12. bis 15. AugustAm Mittwoch-Nachmittag erreichten wir schließlich Singapur. Wer den Titel nicht verstanden hat, hier ein Hinweis (beachte die 2 Bedeutungen von „fine“):

(1 SG$ = nicht ganz 50 Cent)

Hab mich noch in Taiwan ein bisschen über Singapur informiert und bin da auf Wikipedia auf die etwas skurrile und rigorose Justiz gestoßen. Neben horrenden Geldstrafen für allerlei geringere und teilweise wirklich lächerlichen Vergehen gibt es auch noch Todesstrafe und Körperstrafen, Kaugummis sind nur eingeschränkt erhältlich und die Mitnahme von Durian-Früchten in öffentlichen Verkehrsmitteln, Lügen sowie (laut Wikipedia) „unnatürliche sexuelle Praktiken“ sind ebenfalls verboten. Hier noch ein lesenwerter Auszug bezüglich Körperstrafen:
"... Betroffen sind ausschließlich Männer im Alter zwischen 16 und 50 Jahren, die altersunabhängig mit bis zu 24 Hieben in einem Durchgang auf das entblößte Gesäß gezüchtigt werden können. Bei diesem sogenannten Caning wird der Delinquent über einen Prügelbock gespannt und erhält von einem speziell ausgebildeten Justizbeamten in einem festgelegten Verfahren mit einem langen Rohrstock schwere Schläge; der Zweck ist das Erreichen von maximalem Schmerz bei kleinstem dauerhaften Schaden. Der dabei verwendete Rohrstock ist etwa 1,20 Meter lang und 13 Millimeter dick, jedoch extrem elastisch; die Ausbilder sind gehalten mit dem Stock Geschwindigkeiten von mindestens 160 km/h zu erreichen. ... "
Allerdings muss ich dazu sagen, dass der Artikel glaub ich schon etwas veraltet ist. Es gibt zwar wirklich viele Verbote und jede Menge Sicherheitsmaßnahmen, aber ich hab dort genauso Leute bei Rot über die Straße gehen und Sexshops direkt an der Einkaufsstraße gesehen.
An dem Abend machten wir jedenfalls nur noch einen Spaziergang durch Little India gleich in der Nähe und etwas zu essen suchen.
Donnerstag Vormittag gingen wir den selben Weg noch mal, um uns die dort stehenden Tempel auch bei Tag und von innen anzusehen.
Danach suchten wir lange Zeit die Botschaft von Laos – die war nämlich in ein anderes Gebäude umgesiedelt – mussten die Suche dann aber abbrechen, nachdem mit einem Freund von Qizhe ausgemacht war, dass wir uns zu Mittag bei ihm zuhause treffen würden, wo wir aber auch erst hinfinden mussten.
Mit Hernan aus Guatemala gingen wir dann Mittagessen, dann erledigten wir die Sache mit dem Laos-Visum und gingen dann noch Sightseeing in der Stadt. Wie zum Beispiel „The Durian“, eine Konzerthalle am Singapore River:
Gleich in der Nähe der „Merlion“, ein Fabelwesen mit Fischkörper und Löwenkopf. Der Name Singapur stammt ja aus dem Sanskrit, wo „Singha“ (wie die Biermarke) „Löwe“ bedeutet, also zusammen „Löwenstadt“.
Das Rathaus:
Und ein Kriegerdenkmal:
Auf dem Weg zu einem weiteren Hindu-Tempel hab ich mir chinesische Medizin (中藥 Zhongyao) gekauft:
Der Hindu-Tempel – wo man eigentlich zahlen hätte müssen um fotografieren zu dürfen :-)
Und der 佛牙寺 Fo Ya Si – Tooth Relic Temple. Hier wird angeblich ein Zahn von Buddha aufbewahrt. Auch hier waren Fotos nicht erlaubt, daher konnte ich nur aus der Ferne durch die Tür fotografieren, aber über den Bildschirm wird das Bild vom dem Relikt übertragen. 

