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Freitag, 25. September 2009

Besuch aus Japan - Coco und Chiemi

7. bis 13. September

Der Wochenstart zeigte wieder mal das selbe Bild wie der der letzen Wochen: Arbeit - Waschsalon - früh ins Bett Schlaf nachholen!

Und das war gut so, denn für die nächsten zwei Tage stand wieder volles Programm an: Coco (die ich auf einem Workcamp in Spanien kennengelernt habe) und Chiemi aus Japan kamen für ein paar Tage nach Taipei. Hätte es kaum für möglich gehalten, dass ich die Coco noch mal sehen würd, hab mich also ehrlich drauf gefreut.

Am Dienstag nach der Arbeit bin ich also nur kurz heim zum Umziehen und dann auf schnellstem Weg zu unserem Treffpunkt MRT Taipei City Hall, um möglichst noch bei Tageslicht auf den Taipei 101 raufzufahren. Ging sich leider doch nicht ganz aus, es wird einfach schon zu früh finster in Taiwan.

Das ist Coco (Spitzname für Kozue):
Dann gings mit dem Lift in den 89. Stock:
meine zwei Bunnies: Chiemi (li) und Coco (re)jaja, falsche Richtung!
JapanerInnen posen ja auch gern wie wir wissen :-)Ich tipp mal, das ist der 淡水河 Danshui River, also Blick Richtung Westen

Blick Richtung Norden mit dem 基隆河 Keelung River und dem Miramar Riesenrad:und einmal relativ grad nach unten:

Dann fanden wir raus, dass man zu Fuß noch in den 91. Stock gehen kann, wo man auch eine Sicht ohne Fenster genießen kann. Wind natürlich inklusive:Und man bekommt einen guten Eindruck von der Dunstglocke über Taipei:
In diesem Stockwerk kann man außerdem die armdicken Stahlseile bewundern, die den 660 Tonnen schweren "Schwingungstilger" halten, der das Gebäude vor Schwingungen insbesondere bei den häufigen Erdbeben und Taifunen schützen soll.
Kurz zum Taipei 101: Eingeweiht zu Silvester 2004, war er bis 2007 das höchste Gebäude der Welt und landet mit seinen 509 m Höhe und 101 Stockwerken auch heute noch auf dem 2. Platz weltweit. Der Bau bezieht entgegen dem 1. Blick aber auch die Tradition mit ein: Erstens ähnelt der Turm der Form einer chinesischen Pagode und wurde nach Feng-Shui-Richtlinien konstruiert. Die Zahl 8 als Glückszahl nach chinesischem Glauben wiederholt sich auch des öfteren, zB besteht der Hauptturm aus 8 Abschnitten zu jeweils 8 Stockwerken. Der Turm ist auch einem Bambus nachempfunden, welcher ebenfalls Wachstum und Lernen symbolisiert. Und nicht zuletzt sollen die an allen vier Seiten angebracht überdimensionalen chinesischen Glücksmünzen vor schlechten Geschäften schützen.

Dann gings wieder "ein paar" Stockwerke runter, wo man Taiwans größtes Einkaufszentrum vorfindet. Unter anderem steht mitten im Turm ein österreichisches Café:

Der 101 (auf chinesisch sprich: i-ling-i) vom Boden:

vor dem 101:

Als nächstes fuhren wir mit der MRT zum 龍山寺 Longshan Tempel, von wo man direkt auch auf den 華西夜市 Huaxi Night Market mit der berühmt-berüchtigten Snake Alley kommt. Dort trafen wir uns auch mit Yi-Chiun und Irene, die uns beim Essen bestellen halfen. So teilte ich mir mit Coco und Chiemi ein Menü:

Schlangensuppe mit 3 Stücken Fleisch, der Rest was da drin rumkullert und -schwimmt ist chinesische Medizin:

dazu 3 "Getränke": weiß = Schlangengift, grün = Schlangengalle, rot = Schlangeblut + ein paar gesunde Pillchen für den Mann :-)

Nach kurzem Zögern kam zuerst die Suppe dran:

Danach Schlangenblut zum Nachspülen - die Kapseln ließen sie netterweise mir:
Galle:das Gift kam zuletzt (kam uns sinnvoller vor *g*) - hier zwei Bilder, wo der Vorher-Nachher-Effekt gut rüberkommt:

Alles in allem schmeckte das Fleisch und die drei Stamperl weder gut noch schlecht. Das Fleisch hat halt wirklich viele störende Knochen (oder Gräten wie beim Fisch), aber der Geschmack war hauptsächlich von der chinesischen Medizin (中藥 zhong yao) dominiert. Auch für einige Taiwanesen kostet es übrigens Überwindung, Schlange zu essen, und viele essen es schlichtweg, weil es angeblich für reine, gesunde Haut hilft (hat nicht sonderlich geholfen ...).

Nach dieser einmaligen Erfahrung wanderten wir noch etwas durch den Nachtmarkt.Und da das Schlangenmenü ja nicht ausgesprochen füllend war, gönnten wir uns noch eine weitere taiwanesische Spezialität: 甜不辣 Tianbula = süß nicht scharf

Zum Abschluss fuhren wir noch mit der MRT zum Lokal "Brass Monkey", wo an diesem Tag zufällig eine Salsa Night war. Was ich relativ witzig fand waren die ganzen Gehörlosen, die vor dem Eingang mit ihren Händen wild herumfuchtelten (nennt man auch Gebärdensprache). Grund war natürlich die "Deaflympics". Hatten jedenfalls dort noch etwas Spaß und sogar Coco und Chiemi versuchten sich mal im Salsa:

[Video folgt irgendwann ...]

Dann kamen die Profis an die Reihe: Yi-Chiun und Irene, und ich war echt erstaunt, wie die das draufhatten:


Am Mittwoch hieß es erst mal 8 Stunden im Büro rumbiegen und danach hatte ich mir mit "meinen Mädels", Irene und Yi-Chiun und Aaron und Steven ausgemacht, dass wir uns bei der MRT Station vom Shilin Night Market treffen. Da jedoch alle (außer mir :-) ) spät dran waren, nutzte ich die Zeit, ein Foto von der MRT Station 劍潭 Jiantan (für den Night Market) zu machen mit zwei High School Students in typischer taiwanesischer Schuluniform:

Schließlich fanden wir doch alle zusammen und machten uns auf die Futtersuche - auf Nachtmärkten findet man einfach die beste Auswahl an taiwanesischen Spezialitäten auf kleinem Platz. Unter anderem gabs "Stinky Tofu" - hatte ja selber schon die Erfahrung gebraucht und für mich sollte es bei einem Mal bleiben, doch Coco schien es zu schmecken:Für mich gabs den wohl kleinsten Burger der Welt, eine Handvoll Burger sozusagen. Und wie immer in Taiwan natürlich in gesüßtem Hamburgerbrötchen :-(

Gestärkt fuhren wir danach runter Richtung Neo19, wo wir darauf warteten, dass Yi-Chiun und Irene wieder dazukamen, die vorher noch mal kurz nachhause mussten.
Als wir dann wieder vollzählig waren gingen wir ins "Babe 18", um die letzte Nacht vor der Abreise von Coco und Chiemi noch zu feiern:

Donnerstag Nachmittag flogen die zwei leider schon wieder heim. Hab mich echt total gefreut, dass sie da waren und wie zu erwarten war es echt ein Spaß. Coco ist noch immer so wie ich sie kennengelernt habe und Chiemi ist genauso witzig drauf. Naja, Ich ging jedenfalls wieder mal früh ins Bett Schlaf nachholen und brachte es auf satte 12 Stunden.

Am Freitag nach Feierabend traf ich mich Aaron und lernte seine Freundin kennen, Steven und noch ein Freund von Aaron im "Duck Bill", einer Bar zum Darts-Spielen. Gegen 4:00 gingen wir noch auf einen Night Snack und dann heim.

Am Samstag hätten wir eigentlich geplant gehabt, nach 八仙 Baxian in einen Water Park zu fahren, doch der Plan wurde gecancelt aus Angst vor der Schweinegrippe *pff*. Naja, hab dafür abends mal etwas für die Bildung gemacht: einen Ausflug zum 國立故宮博物院 Nationalpalastmuseum im Bezirk 士林 Shilin.
Dort war praktischerweise ab 17:00 sogar freier Eintritt:
Drinnen darf man natürlich wieder mal keine Fotos machen. Es beherbergt jedenfalls die weltweit größte Sammlung chinesischer Kunstwerke aus über 5000 Jahren Geschichte, die während der Revolution nach Taiwan gebracht wurden. China erhebt deswegen auch Anspruch auf die Kunstschätze, wird aber vermutlich nie Erfolg haben.

Chorauftritt im Museum:
Vor dem Museum steht unter anderem auch ein Park und weiter Gebäude, wie Bücherei, Restaurant etc. Das ist eine Statue von Konfuzius:

Das Musem steht übrigens wie man sieht an einem Hang und auch rundum gibt es viel Grün und Wälder und "Berge".

Als es schon richtig finster wurde, fuhr ich wieder mit dem Bus zurück bis zum Nachtmarkt, wo ich mir noch was zu essen holte.
Kurz nach 23:00 rief mich Yi-Chiun an, dass wir heute noch ins KTV gehen würden, daher nahm ich die letzte MRT kurz vor Mitternacht, um nicht mit dem Taxi fahren zu müssen. Dann wartete ich allerdings ein Weilchen, denn wie ich erfuhr, kamen die anderen erst gegen 1:20 an. Naja, so wartete ich halt vor dem KTV, gibt eh immer was zu sehen dort *g*.

Später kamen dann noch zwei Freunde dazu:

Gut versorgt mit Essen und Trinken blieben wir dort dann bis ca 6:00. Unten seht ihr ein Nachher-Foto *g*, war aber nicht unseres:

Auf dem Heimweg in die Wohnung von der MRT machte ich dann noch die nette Begegnung mit einer sich übergebenden Katze und dann gings bei Sonnenschein ins Bett.


Am Sonntag nach einem ergiebigen Schlaf ging ich zum Carrefour ein paar Sachen kaufen und gleich darauf traf ich mich mit Flora, eine Paraguayanerin, die ich in Tainan kennengelernt hatte und die dieses Semester nach Taipei gewechselt hatte zum Studieren. Mit ihr ging ich dann noch ein bisschen auf den Night Market und später in eine Bar in der 雙城街 Shuangcheng-Jie, wo es laut Reiseführer einige nette Bars geben soll. Die Auswahl war bescheiden und leer war es auch überall, lag vielleich daran, dass am Sonntag keiner fortgeht ...

War jedenfalls ein netter Abend und ich war wieder bereit für eine weitere Woche in Taipei.

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