Montag:
Der erste Tag des Workcamps war ja mal zur Ankunft gedacht. Mein Flieger kam auch planmäßig um 12:20 Ortszeit in Chiang Mai an. Da Chiang Mai ein bekannterer Touristenort in Thailand ist, dachte ich ich könnte dort noch ein paar Sachen kaufen, die wir fürs Workcamp brauchen und ich nicht mitgebracht hatte, wie zB Schlafsack, Mosquitonetz, Regenjacke und Matte. Allerdings war der Flughafen doch nicht so groß und eigentlich sollte ich auch so früh wie möglich am Treffpunkt in Chiang Rai sein. Daher nahm ich einfach das nächste Taxi in die Stadt und von dort den ersten Bus nach Chiang Rai. Witzigerweise kostete das Taxi für die 10 min zur Bushaltestelle genauso viel wie die 3 Std Busfahrt nach Chiang Rai.
Dienstag:
Am nächsten Tag gegen 7:00 hieß es erst mal waschen in einer Hütte (gleichzeitig Klo). Dort stand einfach eine Tonne mit Wasser und einer größeren Kelle, mit der man sich das Wasser über den Körper schütten konnte, als Dusche. Nach dem Frühstück (das selbe wie das Abendessen plus Spiegeleiern) mussten wir wieder alles zusammenpacken und auf die zwei Pickups laden. Dann fuhren wir damit zu unserem Dorf. Schließlich kamen wir an der Stelle an, die es tags zuvor unmöglich gemacht hatte, zum Dorf zu gelangen, ein kleiner Fluss mit einer abenteuerlichen Brücke darüber, davor und dahinter ein lehmiger, rutschiger Hang mit jeder Menge Spurrinnen und Schlaglöchern. Somit hatten wir schon unser erstes Projekt vor uns: Brücke reparieren mit frischen Planken und ein paar Steine ranschaffen um die Löcher auszufüllen. Mit viel schwarzem Rauch und jeder Menge Muskelkraft schafften wir es endlich auch die beiden Autos durchzubringen.
Danach gings weitere ca 20 min über übelste Straßen und steile Steigungen und öfters nur mit Hilfe von Muskelkraft zu unserem Camp-Ort.
Wir waren dann schon relativ froh, unser echt nettes Bambushaus zu sehen, wo wir die nächsten Nächte verbringen würden. Außerdem hatten wir einen Fluß gleich daneben, alles war etwas offener (nicht so mitten im Wald wie das andere Dorf) und die Akha-Leute sahen auch ganz freundlich aus. So bezogen wir am Vormittag erst unsere Schlafstätte, sogar mit Feuerplatz drin und weit größer als die letzte. Der Boden war auch angenehm biegsam, da alles aus Bambus gebaut war.
Voller Motivation machten wir uns nach dem Einzug gleich an die Arbeit, zu Tos Überraschung. Erstes (richtiges) Projekt war, einen Swimmingpool zu graben im Fluss und den Sand am Platz vor unserem Haus zu sammeln für später. Der Peter übernahm gleich das Kommando, ob das eine gute Idee war, ist allerdings zu bezweifeln. Im Prinzip gruben wir nur die ganze Zeit Sand aus dem Flussbett, den wir dann in Säcke füllten und mühsam über den lehmigen, rutschigen Hang nach oben auf den Platz trugen.
Zwischendurch gabs mal kurz 'ne Mittagspause. Der To stimmte uns auch gleich drauf ein, dass hier im Akha-Dorf jede Mahlzeit aus Reis bestehen würde, dazu gabs dann entweder Gurken, Grünzeug (würde das eher als Unkraut mit kleinen Dornen beschreiben), Tomaten, Kohl und Hühner- oder Schweinefleisch, zum Frühstück auch regelmäßig Spiegeleier. Nach dem Mittagessen einschließlich einstündiger Pause (von den Akha vorgeschrieben, da diese zu dieser Zeit regelmäßig ein Mittagsschläfchen halten) fuhren wir mit unserer Arbeit fort bis zum Abendessen. Danach erklärte uns To den Plan für die kommenden Tage und jeder musste sich vorstellen und etwas über sich erzählen. Da es danach eh schon finster war, konnten wir nur noch rasch waschen und ins „Bett" gehen.

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