.

Freitag, 31. Juli 2009

Workcamp in Chiang Rai - Die ersten Tage

13.07. und 14.07.

Montag:

Der erste Tag des Workcamps war ja mal zur Ankunft gedacht. Mein Flieger kam auch planmäßig um 12:20 Ortszeit in Chiang Mai an. Da Chiang Mai ein bekannterer Touristenort in Thailand ist, dachte ich ich könnte dort noch ein paar Sachen kaufen, die wir fürs Workcamp brauchen und ich nicht mitgebracht hatte, wie zB Schlafsack, Mosquitonetz, Regenjacke und Matte. Allerdings war der Flughafen doch nicht so groß und eigentlich sollte ich auch so früh wie möglich am Treffpunkt in Chiang Rai sein. Daher nahm ich einfach das nächste Taxi in die Stadt und von dort den ersten Bus nach Chiang Rai. Witzigerweise kostete das Taxi für die 10 min zur Bushaltestelle genauso viel wie die 3 Std Busfahrt nach Chiang Rai.

Dort angekommen erwartete mich dann schon der 1. Schock, als ich die Haltestelle entlangging auf der Suche nach anderen Teilnehmern: ein völlig überdrehter, verschwitzter, ständig plappernder, langhaariger, ungepflegter Typ der ziemlich geschäftig nach irgendwas in seinem überdimensionalen Rucksack suchte. Erst mal ging ich auch einfach weiter Richtung WC. Doch als ich später zurückkam, war ich mir sicher, dass das meine Gruppe war. Noch dabei war zum Glück unser Workcampleiter To und eine Holländerin Janneke. Aber natürlich auch der andere Typ namens Niels, ebenfalls aus Holland. Wir mussten aber noch auf zwei weitere Teilnehmer warten, Alexis aus Frankreich und Rosa aus Spanien. Als wir dann alle beisammen hatten, fuhren wir auf der Ladefläche eines Pickups zu einer Waisenstation in einem Akha-Dorf in den Hügeln. Dort warteten schon die anderen Teilnehmer, die bereits rechtzeitig um 10:00 am Treffpunkt gewesen waren. Da waren Kate und Peter (ein älteres Paar um die 60 aus Colorado/USA), Melanie, Audrey und Virginie (alle aus Frankreich), Wonmi aus Korea, Taylor und Ashley (aus Vermont/USA) und Max (halb deutsch, halb Amerikaner, lebt in Holland).


Wir wohnten dort aufgeteilt auf zwei Hütten, eine davon war eine Waisenstation und es waren dort auch die ganze Zeit ein paar Kinder vom Ort zum Fernsehn oder einfach um auf uns zu warten und zu begutachten. Zum Abendessen gabs dann Reis mit Grünzeug und Fleisch (wie gewohnt aus Taiwan), nur etwas weniger ansehnlich präsentiert *g*. Das war aber noch nicht unser endgültiger Campplatz, da der eigentliche Ort an diesem Tag wegen der Regenfälle nicht zugänglich war - es herrscht Regensaison!!So schliefen wir die erste Nacht schon relativ früh, da es natürlich auch nicht wirklich Strom oder so gab. Unser Bett war im Prinzip der Boden plus eventuell mitgebrachten Matten und Schlafsäcken, in meinem Fall meine Kuhfleckendecke, die ich noch daheim geschenkt bekommen hatte. Aber ich überlebte die Nacht.


Dienstag:

Am nächsten Tag gegen 7:00 hieß es erst mal waschen in einer Hütte (gleichzeitig Klo). Dort stand einfach eine Tonne mit Wasser und einer größeren Kelle, mit der man sich das Wasser über den Körper schütten konnte, als Dusche. Nach dem Frühstück (das selbe wie das Abendessen plus Spiegeleiern) mussten wir wieder alles zusammenpacken und auf die zwei Pickups laden. Dann fuhren wir damit zu unserem Dorf. Schließlich kamen wir an der Stelle an, die es tags zuvor unmöglich gemacht hatte, zum Dorf zu gelangen, ein kleiner Fluss mit einer abenteuerlichen Brücke darüber, davor und dahinter ein lehmiger, rutschiger Hang mit jeder Menge Spurrinnen und Schlaglöchern. Somit hatten wir schon unser erstes Projekt vor uns: Brücke reparieren mit frischen Planken und ein paar Steine ranschaffen um die Löcher auszufüllen. Mit viel schwarzem Rauch und jeder Menge Muskelkraft schafften wir es endlich auch die beiden Autos durchzubringen.


Danach gings weitere ca 20 min über übelste Straßen und steile Steigungen und öfters nur mit Hilfe von Muskelkraft zu unserem Camp-Ort.

Wir waren dann schon relativ froh, unser echt nettes Bambushaus zu sehen, wo wir die nächsten Nächte verbringen würden. Außerdem hatten wir einen Fluß gleich daneben, alles war etwas offener (nicht so mitten im Wald wie das andere Dorf) und die Akha-Leute sahen auch ganz freundlich aus. So bezogen wir am Vormittag erst unsere Schlafstätte, sogar mit Feuerplatz drin und weit größer als die letzte. Der Boden war auch angenehm biegsam, da alles aus Bambus gebaut war.

Voller Motivation machten wir uns nach dem Einzug gleich an die Arbeit, zu Tos Überraschung. Erstes (richtiges) Projekt war, einen Swimmingpool zu graben im Fluss und den Sand am Platz vor unserem Haus zu sammeln für später. Der Peter übernahm gleich das Kommando, ob das eine gute Idee war, ist allerdings zu bezweifeln. Im Prinzip gruben wir nur die ganze Zeit Sand aus dem Flussbett, den wir dann in Säcke füllten und mühsam über den lehmigen, rutschigen Hang nach oben auf den Platz trugen.

Zwischendurch gabs mal kurz 'ne Mittagspause. Der To stimmte uns auch gleich drauf ein, dass hier im Akha-Dorf jede Mahlzeit aus Reis bestehen würde, dazu gabs dann entweder Gurken, Grünzeug (würde das eher als Unkraut mit kleinen Dornen beschreiben), Tomaten, Kohl und Hühner- oder Schweinefleisch, zum Frühstück auch regelmäßig Spiegeleier. Nach dem Mittagessen einschließlich einstündiger Pause (von den Akha vorgeschrieben, da diese zu dieser Zeit regelmäßig ein Mittagsschläfchen halten) fuhren wir mit unserer Arbeit fort bis zum Abendessen. Danach erklärte uns To den Plan für die kommenden Tage und jeder musste sich vorstellen und etwas über sich erzählen. Da es danach eh schon finster war, konnten wir nur noch rasch waschen und ins „Bett" gehen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen