Donnerstag:
Frühmorgens kam schon wieder der Weckruf für John und mich. Für uns zwei galt es den 七仙山 Qixianshan 7-Feen-Berg zu erklimmen, dessen 7 Gipfel man von unserem Bungalow schon sehen konnte.
Und obwohl wir noch ziemlich früh dran waren, brachte uns das feuchtschwüle Klima und die steilen Stufen ordentlich ins Schwitzen.
So gings vorbei an Bananenstauden und jeder Menge anderer tropischer Bäume und Lianen bis wir am Ausscichtspunkt am Ende des Pfades ankamen. Chinesischer Übervorsicht entsprechend stand dort wieder mal ein Schild, dass der Weg am Stahlseil ganz zur Spitze verboten war. Als ich dann aber hörte, dass oben noch jemand anderer war, ließ ich mich auch von John nicht mehr zurückhalten und kletterte ganz nach oben, von wo man wirklich eine schöne Aussicht hatte, leider hatte ich aber meine Kamera bei John unten gelassen. Schließlich überwand sich John aber auch noch ein paar Meter nach oben klettern.
Auf dem Rückweg talwärts wurde es wieder schwüler und schwüler und so musste ich von Zeit zu Zeit wieder mal mein T-Shirt auswinden (aus dem ich bestimmt schon ½ Liter Wasser rausgepresst hatte) und im Bach mit dem eiskalten Wasser wusch und zugleich etwas abkühlte.
Am Fuß des Berges angekommen, gab Johns Schuh keine Minute zu früh auch den Geist auf und verlor die ganze Sohle *g*. Dann verbrachten wir wieder eine Stunde im Auto bis wir rechtzeitig zu Mittag ein „Restaurant“ in einem kleinen Ort auf dem Weg aufsuchten. Dort sagte man uns, wir müssten die Zutaten wie Fleisch selber auf dem angrenzenden Markt besorgen. Das war zugleich auch einer der schlimmsten Orte, die ich je betreten musste und mir kurzzeitig echt jeden Appetit verdarben, wie Würmer jeder Dicke und Länge, Schnecken, die noch aus den Schüsseln rauskrochen, verschiedenste Fische und Fischteile etc etc und sogar diese komische Schildkröte:

Zum Glück nahmen Johns Eltern doch etwas Rücksicht auf meinen europäischen Gaumen und kauften relativ gewöhnlichen Fisch und Muscheln und Schweinefleisch. Zum Nachspülen gabs hausgemachten Reisschnaps.
Mit vollem Magen legten wir die letzten Kilometer der Strecke nach Sanya zurück, wo John und ich zunächst durch ein Muschelmuseum gingen. Beim Ausgang durfte ich dann zum ersten Mal den Blick auf den wirklich fast perfekten Strand von Sanya genießen. 三亞 Sanya ist zugleich beliebter Urlaubsort für viele Russen, hat kristallklares Wasser, feinsten gelbweißen Sand und man kann bestimmt bis 100 m noch im Wasser stehen.
Allerdings hatten wir keine Badesachen mit. Daher fuhren wir weiter zu einem anderen Strand, wo man keinen Eintritt zahlen musste und somit auch die anderen gratis mit zum Strand kommen konnten.

Und obwohl wir noch ziemlich früh dran waren, brachte uns das feuchtschwüle Klima und die steilen Stufen ordentlich ins Schwitzen.
So gings vorbei an Bananenstauden und jeder Menge anderer tropischer Bäume und Lianen bis wir am Ausscichtspunkt am Ende des Pfades ankamen. Chinesischer Übervorsicht entsprechend stand dort wieder mal ein Schild, dass der Weg am Stahlseil ganz zur Spitze verboten war. Als ich dann aber hörte, dass oben noch jemand anderer war, ließ ich mich auch von John nicht mehr zurückhalten und kletterte ganz nach oben, von wo man wirklich eine schöne Aussicht hatte, leider hatte ich aber meine Kamera bei John unten gelassen. Schließlich überwand sich John aber auch noch ein paar Meter nach oben klettern.
