Montags hab ich einen wahren persönlichen Rekord geschafft: um 19:00 schlafen ... war auch bitter nötig nach dem Schlafentzug der letzten Tage.
Dienstag erreichte mich dann die wirklich traurige aber irgendwie absehbare Nachricht aus der Heimat: Charly war gestorben! Er hatte zwar eh schon lange genug gekämpft, aber wär schon schön gewesen, wenn er die paar Wochen bis zu meiner Heimkehr noch durchgehalten hätte. Aber so bleiben wenigstens mehr die guten Erinnerungen im Kopf :-)
Am Vormittag im Büro gabs dann gleich 'ne kleine Konferenz, wo unser neuer Handelsdelegierter (HD) vorgestellt wurde und wir uns ebenfalls alle bei ihm vorstellen mussten. Die HDs müssen alle 7 Jahre zu einer AHSt eines anderen Landes wechseln und unser alter Chef war schon 7 Jahre in Taipei und musste somit zurück nach Österreich.
Nach der Arbeit habe ich mich dann mit Eli getroffen, einem Bekannten aus Tainan, der für 2 Tage zu mir auf Besuch kam. Zuerst gingen wir wieder Tepanyaki-Essen (sonst gibts ja nicht wirklich was Gutes in der Nähe meiner Wohnung ...) und danach sind wir nach 淡水 Danshui gefahren, einem beliebten Ausflugsziel an der nördlichen Spitze von Taipei mit Meereshafen. War nur halt schon Nacht und daher gabs nicht mehr viel zu sehen:
Am Mittwoch nach der Arbeit machten wir einen Spazierer durch 西門町 Ximending und zum Presidential Office Building, aber es hat dann zum Schütten angefangen und daher flüchteten wir in die MRT, wo wir noch einen Abstecher zur 台灣大學 National Taiwan University (NTU) machen wollten - der Nummer 1 - Uni in Taiwan - aber nachdem der Regen nicht wirklich nachließ und es natürlich auch schon spät war, ließen wir es schließlich bleiben und fuhren wieder zurück. Auf der anderen Seite der Straße sieht man den Anfang von Ximending:
Am Donnerstag fuhr Eli wieder zurück nach Tainan, denn direkt nach der Arbeit hätte ich sowieso keine Zeit gehabt für ihn. Abschieds- und gleichzeitig Willkommensfeier des alten und neuen Handelsdelegierten im "American Club" war angesagt, ne chice Sache! Buffetessen, Sekt und Wein gabs natürlich gratis, überall standen lauter wichtige Leute aus Wirtschaft und Politik, d.h. da musste ich natürlich auch brav im Anzug antanzen, wie es sich gehört. Ich kannte zwar eigentlich niemanden, aber ich fand dann doch zufällig einen netten Gesprächspartner, der sich später bei näherem Hinsehen auf die Visitenkarte als CEO eines großen Cargounternehmens in Hong Kong rausstellte. Hatte mir auch extra für diesen Anlass noch im Büro ein paar Visitenkarten gebastelt, nachdem ich beim letzten Event immer etwas blöd mit leeren Händen dastand. Und ich hab sogar 1 ganze Karte angebracht *g*. Zum Schluss hin wurde es dann auch immer unterhaltsamer und geselliger, als die Gruppe kleiner wurde. Um 22:30 gings mit dem Taxi heim.
Am Freitag durfte ich mit der Erlaubnis vom Chef schon etwas früher gehen, um meinen spontan am Donnerstag noch gebuchten Flug nach Hong Kong zu erwischen - ursprünglicher Plan Manila/Philippinen fiel ins Wasser, da die Buchungsseite der Cebu-Airlines meine Kreditkarte immer ablehnte. War aber im Nachhinein gesehn eh sowas wie Glück im Unglück. War jedenfalls trotz 3 Stunden früher gehen noch ganz schön knapp dran, den ich kam nicht mal 40 min vor Abflug erst am Check-In-Counter an. Aber so sparte ich mir wenigstens das Warten am Flughafen.
Hatte zwar im Endeffekt dann einen relativ billigen Flug nach HKG aber wie sich rausstellte, wär ein Direktflug nach Macau besser gewesen, denn am Freitag hatte ich dann nach einer Runde Skype mit X in der Arbeit noch entschieden, ihn in Macau zu besuchen, nachdem mich HKG nicht wirklich so reizte. Nach einer diesmal relativ angenehmen Überfahrt mit der Fähre legte sie gegen 22:30 im Hafen von Macau an. Dort holte mich X mit dem Scooter ab und wir fuhren dann noch zum nächtlichen Abendessen ins Restaurant seiner Eltern, wo es Fisch, Muscheln, Grünzeug und Hühnerfleisch mit Ananas gab (richtig gut, nur die Muscheln waren nicht so meins).
Am Samstag Morgen trafen wir uns mit Tim und fuhren gemeinsam zu einem Pool in einem Außenbezirk der Stadt, wo wir noch einen weiteren Bekannten der zwei trafen.
Gegen Mittag wurde dann der Pool gereinigt, daher fuhren wir weiter zu einer Bäckerei mit der berühmten (葡式~ Pushi = nach Portugiesischer Art) ~蛋撻 Dan Ta, also Egg Tart. (neben mir: Tim, ganz rechts: X)
Dann gings weiter ab auf den Scooter und Richtung Zentrum:
Mir gefällt diese ewig lange Brücke einfach, die von der Stadt Macau in die Vororte führt. Außerdem hat man von dort oft schon einen schönen Blick auf die von Casinos geprägte Skyline von Macau:
hier wieder der erste Blickfang auf der Skyline: das Casino "Grand Lisboa" (ganz links)
Da X kurz nach Hause wollte, um das nasse Badezeug zum Trocknen aufzuhängen, fuhr ich mit Tim zu ihm nach Hause. So sieht eine typische Wohnung in Macau aus - sehr überschaubar aber mit Charakter:
Als X zurückkam, fuhren wir wieder über eine andere Brücke ins Gambler-Viertel mit vielen erstklassigen Casinos.
Das berühmte "Venetian" - im Casino selbst darf man keine Fotos machen, daher der Umweg über die Rolltreppe:

Tja, wie der Name schon sagt ...
künstlicher Himmel und überall Designer- und Markengeschäfte:
Fantasie eines jeden Mannes: eine Krankenschwester - allerdings im wahrsten Sinn des Wortes mit keinem Gramm Fett zu viel auf den Rippen *g*
Dann gingen wir zur "City of Dreams", wo wir uns gratis die "Dragon's Treasure Show" in "The Bubble" ansahen, so was wie ein 360°-Kino in Halbkugelform, wo es um ein Geschichte über die vier Drachen-Kaiser aus der chinesischen Mythologie geht.
Netter Empfang:
Auf dem Weg zurück durchs Venetian stolperten wir zufällig in eine Tanz-Show:
Dann gings wieder über die Brücke zurück ins Zentrum ... hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass die Sonne ziemlich runterbrannte? - kann man auf den späteren Fotos auch gut von meinem Gesicht ablesen.
Als kleinen Nachmittagssnack besorgten wir uns Instant-Noodle-Suppe mit Wurst:
X musste anschließend ins Restaurant seiner Eltern fahren, um dort für ein paar Stunden auszuhelfen. Währenddessen nahm mich Tim mit nach Hause, um ein bisschen zu rasten - Siesta sozusagen. Dort lernte ich später seine Schwester und seinen Vater kennen, der mir freundlicherweise ein Bier anbot - die wohl berühmteste chinesische Biermarke 青島(啤酒) "Qingdao" (Pijiu = Bier) bzw eher bekannt als "Tsingtao".
Zum Abendessen gesellten wir uns zu ein paar von Tims Freunden, waren wohl so um die 10 Leute, und wie üblicherweise sitzt man dabei an einem großen, runden Tisch und in der Mitte steht das Essen, das man mit den anderen teilt.
Wieder mal nach Langem zwei schöne Schocker-Fotos:
1) Hühnerkopf (muss aber eingestehen, den hab ich nicht gegessen):
2) Schnecken: war ja schon das zweite Mal, bin aber noch immer nicht auf den Geschmack gekommen:
Nach dem Essen fuhr ich noch mit Tim und seiner Freundin zum Macau Tower, wo wir uns ausmachten, dass Tim und ich - sollte ich noch mal nach Macau kommen - gemeinsam Bungee-Jumping machen:

... und ein letztes Mal die Macau Bridge:
... und ein letztes Mal die Macau Bridge:
Dort kam dann X wieder hinzu und holte mich ab. Vom Rest des Abends gibts leider keine - nicht mal zensierte - Fotos, da ich meine Digicam in X' Zimmer gelassen hatte. Wir fuhren dann jedenfalls noch zum Karaoke, wo schon ein ganzer Haufen von seinen Freunden versammelt und lautstark am Feiern waren, denn für ihn gings ja bald wieder zurück nach Taiwan zum Semesterbeginn. War jedenfalls sehr "unterhaltsam" und ich lernte wieder viele, viele neue Leute kennen; mit dem Merken von chinesischen Namen (nehmen wir das jetzt mal als Ausrede) haperts aber leider noch immer bei mir.
Frühmorgens gings dann nach einem kleinen Imbiss zurück nach Hause und noch für einige wenige Stunden ins Bett, bevor ich kurz nach 11:00 wegmusste, um meine Fähre zurück nach Hong Kong noch zu erwischen. Hier noch ein weiteres Foto von einer Wohung bzw einem Zimmer in Macau - ebenfalls nicht viel größer:
Abschiedsfoto am Hafen:
Kam dann bei Ankunft am Hong Konger Hafen drauf, dass die Zeit wieder mal etwas knapp bemessen war und ich außerdem nicht wirklich wusste, wo der (billigere) Bus zum Flughafen wegfuhr. Irgendwie, mit ein bisschen Bus, ein bisschen U-Bahn und Airport Express schaffte ich es aber doch rechtzeitig zum Flughafen und reiste später zum 3. und letzten Mal in Taiwan ein.
Auf dem Flughafen gings jedenfalls unerwarteterweise ganz schön zu und ebenfalls unerwarteterweise war ich diesmal als Foreigner unter relativ guter Gesellschaft, normalerweise ist man sonst relativ rar als Weißer unterwegs. Grund: die zurzeit in Taipei stattfindenden "Deaflympics" - Olympische Spiele für Gehörlose.
Nach einer ca 1-stündigen Busfahrt vom Flughafen 桃園 Taoyuan (eher bekannt als International Airport Taipei) traf ich mich mit David, den ich aus Tainan vom IEAS kannte, zum Abendessen. Und danach gings erschöpft und müde zurück in die Wohnung. War jedenfalls wieder mal ein wirklich nettes Wochenende und ein unterhaltsamer und interessanter Aufenthalt in Macau. Allerdings bin ich schön langsam meinen Fremdenführern etwas schuldig ...

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