnung. Und kaum zu glauben, aber ich hatte es tatsächlich geschafft, Nina so fertig zu machen, dass sie nicht mehr in der Lage war, fortzugehen und Party zu machen. Hatte ich nicht erwartet. Für diesen Abend war die Geburtstagsfeier von Anderson geplant. Dieser hatte einen Raum in einem Motel gebucht und da wir mind. 1100 NT (23 Euro) Unkostenbeitrag zu zahlen hätten, hatte ich echt lange gezaudert, ob ich da hingehen sollte. Schließlich überwand ich mich aber doch und machte mich gegen 23:30 allerdings alleine auf den Weg nach 永寧 Yongning, der Endstation der blauen Linie und somit ca 35 min von meiner Wohnung entfernt. Dort angekommen wollte ich Anderson anrufen, um zu fragen, wie ich zu ihnen komm, allerdings war keiner der Leute dort, deren Nummer ich hatte, erreichbar. Somit stand ich erst mal total alleine am Ausgang der MRT in einem Randbezirk von Taipei, rundherum alles dunkel und die letzte MRT zurück war auch schon abgefahren. Irgendwann erreichte ich aber doch wen und dann gesellte ich mich zu der bereits leicht angeheiterten Party-Gesellschaft.
Und die Ausstattung war nicht schlecht: Karaoke, Couch, Bar, Swimming Pool, Sauna, Bad und Schlafzimmer. Natürlich musste das Geburtstagskind in den Pool springen, und Michelle als treue Freundin gleich mit:

Irgendwann endete dann die feuchtfröhliche Feier und gegen 7:00 gings mit der ersten MRT wieder zurück nachhause.
Da Nina am Sonntagabend schon zum Abendessen verabredet war, verließ sie schon zu Mittag meine Wohnung während ich noch schlief und nahm den Bus zurück nach Tainan. Ich verbrachte den Rest des späten Nachmittags beim Relaxen in der Wohnung und ging später noch mal zum Nachtmarkt auf einen Snack.

Und die Vorfreude auf Montag war diesmal groß, denn Montag bekamen wir in der Arbeit neue PCs, daher war wegen Installation und allem Montag und Dienstag kein Arbeiten möglich im Büro und für Mittwoch hatte ich mir Urlaub genommen, um gemütlich ein paar Tage auf Gegenbesuch bei Nina in Tainan zu verbringen und Freunde wiederzusehen und an die wohl beste Zeit meines Lebens erinnert zu werden.