Zuletzt gingen wir noch durch Chinatown und dann wieder zurück ins Hostel.
Den Abend verbrachten wir in einer Bar bei einem obligatorischen „Singapore Sling“ und Kartenspielen.
Freitag:
Zuerst mussten wir wieder zur Botschaft, um das Visum von Qizhe abzuholen. Dann hatte ich mich mit Daniel verabredet, meinem deutschen Zimmernachbarn aus Tainan, der regulär in Singpur studiert und wohnt. Beim Warten auf die MRT hatte ich auch mal Gelegenheit, einen der witzigen Sicherheitsclips mitzufilmen:[kommt vielleicht später mal, mit dem langsamen Internet geht es zurzeit nicht zum Hochladen]
Dann gingen wir die Einkaufsstraße entlang und trafen uns dort mit Daniel, der uns zu einem tollen indischen Restaurant brachte. Sah zunächst etwas schick aus, was mich schon mal über die Preise spekulieren ließ. Bis sich herausstellte, dass man hier so viel essen und so viel zahlen kann wie man will.
Danach gingen wir wieder ein bisschen durch die Stadt spazieren und kamen wieder zu einem großen chinesischen Tempel. Wie sich später herausstellte wieder der „Toot Relic Temple“, nur halt von der anderen Seite. Aber dafür kamen wir gerade recht zum „Monk Chanting“:

Schließlich bedankte ich mich mit einem Blatt Gold bei Buddha für meine so gut wie problemlos verlaufene Reise.
Später stellte mir Daniel noch einen echten Österreicher in Singapur vor: Erich Sollbock mit seinem „letzten Würstelstand vorm Äquator“.
Danach musste Daniel zurück zur Uni und wir gingen in ein Shopping Center auf einen Kaffee, Karten schreiben und überlegen, was man in Singapur noch machen könnte.
Da aber mein Budget gemeinsam mit Urlaubsende schon relativ aufgebraucht war und die wohl interessanteren Plätze außerhalb des Zentrums liegen, brachen wir die Pläne ab und gingen nur noch etwas Abendessen und zurück ins Hostel.
Der letzte Tag:
Wir hatten dann beschlossen, den Vormittag gemeinsam mit Daniel noch zu nutzen, uns das arabische Viertel anzusehen, das war nämlich in der Nähe und überschaubar. Wir sahen wieder mal eine Moschee (die ebenso innen leer war):
Hier der klassische chinesische Baustil in diesem Viertel:
Und noch eine (größere) Moschee:
... und wie gesagt: innen gibts quasi nichts – nur Teppichboden
Ein echter Witz: was lohnt es sich da noch reinzu“littern“, wenn das Wasser doch sowieso schon total ver“littert“ war und die Fische auch nicht mehr sonderlich lebendig aussahen:
Nach etwa 1,5 Stunden kehrten wir ins Hostel zurück, wo ich rasch meine Sachen zusammenpackte, auscheckte und mich auf den Weg zur MRT Richtung Flughafen machte. Bei der MRT verabschiedete ich mich dann auch endgültig von Qizhe und Daniel. Und ab da war ich wieder auf mich gestellt.
Tja, UND DAS WARS!!!! VORBEI DIE REISE!!!
Spätestens im Flugzeug wärs dann Zeit geworden melancholisch zu werden, doch irgendwie war das Gefühl dann ganz anders. Was mich am meisten übermannte war, dass ich mich wieder fühlte wie damals auf dem Flug als ich das erste Mal nach Taiwan kam. Irgendwie ganz anders als die anderen Flüge und man fühlt sich nicht, als würde man in eine chinesische Provinz fliegen (was es praktisch auch nicht ist). Taiwan ist einfach Taiwan!! Und da ja eine Insel, auch ein besonderes Volk, das man einfach liebhaben muss.
Auf jeden Fall war dieser Urlaub einfach was ganz Besonderes. Es war praktisch von allem etwas dabei: Abenteuer, Relaxen, Freunde besuchen, Abschied, viele neue Freunde, Sonne, Strand und Meer, monsunartige Regenfälle, Party, Kultur und Sehenswürdigkeiten, lokales Essen und Trinken, Flieger, Bus, Pickup-Fahrten, diverseste Arten von Taxi .......... wie gesagt, einfach alles!
Doch wie gesagt war ich zum Ende schon etwas müde von Sightseeing, Fotografieren, ständigem Rumreisen und im Laufe der Reise angesammeltem Schlafdefizit. Und natürlich kam auch die Vorfreude auf Taiwan dazu, wo aber auch wieder Neues in Taipei auf mich wartete: neue Stadt, neuer Arbeitsplatz, neue Kollegen und Freunde.

Noch mal zur Erinnerung: Von 17.8. bis 30.9. absolviere ich ein Volontariat bei der Außenhandelsstelle der Wirtschaftskammer in Taipei. Anfang Oktober komme ich dann endgültig heim (nach Österreich).
Hoffe mein Reisebericht war so halbwegs abwechslungsreich zu lesen und informativ. Ab Taiwan wirds jetzt wieder etwas ruhiger werden, aber ich halte euch noch auf dem Laufenden bis ich wieder daheim bin. Bleibt mir treu ;-)
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