.

Montag, 28. September 2009

Zurück nach Tainan und X zu Besuch in Taipei

21. bis 27. September

Montag:
Da ich wie gesagt durch einen glücklichen Zufall und meinem aufgesparten Urlaubstag ein verlängertes Wochenende hatte, nutzte ich diese einmalige Gelegenheit, gleich für 3 Tage nach Tainan zu fahren. Gegen 11:00 verließ ich die Wohnung und wurde direkt noch vom Hausherrn aufgehalten, dass ich meine Stromrechnung zahlen solle und die war nicht von schlechten Eltern. Habs wohl schon wieder verdrängt, aber es waren so um die 1.300 NT (ca 28 €) für ca 35 Tage. Aber gut, was man nicht ändern kann ...

Um 12:00 bekam ich jedenfalls einen Bus für unglaubliche 220 NT (nicht mal 5 €) für 4:30 Std Fahrt bis nach Tainan. Wie weit würde man wohl bei uns for den Preis kommen ... ? Gegen 16:30 erreichte ich Tainan und da Nina ohnehin noch Kurs hatte, ging ich gemütlich zu Fuß den Tainan Park entlang Richtung Uni-Campus, wo ich gleich zufällig ein paar Bekannte traf, die alle leicht überrascht waren, mich in Tainan anzutreffen.

Später holte mich Nina dann vom Campus ab und brachte mich mit dem Scooter zu ihrer Wohnung, um meine Sachen abzustellen. Um 19:00 Uhr hatte ich mich mit Tim und Leona zu einem taiwanesischen Barbecue-Restaurant verabredet.

Das was ihr hier im Bauch des Fisches seht sind übrigens Fischeier, meiner Meinung nach nicht sonderlich schmackhaft, aber in den Augen der Taiwanesen "das Beste":

Danach gings mit vollem Magen noch bis 22:00 zum Bowling:


Am Dienstag traf ich mich gleich am Morgen um 8:30 Uhr mit Jen zum Frühstück. Wär ja nicht, als ob ich Urlaub machte in Tainan, hatte einen vollen Terminkalender. Nach dem Frühstück musste Jen zur Uni und ich fuhr ins Zentrum, um noch zwei spezielle Andenken zu kaufen, eine Taiwan-Fahne und DEN taiwanesischen Film schlechthin "Cape No. 7" - angeblich eine Schnulze, aber was solls. Nach diesen Erledigungen fuhr ich auf gut Glück zum Mädels-Dormitory, wo Sarah, Nügui und die anderen gewohnt hatten, denn dort kannte ich die Managerin 黃朵妙 Huang Duomiao recht gut und hatte ihr versprochen, sie beim nächsten Mal in Tainan zu besuchen, außerdem wollte ich mich für ihr Abschiedsgeschenk bedanken. Und diese war erst erschrocken, mich auf einmal bei der Eingangstür vorzufinden, doch als sie es dann glauben konnte, war sie total aus dem Häuschen vor lauter Freude. Ich blieb dann sogar fast 1 Std bei ihr und quatschte noch etwas mit ihr, sie ist ja zum Glück sehr, sehr gesprächig. Und das Tolle: alles auf Chinesisch! War danach zwar ziemlich erschöpft, aber es war wieder mal ein gutes Gefühl.

Rechtzeitig zum Mittagessen traf ich mich wieder mit Jen. Und ich war überrascht, wie überfüllt unsere "Ess-Straße" 育樂街 Yule-Jie war, wo wir in meiner Tainan-Zeit jeden Tag zum Essen gingen. Hier eines meiner damaligen Lieblingsgerichte:

Hühnerfleisch mit Sauce, Nudeln und Ei, serviert auf einer noch heißen Platte, wo einem oft die heiße Sauce noch entgegenspritzte.

Nach dem Essen gingen wir in Jen's Dormitory, wo wir uns eine ausgeborgte DVD ansahen: "Saw II". Gegen 15:00 musste Jen wieder zur Uni und ich schaute auf dem Weg kurz bei Becky vom Büro meines damaligen Departments (Business Administration) vorbei, ebenfalls auch um mich für ihr Abschiedsgeschenk zu bedanken, das mir John an ihrer Stelle in Hainan übergeben hatte. Diese war natürlich auch sehr erstaunt mich zu sehen, aber machte mir Hoffnungen auf ein eventuelles weiteres Stipendium in Taiwan, sollte ich noch mal zurückkommen.

Müde vom frühen Aufstehen relaxte ich später etwas im Tainan Park und war gegen 17:30 wieder zurück in Ninas Wohnung. Um 19:00 fuhren wir gemeinsam los, um uns mit Chongyao - unserem gemeinsamen Buddy - zum Abendessen zu treffen. Nach dem Essen blieben wir noch eine Weile in einem Tea-Shop:

Danach warteten wir auf zwei Freunde von Nina zum Fortgehen und gönnten uns während der Wartezeit ein 台灣啤酒 Taiwan Bier vom 7-11:
Als die zwei da waren, fuhren wir gemeinsam zur Red Wolf Tavern, da ohnehin überall nicht viel los war und dort konnten wir zumindest Billard spielen:
li: Mauricio aus Bolivien, re: Kiko von den Philippinen

Mittwoch war schon wieder Abreisetag. Um 9:00 hatte ich mich noch mit Agnes zum Frühstücken verabredet, was sich schließlich bis 12:00 ausdehnte, da ihr Kurs ausgefallen war. Zum Mittagessen traf ich mich noch mit X und Tim (aus Macau) und anschließend marschierte ich wieder zurück zur Bushaltestelle, um nicht zu spät in Taipei anzukommen. Und es wurde trotzdem später, denn diesmal brauchte der Bus glatte 5 Stunden und noch dazu ging meinem iPod der Akku aus.