Auf dem Rückweg talwärts wurde es wieder schwüler und schwüler und so musste ich von Zeit zu Zeit wieder mal mein T-Shirt auswinden (aus dem ich bestimmt schon ½ Liter Wasser rausgepresst hatte) und im Bach mit dem eiskalten Wasser wusch und zugleich etwas abkühlte.
Am Fuß des Berges angekommen, gab Johns Schuh keine Minute zu früh auch den Geist auf und verlor die ganze Sohle *g*. Dann verbrachten wir wieder eine Stunde im Auto bis wir rechtzeitig zu Mittag ein „Restaurant“ in einem kleinen Ort auf dem Weg aufsuchten. Dort sagte man uns, wir müssten die Zutaten wie Fleisch selber auf dem angrenzenden Markt besorgen. Das war zugleich auch einer der schlimmsten Orte, die ich je betreten musste und mir kurzzeitig echt jeden Appetit verdarben, wie Würmer jeder Dicke und Länge, Schnecken, die noch aus den Schüsseln rauskrochen, verschiedenste Fische und Fischteile etc etc und sogar diese komische Schildkröte:
Zum Glück nahmen Johns Eltern doch etwas Rücksicht auf meinen europäischen Gaumen und kauften relativ gewöhnlichen Fisch und Muscheln und Schweinefleisch. Zum Nachspülen gabs hausgemachten Reisschnaps.
Mit vollem Magen legten wir die letzten Kilometer der Strecke nach Sanya zurück, wo John und ich zunächst durch ein Muschelmuseum gingen. Beim Ausgang durfte ich dann zum ersten Mal den Blick auf den wirklich fast perfekten Strand von Sanya genießen. 三亞 Sanya ist zugleich beliebter Urlaubsort für viele Russen, hat kristallklares Wasser, feinsten gelbweißen Sand und man kann bestimmt bis 100 m noch im Wasser stehen.
Allerdings hatten wir keine Badesachen mit. Daher fuhren wir weiter zu einem anderen Strand, wo man keinen Eintritt zahlen musste und somit auch die anderen gratis mit zum Strand kommen konnten.
Nach ca 1 Stunde im Wasser hatten wir schließlich genug und machten uns auf die Suche nach einem billigen Hotelzimmer. Nachdem wir fündig geworden waren und rasch unsere Sachen im Zimmer abstellten, fuhren wir in die Stadt zum Abendessen. Das typischste und beste Essen in Sanya waren verständlicherweise Meeresfrüchte, von denen es im Restaurant wieder mal jede Menge Auswahl an frischem, ekligen Getier gab, wie zB Sandwürmer, Krabben und Muscheln jeder Art und diese komischen Schnecken.
Johns Eltern entschieden sich für Krabbe und Muscheln und kaum zu glauben, Krabbe ist wirklich lecker und macht echt Spaß die Schale mit den Zähnen zu knacken und das weiße Fleisch rauszuziehen.Die Schalenstücke und alles andere, was nicht in den Magen wandern soll, werden nach chinesischer Manier einfach auf den Tisch gespuckt. John schoss sogar ein Foto als Beweismaterial, um zu zeigen, dass ich wirklich Krabbe und Muscheln gegessen hatte, was für etwas Überraschung sorgte.
Freitag:
John hatte sich ja echt Mühe gemacht, den perfekten Rundtrip durch Hainan für mich zusammenzustellen. Als einer der Höhepunkte hatte er einen Tauchlehrer kontaktiert, der uns die Unterwasserwelt von Sanya zeigen sollte. Zunächst führte uns der Weg aus der Stadt in ein Fischerdorf, wo uns unsere Tauchpartner erwarteten und wir erst mal in die Neoprenanzüge schlüpften. Dann gings mit dem Boot hinaus aus der Bucht und nach den ersten paar Metern überließ mir einer der Tauchlehrer schon das Steuer vom Boot.
Draußen im Meer gings ab ins Wasser und es war wirklich ein tolles Erlebnis, all die Korallen, Seeanemonen und eine Doro und einen Nemo aus der Nähe sehen zu können.
Leider wars nach ca 30 min schon wieder vorbei und wir tuckerten zurück in die Bucht und mit einer Art Tuk-Tuk zurück vom Ort nach Sanya, denn die Zeit drängte wieder mal. Zunächst gabs Mittagessen ... Hier Johns Mutter beim Verspeisen eines Entenschädels:
Als nächste Attraktion stand der 南山 Nanshan, Berg des Südens, auf dem Plan, der im Prinzip eigentlich kein Berg war, aber einen ganzen Tempelbezirk beherbergte und eine große Heiligenstatue.
Der Park war aber wirklich riesig und wird auch immer weiter ausgebaut, zur Zeit wird gerade eine Pagode und ein neues Tempelgebäude errichtet. Leider war die Statue an diesem Tag nicht zugänglich, normalerweise kann man in sie hineingehen. Aber allein schon der Anblick aus der Ferne, wie sie aus dem Meer ragt, mit vier Gesichtern in alle Himmelsrichtungen, war schon beeindruckend.
Nach dem Park brachen wir wieder auf, um Johns Schwester aus der Stadt abzuholen, die unerwarteterweise doch nach Sanya kommen und mit uns gemeinsam die letzten zwei Tage verbringen konnte. Nachdem wir sie endlich gefunden hatten, gings direkt weiter zum Abendessen. Wieder gabs Muscheln, Krabbe und Steinfisch, und der Fisch war echt lecker.
Als Nachspeise kaufte ich mir noch eine Zuckerrohrstange bei einer Straßenhändlerin.
Später gingen wir noch etwas Shoppen und danach zurück ins Hotel, um uns für den letzten Tag auszuruhen. Hier noch ein Foto vom Lift in unserem Hotel. Das Witzige daran: Es fehlen die Nummern 4, 13, 14 und 18 ... chinesischer Aberglaube vermutlich:
Samstag:
So schnell vergeht die Zeit und es war schon wieder der letzte richtige Tag in Hainan. Wir packten unsere Sachen wieder ins Auto und fuhren nach dem Frühstück zur sogenannten „Monkey Island“, eine Art Park auf einer Insel, in dem um die 2000 Affen leben.
Das war wohl auch einer der Höhepunkte unserer Reise - für alle, denn die anderen waren vorher auch noch nie in dem Park gewesen. Unter anderem gab es auch Affenshows:
Eigentlich hatte ich mir erhofft, dass man die Affen richtig anfassen kann und so, nur leider musste ich bald erfahren, dass das (so wie vieles anderes in China) auch verboten war und vermutlich auch etwas gefährlich. Denn manche Affen waren echt aggressiv und angriffslustig, wenn man ihnen zu nahe kam.
Für diejenigen, die tatsächlich einen Besucher angriffen, gab es ein eigenes Affengefängnis:
Auf jeden Fall hatten wir jede Menge Spaß mit den Tieren, vor allem da sie wirklich überall lauerten, in den Buschen, auf den Ästen, in Mülltonnen ... Dann mussten wir aber doch wieder los und uns auf den Heimweg machen, denn von Sanya bis Haikou waren es auch wieder ca 4 Stunden Autofahrt. Als kleinen Reisesnack gabs 芋頭Yutou (= Taro, Wasserbrotwurzel), eine Art mehlige Kartoffel, nur dass sie innen weiß und lila-gräulich ist.
Hier noch etwas, was mir stark aufgefallen ist in Hainan: Männer die einfach ihre Hemden hochrollen, um den mehr oder weniger großen Wanst kühlen ... das hätte es in Taiwan nicht gegeben:
In Haikou angekommen, fuhren wir zum Arbeitsplatz von Johns Mutter und deren Mutter, einem Stoffmarkt. Dort halfen wir alle zusammen, die Stoffrollen wegzuräumen und den Laden zu schließen.
Danach fuhren wir in das Hotel, wo wir am ersten Morgen das Frühstücksbuffet hatten. Dort hatten sie einen eigenen Raum für uns reserviert und noch ein paar Verwandte eingeladen, um zum letzten Mal gemeinsam Abend zu essen. Unter anderem gabs Enten-(oder Gänse-??)-Zungen:
Und das war die versammelte Gruppe, da könnt ihr euch nicht vorstellen, was die für einen Lärm machten und Fragen stellten und lachten ... Chinesen halt, einfach laut!
Nach dem Essen gingen wir noch ein bisschen im Park spazieren, um die Zeit zu vertreiben, denn erst nachts gab es den typischen Hainan-Nachtsnack: Kokosmilch oder –wasser mit verschiedenen Zutaten, je nach Belieben (uA Erdnüsse, Bobba, Wachtelei, Nudeln, rote und grüne Bohnen und und und ...).
Sonntag:
... war ein etwas melancholischer Tag. Am Morgen hatte ich noch mit John und seinen Eltern Frühstücksbuffet im Hotel und dann fuhren wir direkt zum Flughafen, denn um 10:50 sollte schon mein Flieger nach Kuala Lumpur gehen. Zum Zeitpunkt des Abschieds realisierte ich dann eigentlich erst richtig, dass damit mein Semester in Taiwan endgültig vorbei war und ich Sarah und John nie mehr bzw mit großer Unsicherheit und wenn dann erst irgendwann in ein paar Jahren wieder sehen könnte. Vorher war das alles für mich gar nicht so präsent, da ich wohl auch zu beschäftigt war mit Reisevorbereitungen und ich eher meine nächsten Ziele vor Augen hatte. War dann schon ein ziemlich komisches Gefühl, wieder ganz allein zu sein und zudem hatte ich jede Menge Wartezeit am Flughafen und im Flieger, um die ganzen 5 Monate im Kopf revue passieren zu lassen.
Mein Resumee zu diesen Tagen in Hainan: Ich war wirklich beeindruckt, wie viel Mühe sich John und seine Familie gemacht hatten, mir die schönsten und interessantesten Plätze ihrer Heimatprovinz zu zeigen und mich ihrer Familie vorzustellen. Außerdem bekam ich zum ersten Mal wirklich arme und auf den Straßen lebende Menschen zu sehen, so wie man es öfters nur im Fernsehn sieht.
Was mir auch auffiel war, dass die Chinesen dort entweder schüchterner oder Westerners gegenüber nicht so aufgeschlossen sind, wie ich es in Taiwan erfahren hatte. So kam es eher mal vor, dass ich an einen Ort kam und ein Kind plötzlich erschrocken rief: „媽媽,外國人! Mama, Waiguoren!!!“, was übersetzt heißt „Mama, ein Ausländer!!!“. War irgendwie süß, aber auch ein bisschen erschreckend.
Einziger Wermutstropfen war, dass Johns Familie leider alle nicht wirklich Englisch sprechen konnten und zum Teil sogar Probleme hatten, mit mir auf Chinesisch zu kommunizieren, da es in Hainan wieder einen eigenen Dialekt gibt, der sehr stark vom Mandarin abweicht. Daher hab ich auch bei 99,9 % der Gespräche kein einziges Wort verstanden. Das war wirklich schade.
Was ich jedenfalls in meiner kurzen Zeit in China entschieden habe ist, dass ich auf jeden Fall irgendwann mal eine richtige Reise durch China machen möchte und dabei hoffentlich auch Gelegenheit habe, meine liebgewonnenen chinesischen Freunde wiederzusehen. Doch jetzt gings erst mal weiter nach Kuala Lumpur und damit in eine völlig neue Welt ...

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