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Freitag, 31. Juli 2009

Erste Arbeitswoche im Akha-Dorf

Mittwoch:
Ein neues Projekt: in den Wald gehen zum Bambus schlagen!

Ausgerüstet mit Macheten maschierten wir gemeinsam mit zwei weiteren Akha-Männern erst mal 15 min durch den Dschungel auf der Suche nach großen Bambusbäumen. Diese fällten dann die Bäume und wir durften die Äste auf den Seiten abschlagen, die Rohre in vernünftige Längen schlagen und dann kraftraubend nach unten in den Ort ziehen. Natürlich hatte es auch eine ordentliche, schwüle Hitze, aber immerhin gabs keinen Regen mehr, wie regelmäßig in den letzten Tagen.
Nach dem Mittagessen durfte der Max eine Original-Akha-Massage genießen:
Nach der üblichen Stunde Pause gings wieder zurück in den Wald, weiter Bambus schlagen. To war diesmal aber nicht mehr dabei, da die Rosa sich noch immer krank fühlte, daher brachte er sie mit dem Moped nach Chiang Rai zu einem Arzt und schließlich blieb sie dort auch in einem Guesthouse zum Erholen, sie hatte sich angeblich eine Erkältung geholt.

Hier ein kleiner Einblick in unser Dorf: der Hauptplatz und gleichzeitig Ort zum Essen und Gruppengesprächen

... und unser Bad und WC:
Donnerstag:
Nächstes Projekt: Zaun und Mauer bauen
Zunächst mussten wir uns in zwei Gruppen einteilen. Die anderen durften den Bambus in Streifen schlagen bzw in verschiedene Längen sägen.Meine Gruppe durfte Löcher für die Holzpfähle graben, wo später der neue Bambuszaun entstehen sollte. Damit waren wir bis Mittag beschäftigt.

Nach dem Mittagessen machten wir wieder zwei Gruppen. Die eine Gruppe mischte Beton aus Zement und dem Sand aus dem Flussbett, sammelten und wuschen größere Steine und mauerten mit diesen Materialien eine Mauer neben der Straße.
Und die andere Gruppe und ich flochten den Zaun aus den Bambusstreifen. Und für mich war das echt beeindruckend, wie schnell und mit was für einfachen Materialien man einen wirklich schönen Zaun bauen konnte.

An diesem Tag bezogen wir zudem unsere neue Schlafstätte im Haus einer Akha-Familie, jeweils 2 Leute bei einer Familie. So sah unser Zimmer aus:Unter Tags waren wir aber kaum beim Haus, aber am Abend zum Bettgehn lernten wir dann die Hausherrin und ein paar ihrer Freunde und Nachbarn kennen. Zum Einstand gabs Schnecken, scharf-würzig! Nicht so mein Geschmack muss ich sagen.

Janneke hatte von daheim was für die Kinder des Dorfes mitgebracht, mit dem sie Seifenblasen machen konnten und sie waren echt begeistert.

So in etwa sieht übrigens immer unser Abendessen bzw Mittagessen aus:
Freitag:

Letztes Projekt für diese Woche: Straße zur Zivilisation reparieren!