War jedenfalls ein effizienter Kurzurlaub in Tainan, denn so wurde ich wieder an die schöne Zeit dort erinnert und auch Tainans gewisser Vorzüge gegenüber Taipei und es war auch schön, gleich so viele Freunde wieder zu treffen. Würde mich dort sofort wieder zuhause fühlen.


Der Donnerstag verlief wieder unspektakulär im Büro und mit anschließendem gemütlichen Wäschewaschen im Waschsalon.

Am Freitag nach der Arbeit und einer kurzen Rast in der Wohnung traf ich mich mit Anderson. Dessen Bekannter Ian aus Japan war zurzeit auf Besuch in Taipei und daher trafen wir uns mit ihm und seiner netten weiblichen Begleitung in einer Bar.
Da seine Mädels aber früher heim mussten, verließen wir das Lokal und überlegten uns, wo wir noch hingehen konnten. Ein hübsches amerikanisches Mädchen nahm uns schließlich die Entscheidung ab und machte Werbung für eine Bar, wo wir gratis reindurften bis Mitternacht.

Auf dem Weg dorthin war mir übrigens dieses witzige Fotomotiv untergekommen - Straßenhunde beim Gruppenkuscheln

Gegen 1:30 bekam ich die Nachricht, dass X schon mit dem Bus in Taipei angekommen war. Den ließen wir mit dem Taxi gleich zu uns bringen und brachten ihn sogar auch noch gratis in die Bar rein. Vor dem Heimfahren gönnten wir uns noch einen Imbiss in einem Bagel-Restaurant:

Gegen Samstag Mittag meldete ich mich erstmals bei Anderson, um zu sehen ob er schon auf war und bereit nach 八仙 Baxian zu fahren, einem Water Park zu dem ich vorher schon mal hinwollte. Am frühen Nachmittag kam er dann auch brav mit dem Auto und brachte uns erst noch zum Mittagessen in ein berühmtes Restaurant, wo wir 魚翅湯 Yuchi-Tang - Suppe unter anderem mit kleinen Haifischflossenstreifchen drin - und 魯肉飯 Lurou Fan - Reis mit scheinbar lange Zeit gekochtem Fleisch - aßen.

So hatte Anderson übrigens auf den räumlich limitierten Taipeier Parkplätzen geparkt:
Anschließend brachte uns Anderson noch zu einem berühmten Teashop 紅茶屋, wo man erstens den angeblich besten schwarzen Tee und zweitens in großen 1-Liter-Bechern bekam:Das dieser Shop tatsächlich berühmt war, merkte man schon daran, dass man vorher eine Nummer ziehen musste:

Danach gings direkt weiter zum Water Park 八仙水上樂園, doch dort hieß es erstmal hinfinden. Aber wir hatten ja immerhin eine schöne Aussicht und X war total begeistert von Taipeis blauem Himmel.
taiwanesisches Englisch ist manchmal so herzig, wenn auch IMMER rechtschreibfehlerbehaftet:

Und wir hatten wieder mal echtes Glück im Unglück. Denn genau im September sperrt der Wasserpark anstatt um 22:00 schon um 17:30 zu, und wir kamen erst kurz nach 16:00 an. Nach 17:30 hatte nämlich ein großer taiwanesischer Konzern das Bad für seine Mitarbeiter gebucht. Doch dank Beziehungen bekamen wir erstens Zugang und zweitens sogar freie Karten. Und zum größten Glück mussten wir nach 18:00 nicht mal noch bei den Rutschen Reihe stehen, da so gut wie keiner mehr dort war. Auf jeden Fall wars echt super und ein paar Rutschen echt aufregend, sogar eine Freifall-Rutsche oder eine, wo man durch eine dunkle Röhre rutscht usw.
taiwanesische Bademode für Mädchen: immer mit kleinem Bikini-Röckchen *g*

Danach gings wieder zurück in die Stadt. X und ich gingen dann noch auf den Shilin Nightmarket und später nach Mitternacht trafen wir uns noch mal mit Anderson, Michelle und "Waiting" (hörte sich zumindest so an wie das englische "waiting" *g*). Gemeinsam gingen wir dann noch in einen Club namens "Wax".

Sonntag war Abreisetag für X. Da er auch Fotos von meinem Zimmer machte, bekommt ihr die auch gleich zu sehen, hätte gar nicht mehr dran gedacht:

Danach schlenderten wir noch durch Ximending. Dabei knipste X dieses tolle Foto:
Dann hieß es auch von meinem letzten Besuch Abschied nehmen:

Da ich sowieso keine Pläne mehr hatte, begleitete ich ihn noch zum Busbahnhof und ging dann noch mit meinem Chinesisch-Buch zum Lernen zur Sun-Yatsen Memorial Hall, wo ich aber dann doch die meiste Zeit der Hiphop-Tanzgruppe beim Üben zusah:



Dann fings aber zu regnen an und ich ging wieder heim. Und ehrlich gesagt war meine Stimmung etwas getrübt, denn auch wenn ich noch ein schönes letztes Wochenende gehabt hatte, wusste ich doch, dass ich die nächsten und somit letzten Tage in Taipei hauptsächlich allein sein würde und es bald heimgeht. Und hier möchte ich nochmal klarstellen: Natürlich freue ich mich auch wieder auf Daheim, aber das schließt ja nicht aus, dass ich nicht traurig wär, dass ich Taiwan verlassen muss.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen