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Sonntag, 26. April 2009

Toilet Restaurant und Eating Contest

Diese Woche gabs eigentlich nur 2 Highlights: Das Toilet Restaurant und das Wettessen:

Ein weniger erfreuliches Highlight war das Investment-Quiz am Montag, aber das war abzusehen. Ich hab auch eine passende Ausrede: ich hab keinen "financial calculator"! Und unser Professor war so "nett" und hat uns Aufgaben mit bonds über 10 Jahre Laufzeit und halbjährlichen Zahlungen gestellt. Das heißt für die Berechnung musste ich zwanzig mal eine Formel in meinen gewöhnlichen Taschenrechner eingeben, womit ich fast schon an die Grenzen der Kapazität gekommen bin und 5 min mal nur auf die Berechnung des Ergebnisses warten musste. Bin ja mal gespannt, wie das Mid-Term Exam am Montag wird :-(. Na gut, genug langweiliges Gequatsche, interessiert eh keinen außer mir.

Am Mittwoch gingen wir also in dieses berühmte Klo-Restaurant mit dem Namen "Modern Toilet" bzw. 便所 biansuo, direkt übersetzt bedeutet das sowas wie "Platz der Erleichterung" (unter anderem).

Verwunderlich (oder auch nicht) war, dass es an diesem Tag außer uns keine anderen Gäste gab. Auf jeden Fall dreht sich in diesem Restaurant alles um das Thema "Klo". Wir saßen also auf Kloschüsseln, unsere Tische waren Badewannen (weil 廁所 - also Toilette - beschreibt im Chinesischen eigentlich den Raum, wo man aufs Klo geht. Und meist ist das Klo im Bad integriert, oft sogar so weit, dass beim Duschen alles nass wird - wegen fehlender Abgrenzung am Boden und fehlender Vorhänge oÄ - und somit gleichzeitig das Klo gereinigt wird *g* ... wie praktisch!). Ja und das Essen sollte selbstverständlich auch nach diesem Motto gestaltet sein.


Somit gabs das Hauptgericht aus einer Kloschüssel. Und das Dessert kam in Form von ihr wisst schon was in einem Stehklo.

War ganz witzig, trotzdem hatte ich für den Preis mehr erwartet, um ehrlich zu sein.

Und das zweite Highlight war das Wettessen am Donnerstag, das am Abend von den Studenten von unserem Department veranstaltet wurde. Und das war wirklich eklig. Hatte mich echt drauf gefreut und hatte richtig Hoffnungen, dass wir da schon unter die ersten 3 Plätze kommen würden, aber die Taiwanesen sind echt verrückt ... da heißt nur schaufeln, schaufeln, schaufeln, selbst wenns schon fast wieder hochkommt. Am besten ihr genießt die Videos, hab mich selber noch sehr amüsiert beim Ansehen.

Wir hatten (neben mir :-) ) auch eine wirklich starke Spielerin in unserem 5er-Team. Falls das Foto noch nicht alles sagt, dann vielleicht das Video *lol*:


In der ersten Runde, mussten wir nacheinander immer zum Tisch laufen, wo man dann immer den gerade vorgesetzten Teller leer essen musste. Wenn man den Mund voll hatte, hieß es zurücklaufen und der nächste aß weiter. Sobald dann ein Teller oder ein Becher leer war, kam der nächste "Gang". Auf dem ersten Teller gabs zum Einstimmen erst mal was Gesundes: Karotten und rohe Zwiebeln. Auf jeden Fall gabs jede jede Menge verschiedene Gerichte:



Wir waren dann eine der "glücklichen" 4 Gruppen (von ursprünglich 8), die in die nächste Runde durfte. Da gings dann drum, so schnell wie möglich ein französisches Baguette aufzuessen, diesmal alle gleichzeitig. Und einen Becher mit diesem bunten Glibber-Zeug, das ich schon mal in einem Blog erwähnt und gezeigt hab (siehe März: Department Students Party), wo ich mich aber diesmal verweigert habe, das noch mal zu essen. Die Pause zwischen 1. und 2. Runde durften wir dazu nützen, die Brote zu beschmieren:


Dafür gabs eine Auswahl aus verschiedenen Soßen (Ketchup, Majo, Senf, Schoko-, Gurken-, Soja-, Kräutersoße etc etc). Allerdings wussten wir nicht, welche Gruppe welches Brot kriegen würde.



Und in dieser Runde hieß es dann schon kämpfen. Denn erstens war das Brot etwas schwer zu kauen und zweitens waren wir alle ja eigentlich schon relativ "satt".



In die 3. und letzte Runde kamen wir "leider" nicht mehr. Da gings dann drum, ein großes Blech mit verschiedensten Nudeln und Meeresfrüchten und und und zu essen, alle gleichzeitig wieder. Wir machten also entweder den 3. oder 4. Platz. Aber im Endeffekt waren wir auch ganz froh drüber, denn der Anblick war schon nicht mehr schön. Bei den später Zweitplatzierten kam es schließlich, wie es kommen musste. Einer konnte es nicht mehr zurückhalten und hat ein schönes Häufchen Einheitsbrei auf dem Boden hinterlassen, eine wirklich ordentliche Portion muss ich sagen, aber trotz Hektik gut verdaut, wirklich!

... was ihn (die anderen schon) aber nicht davon abhalten sollte, danach noch weiterzukämpfen.

Sonst gabs nichts Aufregendes mehr diese Woche. Gestern Samstag war ich vormittags (ja ich bin freiwillig vor Mittag aufgestanden) noch mit Jennifer in der Bibliothek Film schauen (Indiana Jones) und den Rest des Tages verbrachte ich hauptsächlich sinnlos. Sarah und John waren auf einem weiteren Konzert den ganzen Tag und sonst hatte auch keiner Zeit. Hab also die Zeit (oder zumindest einen Teil davon) genutzt, mein Investments-Buch zu lesen.

Genauso wie heute *seufz*. Aber ab nächster Woche gehts wieder bergauf :-)

Mittwoch, 22. April 2009

Chinese Exams and "Wang Leehom"-Konzert

Woche 4月13日 - 4 月19日

Sorry für die Verspätungen in letzter Zeit, bin grad über eine Woche im Verzug *g*.
Letzte Woche hatte ich gleich mein erstes Mid-term Exam von meinem 3-Wochenstunden-Chinesisch-Kurs. War aber nicht schwer (für mich :-) ), weil wir im regulären Chinesisch-Kurs schon weiter sind. Mittlerweile weiß ich auch das Ergebnis: 98 % schriftlich! Ich finde 100 % wären fair gewesen, aber gut, war nix zu machen.

Auch der Osterhase kam gerade rechtzeitig Montag nachts um 23:00 noch in mein Zimmer und brachte mir 2 Pakete, gefüllt mit allerlei leckeren und nützlichen (Taschenrechner) Dingen.

Dieser lila Hase hat die Reise leider nicht ganz schadlos überstanden, aber Hauptsache geschmeckt hat er!


Am Mittwoch hätten meine chinesischen Freunde eigentlich gefragt, ob ich Lust hätte mitzugehen zum Karaoke von Mitternacht bis 5:00. Aber da ich zu Recht befürchtete, dass das etwas langweilig werden könnte, da der Großteil halt chinesische Songs sind, hab ich es für dieses Mal bleiben gelassen. Dafür hab ich mit Zhengyu, einem anderen Festlandchinesen aus unserem Stockwerk, und noch ein paar Freunden in einem Restaurant seinen Geburtstag gefeiert. War sehr unterhaltsam.

li nach re: Hansey, Zhengyu, Sophie (vom OIA), Jingying, ich, Yiying (Chongyao's Freundin), Chongyao und Summer (aus Kiribati)


Am Donnerstag hatte ich wieder Language Exchange mit Chongyao (was man eigentlich kaum language exchange nennen konnte). Er brachte mich zur Wohnung eines Freundes von ihm aus Macao. Als wir die Wohnung betraten, war die schon voll von Taiwanesen, die gerade am Abendessen waren. Zu essen gabs Verschiedenstes, ist mir jetzt zu mühsam zu erklären. Ne richtige Männerrunde jedenfalls, da wurde geschmatzt, gerülpst, geschlürft, gemampft, Bier getrunken und viel gequatscht und gelacht. Hab leider nie verstanden worüber, da die ganze Zeit in Chinesisch gesprochen wurde, aber es war trotzdem ganz unterhaltsam.

Am Freitag vormittag hab ich mal so richtig sauber gemacht in meinem Zimmer. Danach war ich richtig stolz auf mich :-)

Und am Samstag kam dann "endlich" der große Abend: 王力宏 Wang Leehom's Konzert (bei Interesse hier der direkte Link zu: Wikipedia und Youtube). Hab das Ticket gemeinsam mit CD und diversen Fanartikeln um grad mal 10 Euro bekommen und irgendwann noch im Februar glaub ich gekauft, weil die anderen mir das empfohlen haben. Und da es so billig war, war ich einverstanden. Leider ist die Musik nicht so ganz mein Geschmack, aber es war trotzdem ganz interessant, mal in Taiwan auf ein Konzert von einem wirklich berühmten taiwanesischen Sänger zu gehen. Ich denk er ist auch wirklich begabt und ein guter Entertainer, nur die Musik, die er macht, ist halt mehr für den chinesischen (schnulzigen) Geschmack.


John war übrigens besonders glücklich, nachdem er sogar zu Leehom auf die Bühne durfte und einen Preis bekam.



Den Großteil des Sonntags verbrachte ich ernsthaft damit, für unser Quiz (so nennen die hier die Tests) aus Investments zu büffeln. War allerdings nicht sehr effektiv und ich glaub der Kurs ist etwas zu hoch für mich. Ist aber auch eigentlich für Studenten im 4. Jahr, also bloß keine Vorwürfe und dumme Äußerungen bitte :-). Um 19:00 hab ich dann aufgegeben und bin gemeinsam mit Aaron zum Night Market 花園 gefahren zum Abendessen. Und danach sind wir noch was trinken gefahren, bis ich dann um 23:00 wieder zurück im Dormitory war und noch ein bisschen zu lernen versuchte.

Mittwoch, 15. April 2009

Ausflug nach Changhua und Lukang

Letzte Woche (nach spring break) verging wieder mal sehr schnell. Viel Zeit ging auf der Uni drauf aber meine Freizeit war auch wieder mal ziemlich verplant. Am Dienstag zum Beispiel hatte ich Abendessen mit einem Klassenkameraden aus meinem Investments-Kurs, wieder einer der language exchange machen möchte *lol*. Er brachte mich zu einem Restaurant, wo ich zum ersten Mal Peking-Ente essen durfte. War allerdings nichts Besonderes. Danach gingen wir noch bowlen, gemeinsam mit einem Freund von ihm. Diese Woche hab ich mich wieder mit ihm getroffen, und diesmal hat er einen anderen Freund und seine Freundin mitgebracht. Die war gleich sehr neugierig und hat mich ausgefragt, ob ich Single bin, ob ich auf taiwanesische Mädels stehe und ob ich auf der Suche nach einer Freundin bin. Nachdem ich alle Fragen bejaht habe, war sie gleich ganz euphorisch und meinte, nächstes Mal muss sie mir unbedingt ein paar ihrer Freundinnen vorstellen *lool*. Da bin ich ja mal gespannt.

Naja, Spaß beiseite *haha*, zurück zu vergangener Woche:

Sa, 4月11日 _ Changhua und Lukang
Frühmorgens fuhren wir mit dem Zug nach Changhua 彰化, einer Stadt nahe Taichung in der Mitte von Taiwan, ebenfalls an der Westküste. Dort besuchten wir als erstes einen berühmten Konfuzius-Tempel, wo auch zufällig zu dieser Zeit eine Zeremonie stattfand, bei der Schüler für gute Noten auf ihre Prüfungen baten, da Konfuzius der erste Lehrer und damit sozusagen ein Heiliger für alle Schüler, Studenten und Lehrer ist.


Nachdem die Zeremonie vorbei war und wir eigentlich gehen wollten, wurde ich aber noch von einer Gruppe Schülern aufgehalten und um ein Foto gebeten *lol*. Darauf folgte der nächste Versuch weiterzugehen, doch weit kam ich nicht, denn um die Ecke wartete schon die nächste Gruppe mit Kamera. Hoffe das kommt nicht eingebildet rüber, aber ich find das schon jedes Mal witzig und natürlich ist das auch gute Nahrung fürs Selbstbewusstsein *g*.


Der nächste wichtige Punkt in Zhanghua war der große Buddha-Tempel am Baguashan, 八卦山 sozusagen dem Stadtberg von Changhua Stadt:




Im Tempel gab es ein Schwert oder Lanze, weiß nicht wie man das nennt, sieht jedenfalls auf dem Foto nicht sehr schwer aus, hat aber angeblich (laut Umrechnung von Sarah) 80 kg. Immerhin 1 cm glaub ich hab ichs schon in die Höhe gebracht für 20 Sekunden. Im oberen Stock gabs dann noch eine dieser großen Tempel-Trommeln. Nachdem mich das schon sehr gereizt hat, das mal auszuprobieren, hab ich Sarah gefragt, ob das okay ist. Sie meinte, ich kanns ja mal probieren ... hab ich dann auch gemacht, allerdings war die Tempeldame nicht sehr glücklich darüber und kam gleich darauf hinauf und schimpfte irgendwas auf Chinesisch.


Rund um den Tempel gabs auch ein paar Snacks zu kaufen, fürs Mittagessen war für mich allerdings nicht wirklich was Passendes dabei. Auf dem ersten Bild seht ihr die typischen Eier, die man hier überall zu essen bekommt. Die meisten sehen so braun aus, weil sie in Tee gekocht werden. Auf dem zweiten Bild seht ihr eine lokale Delikatesse: getrockneten Tintenfisch. Riecht man schon aus 100 m Entfernung:


Achja, unsere Gruppe waren: Sarah, John, Jingjing, Ameng und ich! Hier ein Foto von Jingjing. Interessant wegen ihrem Loch in der Wange. Das ist echt schon kein Grübchen mehr ,sondern mindestens eine Grube, unglaublich. In China angeblich ein Schönheitsmerkmal ... Ansichtssache ...

Nach dem Mittagessen marschierten wir dann noch den Rest des Berges ab, durch ein paar Gärten und Aussichtspunkte.


Auf dem Weg kam mir dieser Hund mit Vorliebe für Mäci-Getränke entgegen *g*:


... und diese nette Schlange:


Gegen Abend bewegten wir uns dann Richtung Busbahnhof, wo wir dann ca. 1 Stunde ins nahegelegene Lukang 鹿港 fuhren.

Als wir dort ankamen und gerade noch die Straße entlangmarschierten auf der Suche nach einem "Hotel", bemerkten wir plötzlich eine größere Menschenansammlung und schauten gleich nach, was da los war. Und wir hatten Glück, zufällig war dieser Tag anscheinend auch ein besonderer Tag, auf jeden Fall gabs einen großen Umzug mit lauter traditioneller Musik, echt ohrenbetäubenden Silvesterkrachern, zeremonieller Kleidung und und und ... am besten ihr seht euch die beiden kurzen Videos an:



Vielleicht habt ihr die beiden großen Wächter bemerkt. Von denen gibts auch Statuen in vielen Tempeln. Einer hat ein rotes Gesicht, kann sehr sehr weit sehen und heißt 千里眼笑 Qianliyanxiao. Der mit dem grünen Gesicht heißt 順風耳 und kann sehr weit hören. Und im zweiten Video, die Damen mit der komischen Kopfbedeckung und dem roten Gewand: dieser Stil ist typisch für die Qing-Dynastie.

Sobald der Tross weitergezogen war, setzten wir unsere Herbergssuche fort. Nachdem wir fündig wurden und kurz unsere Sachen abgestellt hatten, machten wir uns gleich wieder auf die Futtersuche. Gleich in der Nähe unseres "Hotels" erspähten wir eine Baozi (包子)-Verkäuferin. Baozi ist ein gedämpftes Brot, in etwa vergleichbar mit unseren Germknödeln, nur statt der Powidlmarmelade ist halt Fleisch oder Gemüse (oder beides) drin. Schmeckt auch wirklich gut!


Diesen Baozi-Stand haben wir am nächsten Tag woanders entdeckt. Die ganzen Baozis werden längere Zeit in diesen Gestellen über siedendem Wasser gedämpft, was im Umfeld immer einen leicht süßlichen Geruch hinterlässt.


Weiter gings in eine alte Gasse (von denen es viele gibt in Lugang), wo es vor allem einige kleine Läden gibt, wo Handwerkskunst verkauft wird, wie zum Beispiel traditionelle handgemachte Kleidung, Tischlereien, Anhänger und jede Menge anderen Krimskrams.


Am Ende der Gasse kamen wir schließlich wieder zu einem kleineren Tempel, wo gerade noch eine Zeremonie abgehalten wurde, so richtig mit Gesang und traditionellen Musikinstrumenten. Ich fand die ganze Atmosphäre jedenfalls wirklich sehr interessant und stimmungsvoll, traditionell einfach, so richtig wie man sich die chinesische Kultur so vorstellt.



So, 4月12日 _ Lukang und Flower Park in Changhua

Morgens um 9:00 verließen wir unsere Unterkunft wieder und suchten erst mal einen guten Platz zum Frühstücken. Die anderen waren ganz scharf, ein lokales berühmtes Essen auszuprobieren (eigentlich eine wirklich nicht besonders ansehnliche und nicht irgendwie außergewöhnlich schmeckende Suppe). Ich bevorzugte lieber diese Art Danbing (Eieromelette) auf so einer Art Fladen mit Spinat.


Hier seht ihr einen typischen Fruchtstand, wo ich mich auch gerne mal mit Vitaminen eindecke. Darunter entdeckt ihr vielleicht auch einige Früchte, die in Europa nicht wirklich bekannt sind:


Den Rest des Vormittags schlenderten wir durch die Stadt und klapperten zwei Tempel, ein Museum und ein paar andere kleinere Sehenswürdigkeiten ab. Eine Touristen-"Attraktion" ist dabei eine wirklich enge Gasse mit dem Namen 摸乳巷 Moruxiang (touch-the-nipples-alley):



Um ca 13:30 machten wir uns dann auf die Rückreise Richtung Changhua mit dem Bus. Und von dort dann noch mal weiter mit dem Bus zu einem großen Park, wo man jede Menge verschiedener Pflanzen bestaunen und kaufen kann. War meiner Meinung allerdings nicht wirklich die fast 2,5 Stunden äußerst unkomfortable Busfahrt wert, etwas langweilig fast.


Irgendwann gegen 19:30 gings dann wieder einen Schritt heimwärts mit dem Bus. In der nächsten Stadt mit Bahnhof stiegen wir aber schon wieder aus, ich glaube der Name war Yuanlin. Dort mussten wir dann ohnehin bis 21:00 auf den Zug warten. Die Zeit bis dahin nutzten wir, um etwas zu Abend zu essen und anschließend mit der Suche nach einer lokalen Spezialität: eine Art Rice-Dumplings. Manchmal scheint mir, die Chinesen interessieren sich mehr für lokales Essen als für Bauwerke, Museen, Tempel oder sonstige interessantere Plätze. Leider musste ich feststellen, dass manche dieser Spezialitäten nicht unbedingt einen Versuch wert sind. Obwohl manche davon immer als "berühmt" angepriesen werden, sehe ich nicht wirklich etwas Spezielles darin. Aber gut, Chinesen halt ...!

Und so ging wieder einmal ein Wochenende im Flug vorüber ....


... und das nächste steht schon wieder an ....

Donnerstag, 9. April 2009

Spring Break Part II_Kenting

Hier jetzt die versprochene Fortsetzung, die zweite Hälfte unserer "Osterferien" in Kenting, die eigentlich keine Osterferien sind (Ostern wird wahrscheinlich spurlos an mir vorübergehen, die meisten Taiwanesen können damit nicht sonderlich viel anfangen).

Fr, 4月3日 _ Nachtleben in Kenting
Freitag nachts sind wir also mit dem Bus in Kenting 墾丁 angekommen. Ein Abholservice hat uns dann zu unserer Unterkunft gebracht, eine Art Reihenhaus-Hütte für 8 Personen. Also 2 Doppelbetten (für die Mädels) und der bequeme Boden für uns Burschen.