Diesmal mussten wir uns morgens unser „Lunchpaket“ mitnehmen, da wir zum Mittagessen nicht zum Dorf zurückkehren konnten.
Dann marschierten wir aus dem Dorf hinaus, um die Stellen der Straßen auszubessern, wo der Regen regelmäßig den Boden wegschwemmt und dadurch echt tiefe Löcher und Gräben hinterlässt, was es schwierig macht mit dem Auto aus dem oder in das Dorf zu gelangen. Auf dem Weg passierten wir auch das Dorf-Tor. Unser Dorf hat zwei davon. Das ist aber nicht einfach nur ein Tor, sondern das hat hier auch eine ganz besondere spirituelle Bedeutung. Und es gibt ein paar Regeln: zB darf man nicht beim Vorbei- bzw. Durchgehen beim Tor stehen bleiben, sondern man muss es passieren. Auch anfassen darf man es nicht und jedes Jahr wird das Tor erneuert und es gibt verschiedene Zeremonien, die vom spirituellen Oberhaupt und den Bewohnern durchgeführt werden.
Am Arbeitsplatz angelangt mussten wir dann so Sachen machen wie Erde in Säcke füllen und diese in die Schlaglöcher legen, einen Wassergraben graben und einen Erdhaufen auf der Straße wegräumen. Alles eine ziemlich schmutzige Angelegenheit.
Uns überraschte dann leider wieder mal ein Regenguss, der das Weiterarbeiten unmöglich machte ... Ja, die Regensaison hat hier zurecht ihren Namen. So suchten wir uns einen Unterstand, wo wir dann auch zu Mittag aßen (traditionell mit den Fingern)
Nachdem sich der Regen wieder etwas gelegt hatte, arbeiteten wir noch etwas weiter – wobei die ganze Arbeit ziemlich aussichtslos und sinnlos schien – und dann gings zurück ins Dorf. Später führte uns To noch zur „Heiligen Quelle“, die das Dorf mit Trinkwasser versorgte.

Workcamp in Chiang Rai - Die ersten Tage

13.07. und 14.07.

Montag:

Der erste Tag des Workcamps war ja mal zur Ankunft gedacht. Mein Flieger kam auch planmäßig um 12:20 Ortszeit in Chiang Mai an. Da Chiang Mai ein bekannterer Touristenort in Thailand ist, dachte ich ich könnte dort noch ein paar Sachen kaufen, die wir fürs Workcamp brauchen und ich nicht mitgebracht hatte, wie zB Schlafsack, Mosquitonetz, Regenjacke und Matte. Allerdings war der Flughafen doch nicht so groß und eigentlich sollte ich auch so früh wie möglich am Treffpunkt in Chiang Rai sein. Daher nahm ich einfach das nächste Taxi in die Stadt und von dort den ersten Bus nach Chiang Rai. Witzigerweise kostete das Taxi für die 10 min zur Bushaltestelle genauso viel wie die 3 Std Busfahrt nach Chiang Rai.

Dort angekommen erwartete mich dann schon der 1. Schock, als ich die Haltestelle entlangging auf der Suche nach anderen Teilnehmern: ein völlig überdrehter, verschwitzter, ständig plappernder, langhaariger, ungepflegter Typ der ziemlich geschäftig nach irgendwas in seinem überdimensionalen Rucksack suchte. Erst mal ging ich auch einfach weiter Richtung WC. Doch als ich später zurückkam, war ich mir sicher, dass das meine Gruppe war. Noch dabei war zum Glück unser Workcampleiter To und eine Holländerin Janneke. Aber natürlich auch der andere Typ namens Niels, ebenfalls aus Holland. Wir mussten aber noch auf zwei weitere Teilnehmer warten, Alexis aus Frankreich und Rosa aus Spanien. Als wir dann alle beisammen hatten, fuhren wir auf der Ladefläche eines Pickups zu einer Waisenstation in einem Akha-Dorf in den Hügeln. Dort warteten schon die anderen Teilnehmer, die bereits rechtzeitig um 10:00 am Treffpunkt gewesen waren. Da waren Kate und Peter (ein älteres Paar um die 60 aus Colorado/USA), Melanie, Audrey und Virginie (alle aus Frankreich), Wonmi aus Korea, Taylor und Ashley (aus Vermont/USA) und Max (halb deutsch, halb Amerikaner, lebt in Holland).


Wir wohnten dort aufgeteilt auf zwei Hütten, eine davon war eine Waisenstation und es waren dort auch die ganze Zeit ein paar Kinder vom Ort zum Fernsehn oder einfach um auf uns zu warten und zu begutachten. Zum Abendessen gabs dann Reis mit Grünzeug und Fleisch (wie gewohnt aus Taiwan), nur etwas weniger ansehnlich präsentiert *g*. Das war aber noch nicht unser endgültiger Campplatz, da der eigentliche Ort an diesem Tag wegen der Regenfälle nicht zugänglich war - es herrscht Regensaison!!So schliefen wir die erste Nacht schon relativ früh, da es natürlich auch nicht wirklich Strom oder so gab. Unser Bett war im Prinzip der Boden plus eventuell mitgebrachten Matten und Schlafsäcken, in meinem Fall meine Kuhfleckendecke, die ich noch daheim geschenkt bekommen hatte. Aber ich überlebte die Nacht.


Dienstag:

Am nächsten Tag gegen 7:00 hieß es erst mal waschen in einer Hütte (gleichzeitig Klo). Dort stand einfach eine Tonne mit Wasser und einer größeren Kelle, mit der man sich das Wasser über den Körper schütten konnte, als Dusche. Nach dem Frühstück (das selbe wie das Abendessen plus Spiegeleiern) mussten wir wieder alles zusammenpacken und auf die zwei Pickups laden. Dann fuhren wir damit zu unserem Dorf. Schließlich kamen wir an der Stelle an, die es tags zuvor unmöglich gemacht hatte, zum Dorf zu gelangen, ein kleiner Fluss mit einer abenteuerlichen Brücke darüber, davor und dahinter ein lehmiger, rutschiger Hang mit jeder Menge Spurrinnen und Schlaglöchern. Somit hatten wir schon unser erstes Projekt vor uns: Brücke reparieren mit frischen Planken und ein paar Steine ranschaffen um die Löcher auszufüllen. Mit viel schwarzem Rauch und jeder Menge Muskelkraft schafften wir es endlich auch die beiden Autos durchzubringen.


Danach gings weitere ca 20 min über übelste Straßen und steile Steigungen und öfters nur mit Hilfe von Muskelkraft zu unserem Camp-Ort.

Wir waren dann schon relativ froh, unser echt nettes Bambushaus zu sehen, wo wir die nächsten Nächte verbringen würden. Außerdem hatten wir einen Fluß gleich daneben, alles war etwas offener (nicht so mitten im Wald wie das andere Dorf) und die Akha-Leute sahen auch ganz freundlich aus. So bezogen wir am Vormittag erst unsere Schlafstätte, sogar mit Feuerplatz drin und weit größer als die letzte. Der Boden war auch angenehm biegsam, da alles aus Bambus gebaut war.

Voller Motivation machten wir uns nach dem Einzug gleich an die Arbeit, zu Tos Überraschung. Erstes (richtiges) Projekt war, einen Swimmingpool zu graben im Fluss und den Sand am Platz vor unserem Haus zu sammeln für später. Der Peter übernahm gleich das Kommando, ob das eine gute Idee war, ist allerdings zu bezweifeln. Im Prinzip gruben wir nur die ganze Zeit Sand aus dem Flussbett, den wir dann in Säcke füllten und mühsam über den lehmigen, rutschigen Hang nach oben auf den Platz trugen.

Zwischendurch gabs mal kurz 'ne Mittagspause. Der To stimmte uns auch gleich drauf ein, dass hier im Akha-Dorf jede Mahlzeit aus Reis bestehen würde, dazu gabs dann entweder Gurken, Grünzeug (würde das eher als Unkraut mit kleinen Dornen beschreiben), Tomaten, Kohl und Hühner- oder Schweinefleisch, zum Frühstück auch regelmäßig Spiegeleier. Nach dem Mittagessen einschließlich einstündiger Pause (von den Akha vorgeschrieben, da diese zu dieser Zeit regelmäßig ein Mittagsschläfchen halten) fuhren wir mit unserer Arbeit fort bis zum Abendessen. Danach erklärte uns To den Plan für die kommenden Tage und jeder musste sich vorstellen und etwas über sich erzählen. Da es danach eh schon finster war, konnten wir nur noch rasch waschen und ins „Bett" gehen.

Dienstag, 28. Juli 2009

Zwischenstopp in Kuala Lumpur

Sonntag 12. Juli:

Am frühen Nachmittag kam ich in Kuala Lumpur an bzw zumindest am Flughafen. Von dort hatte ich den Shuttle in die Stadt gebucht, wobei ich aber nicht darauf vorbereitet war, dass dieser 1:15 Std brauchen würde. Da war ich schon etwas am Zweifeln, ob ich da wirklich im richtigen Bus saß. Schließlich kam ich aber doch am Busbahnhof an. Innerhalb der Stadt gibts die sogenannte Monorail, eine aufgeständerte Einschienenbahn, die quer durch die Innenstadt führt.
Im Hostel angekommen rastete ich erst mal eine Weile und genoss das unzensierte Internet in Malaysia. Später bekam ich dann Hunger und idealerweise lernte ich in diesem Moment meinen Zimmerkollegen kennen, ein Kanadier, mit dem ich was Abendessen ging. Auf der Speisekarte entdeckte ich zufällig „Bullfrog“ und dachte, das muss ich jetzt einfach ausprobieren. Und ehrlich, wenn man nicht weiß, dass das Frosch ist, würde man meinen es ist Hühnchen. Schmeckt jedenfalls gut.
Da ich weder Zeit noch Lust auf eine großartige Erkundungstour durch die Stadt hatte, machte ich nach dem Essen nur noch schnell einen Abstecher nach Chinatown, wo ich mir erhoffte auf dem Markt noch ein paar Sachen zu finden, die fürs Workcamp nötig waren, wie zB ein Schlafsack. Fündig wurde ich leider nicht, aber ein T-Shirt war immerhin drin.
Danach fuhr ich zurück zum Hostel, wo ich noch etwas Internet surfte und schließlich schlafen ging, denn am nächsten Morgen musste ich schon wieder früh raus, nachdem ich wusste, wie lang der Shuttle zum Flughafen brauchte und mein Flieger nach Chiang Mai (Thailand) ging ja schon um 10:40 Uhr.

Mein Eindruck von Kuala Lumpur war jedenfalls anders als erwartet. In Malaysia gibt es ja eine große islamische Mehrheit und daher viele Muslime überall. Aber gerade in KL trifft man überall auf Menschen verschiedenster Rassen und viele Europäer und Amerikaner, was mich etwas verwunderte. Bin jedenfalls schon gespannt darauf, mehr von KL zu sehen, wenn ich im August wieder herkomme.

Nächste Station war jetzt Chiang Rai in Thailand, wo ich 2 Wochen in einem Workcamp verbringen würde und wieder eine neue Kultur, ein neues Land und neue Leute auf mich warteten.

Sonntag, 26. Juli 2009

In 海南 Hainan mit Johns Familie_Teil II

9. bis 12. Juli

Donnerstag:

Frühmorgens kam schon wieder der Weckruf für John und mich. Für uns zwei galt es den 七仙山 Qixianshan 7-Feen-Berg zu erklimmen, dessen 7 Gipfel man von unserem Bungalow schon sehen konnte.
Und obwohl wir noch ziemlich früh dran waren, brachte uns das feuchtschwüle Klima und die steilen Stufen ordentlich ins Schwitzen.

So gings vorbei an Bananenstauden und jeder Menge anderer tropischer Bäume und Lianen bis wir am Ausscichtspunkt am Ende des Pfades ankamen. Chinesischer Übervorsicht entsprechend stand dort wieder mal ein Schild, dass der Weg am Stahlseil ganz zur Spitze verboten war. Als ich dann aber hörte, dass oben noch jemand anderer war, ließ ich mich auch von John nicht mehr zurückhalten und kletterte ganz nach oben, von wo man wirklich eine schöne Aussicht hatte, leider hatte ich aber meine Kamera bei John unten gelassen. Schließlich überwand sich John aber auch noch ein paar Meter nach oben klettern.
Auf dem Rückweg talwärts wurde es wieder schwüler und schwüler und so musste ich von Zeit zu Zeit wieder mal mein T-Shirt auswinden (aus dem ich bestimmt schon ½ Liter Wasser rausgepresst hatte) und im Bach mit dem eiskalten Wasser wusch und zugleich etwas abkühlte.
Am Fuß des Berges angekommen, gab Johns Schuh keine Minute zu früh auch den Geist auf und verlor die ganze Sohle *g*. Dann verbrachten wir wieder eine Stunde im Auto bis wir rechtzeitig zu Mittag ein „Restaurant“ in einem kleinen Ort auf dem Weg aufsuchten. Dort sagte man uns, wir müssten die Zutaten wie Fleisch selber auf dem angrenzenden Markt besorgen. Das war zugleich auch einer der schlimmsten Orte, die ich je betreten musste und mir kurzzeitig echt jeden Appetit verdarben, wie Würmer jeder Dicke und Länge, Schnecken, die noch aus den Schüsseln rauskrochen, verschiedenste Fische und Fischteile etc etc und sogar diese komische Schildkröte:

Zum Glück nahmen Johns Eltern doch etwas Rücksicht auf meinen europäischen Gaumen und kauften relativ gewöhnlichen Fisch und Muscheln und Schweinefleisch. Zum Nachspülen gabs hausgemachten Reisschnaps.

Mit vollem Magen legten wir die letzten Kilometer der Strecke nach Sanya zurück, wo John und ich zunächst durch ein Muschelmuseum gingen. Beim Ausgang durfte ich dann zum ersten Mal den Blick auf den wirklich fast perfekten Strand von Sanya genießen. 三亞 Sanya ist zugleich beliebter Urlaubsort für viele Russen, hat kristallklares Wasser, feinsten gelbweißen Sand und man kann bestimmt bis 100 m noch im Wasser stehen.
Allerdings hatten wir keine Badesachen mit. Daher fuhren wir weiter zu einem anderen Strand, wo man keinen Eintritt zahlen musste und somit auch die anderen gratis mit zum Strand kommen konnten.
Nach ca 1 Stunde im Wasser hatten wir schließlich genug und machten uns auf die Suche nach einem billigen Hotelzimmer. Nachdem wir fündig geworden waren und rasch unsere Sachen im Zimmer abstellten, fuhren wir in die Stadt zum Abendessen. Das typischste und beste Essen in Sanya waren verständlicherweise Meeresfrüchte, von denen es im Restaurant wieder mal jede Menge Auswahl an frischem, ekligen Getier gab, wie zB Sandwürmer, Krabben und Muscheln jeder Art und diese komischen Schnecken.
Johns Eltern entschieden sich für Krabbe und Muscheln und kaum zu glauben, Krabbe ist wirklich lecker und macht echt Spaß die Schale mit den Zähnen zu knacken und das weiße Fleisch rauszuziehen.
Die Schalenstücke und alles andere, was nicht in den Magen wandern soll, werden nach chinesischer Manier einfach auf den Tisch gespuckt. John schoss sogar ein Foto als Beweismaterial, um zu zeigen, dass ich wirklich Krabbe und Muscheln gegessen hatte, was für etwas Überraschung sorgte.


Freitag:
John hatte sich ja echt Mühe gemacht, den perfekten Rundtrip durch Hainan für mich zusammenzustellen. Als einer der Höhepunkte hatte er einen Tauchlehrer kontaktiert, der uns die Unterwasserwelt von Sanya zeigen sollte. Zunächst führte uns der Weg aus der Stadt in ein Fischerdorf, wo uns unsere Tauchpartner erwarteten und wir erst mal in die Neoprenanzüge schlüpften. Dann gings mit dem Boot hinaus aus der Bucht und nach den ersten paar Metern überließ mir einer der Tauchlehrer schon das Steuer vom Boot.

Draußen im Meer gings ab ins Wasser und es war wirklich ein tolles Erlebnis, all die Korallen, Seeanemonen und eine Doro und einen Nemo aus der Nähe sehen zu können.

Leider wars nach ca 30 min schon wieder vorbei und wir tuckerten zurück in die Bucht und mit einer Art Tuk-Tuk zurück vom Ort nach Sanya, denn die Zeit drängte wieder mal. Zunächst gabs Mittagessen ... Hier Johns Mutter beim Verspeisen eines Entenschädels:
Als nächste Attraktion stand der 南山 Nanshan, Berg des Südens, auf dem Plan, der im Prinzip eigentlich kein Berg war, aber einen ganzen Tempelbezirk beherbergte und eine große Heiligenstatue.

Der Park war aber wirklich riesig und wird auch immer weiter ausgebaut, zur Zeit wird gerade eine Pagode und ein neues Tempelgebäude errichtet. Leider war die Statue an diesem Tag nicht zugänglich, normalerweise kann man in sie hineingehen. Aber allein schon der Anblick aus der Ferne, wie sie aus dem Meer ragt, mit vier Gesichtern in alle Himmelsrichtungen, war schon beeindruckend.
Nach dem Park brachen wir wieder auf, um Johns Schwester aus der Stadt abzuholen, die unerwarteterweise doch nach Sanya kommen und mit uns gemeinsam die letzten zwei Tage verbringen konnte. Nachdem wir sie endlich gefunden hatten, gings direkt weiter zum Abendessen. Wieder gabs Muscheln, Krabbe und Steinfisch, und der Fisch war echt lecker.
Als Nachspeise kaufte ich mir noch eine Zuckerrohrstange bei einer Straßenhändlerin.
Später gingen wir noch etwas Shoppen und danach zurück ins Hotel, um uns für den letzten Tag auszuruhen. Hier noch ein Foto vom Lift in unserem Hotel. Das Witzige daran: Es fehlen die Nummern 4, 13, 14 und 18 ... chinesischer Aberglaube vermutlich:

Samstag:
So schnell vergeht die Zeit und es war schon wieder der letzte richtige Tag in Hainan. Wir packten unsere Sachen wieder ins Auto und fuhren nach dem Frühstück zur sogenannten „Monkey Island“, eine Art Park auf einer Insel, in dem um die 2000 Affen leben.

Das war wohl auch einer der Höhepunkte unserer Reise - für alle, denn die anderen waren vorher auch noch nie in dem Park gewesen. Unter anderem gab es auch Affenshows:
Eigentlich hatte ich mir erhofft, dass man die Affen richtig anfassen kann und so, nur leider musste ich bald erfahren, dass das (so wie vieles anderes in China) auch verboten war und vermutlich auch etwas gefährlich. Denn manche Affen waren echt aggressiv und angriffslustig, wenn man ihnen zu nahe kam.

Für diejenigen, die tatsächlich einen Besucher angriffen, gab es ein eigenes Affengefängnis:
Auf jeden Fall hatten wir jede Menge Spaß mit den Tieren, vor allem da sie wirklich überall lauerten, in den Buschen, auf den Ästen, in Mülltonnen ... Dann mussten wir aber doch wieder los und uns auf den Heimweg machen, denn von Sanya bis Haikou waren es auch wieder ca 4 Stunden Autofahrt. Als kleinen Reisesnack gabs 芋頭Yutou (= Taro, Wasserbrotwurzel), eine Art mehlige Kartoffel, nur dass sie innen weiß und lila-gräulich ist.
Hier noch etwas, was mir stark aufgefallen ist in Hainan: Männer die einfach ihre Hemden hochrollen, um den mehr oder weniger großen Wanst kühlen ... das hätte es in Taiwan nicht gegeben:
In Haikou angekommen, fuhren wir zum Arbeitsplatz von Johns Mutter und deren Mutter, einem Stoffmarkt. Dort halfen wir alle zusammen, die Stoffrollen wegzuräumen und den Laden zu schließen.
Danach fuhren wir in das Hotel, wo wir am ersten Morgen das Frühstücksbuffet hatten. Dort hatten sie einen eigenen Raum für uns reserviert und noch ein paar Verwandte eingeladen, um zum letzten Mal gemeinsam Abend zu essen. Unter anderem gabs Enten-(oder Gänse-??)-Zungen:
Und das war die versammelte Gruppe, da könnt ihr euch nicht vorstellen, was die für einen Lärm machten und Fragen stellten und lachten ... Chinesen halt, einfach laut!
Nach dem Essen gingen wir noch ein bisschen im Park spazieren, um die Zeit zu vertreiben, denn erst nachts gab es den typischen Hainan-Nachtsnack: Kokosmilch oder –wasser mit verschiedenen Zutaten, je nach Belieben (uA Erdnüsse, Bobba, Wachtelei, Nudeln, rote und grüne Bohnen und und und ...).

Sonntag:
... war ein etwas melancholischer Tag. Am Morgen hatte ich noch mit John und seinen Eltern Frühstücksbuffet im Hotel und dann fuhren wir direkt zum Flughafen, denn um 10:50 sollte schon mein Flieger nach Kuala Lumpur gehen. Zum Zeitpunkt des Abschieds realisierte ich dann eigentlich erst richtig, dass damit mein Semester in Taiwan endgültig vorbei war und ich Sarah und John nie mehr bzw mit großer Unsicherheit und wenn dann erst irgendwann in ein paar Jahren wieder sehen könnte. Vorher war das alles für mich gar nicht so präsent, da ich wohl auch zu beschäftigt war mit Reisevorbereitungen und ich eher meine nächsten Ziele vor Augen hatte. War dann schon ein ziemlich komisches Gefühl, wieder ganz allein zu sein und zudem hatte ich jede Menge Wartezeit am Flughafen und im Flieger, um die ganzen 5 Monate im Kopf revue passieren zu lassen.


Mein Resumee zu diesen Tagen in Hainan: Ich war wirklich beeindruckt, wie viel Mühe sich John und seine Familie gemacht hatten, mir die schönsten und interessantesten Plätze ihrer Heimatprovinz zu zeigen und mich ihrer Familie vorzustellen. Außerdem bekam ich zum ersten Mal wirklich arme und auf den Straßen lebende Menschen zu sehen, so wie man es öfters nur im Fernsehn sieht.

Was mir auch auffiel war, dass die Chinesen dort entweder schüchterner oder Westerners gegenüber nicht so aufgeschlossen sind, wie ich es in Taiwan erfahren hatte. So kam es eher mal vor, dass ich an einen Ort kam und ein Kind plötzlich erschrocken rief: „媽媽,外國人! Mama, Waiguoren!!!“, was übersetzt heißt „Mama, ein Ausländer!!!“. War irgendwie süß, aber auch ein bisschen erschreckend.

Einziger Wermutstropfen war, dass Johns Familie leider alle nicht wirklich Englisch sprechen konnten und zum Teil sogar Probleme hatten, mit mir auf Chinesisch zu kommunizieren, da es in Hainan wieder einen eigenen Dialekt gibt, der sehr stark vom Mandarin abweicht. Daher hab ich auch bei 99,9 % der Gespräche kein einziges Wort verstanden. Das war wirklich schade.

Was ich jedenfalls in meiner kurzen Zeit in China entschieden habe ist, dass ich auf jeden Fall irgendwann mal eine richtige Reise durch China machen möchte und dabei hoffentlich auch Gelegenheit habe, meine liebgewonnenen chinesischen Freunde wiederzusehen. Doch jetzt gings erst mal weiter nach Kuala Lumpur und damit in eine völlig neue Welt ...