Nachdem wir kurz unser Gepäck abgestellt hatten, brachte uns das Shuttle wieder zurück auf die Hauptstraße, wo es mittlerweile schon ordentlich zuging. Immerhin war dieses Wochenende ein Music Festival in Kenting, wo viele (vor allem asiatische) Gruppen auftraten. Aber auch sonst war ziemlich viel Getümmel auf der Straße und alle paar Minuten fuhr ein Wagen mit lamei 辣妹 (= scharfe Schwestern) vorbei, die Werbung für das Konzert machen sollten. Netter Ort jedenfalls:


Sah jedenfalls sehr vielversprechend aus und ich dachte mir, das könnte am Samstag dann schon unterhaltsam werden. Kam allerdings dann etwas anders.
Wir sind dann jedenfalls so gegen 1:00 glaub ich zurück zu unserer Unterkunft, wo wir noch gemütlich unsere relativ billigen Bier (4 x 0,33 l Dosen um 100 NT = 2,20 €) getrunken haben, während die Mädels das Bad blockierten. Schließlich wars dann Zeit zum Schlafengehn. Allerdings gabs da eine Sache, die mich etwas nervös machte. Neben mir auf dem Boden lag Sam, der schon relativ müde war und deswegen gleich einschlief. Allerdings hat er wohl vor lauter Müdigkeit vergessen, die Augen zuzumachen, und drum hatte ich beim Einschlafen die ganze Zeit das Gefühl, er beobachtet mich *g*.


Sa, 4月4日 _ Strand, Kenting-Tour und Konzert

Am nächsten Morgen (11:00) kam dann noch Qizhe (=Sabir; hab aber rausgefunden, dass "Sabir" schlampig ausgesprochen ein Schimpfwort ist, drum hab ich mir seinen chinesischen Namen angewöhnt) zur Gruppe hinzu. Nach dem Frühstück (was sich etwas länger hinzog), brachte unser Shuttle uns dann zum nahegelegenen Strand. Und der war echt traumhaft: kristallklares, blaues Wasser, gelber Sand und Wellen!!! Kein Vergleich zu den vorherigen (weniger badefähigen) Stränden.

der schwarze Punkt da hinten ist mein Kopf :-)



Nach etwa zwei Stunden wars den andern dann etwas zu langweilig, vor allem da sie Angst hatten braun zu werden und ins Wasser gingen außer mir überhaupt nur 3 andere, die anderen blieben draußen. Daher nahmen wir dann das Angebot von unserem Shuttle-Fahrer an, eine Tour für 400 NT pro Person zu den wichtigsten Punkten in und rundum Kenting zu machen. Die ersten 3 Orte waren allerdings sehr enttäuschend für mich. Was ich nicht erwartet hatte, die wichtigsten Stellen waren Orte aus dem Film "Cape 7", ein sehr populärer und erfolgreicher taiwanesischer (vermutlich Kitsch-) Kinofilm. Doch nicht dass diese Orte dann besonders beeindruckend oder sehenswert gewesen wären - Nein, es war ein Postamt, ein altes unspektakuläres Stadttor und eine hässliche, kleine Gasse. Die anderen waren natürlich begeistert und knipsten fleißig Fotos und wühlten sich durch Souvenirshops. Der 4. Halt war dann bei einem ebenfalls langweiligen, kleinen Park, wo ich dann schon etwas verärgert war, dass ich für sowas auch noch Geld ausgegeben hab, wo so ein schöner Strand in der Nähe unseres Hauses gewesen wär. Den 5. Halt machten wir dann bei einem weiteren wichtigen Ort aus dem Film, einem kleinen Küstenort:


Danach gabs dann erst mal wieder eine längere Autofahrt zu einer Art Nationalpark, wo Erdgas aus dem Boden entweicht:



Und zu guter Letzt fuhren wir noch zu einer Anhöhe mit schöner Sicht auf Meer, Stadt und Umgebung:


Das war dann also die Tour, die zum Schluss doch noch ein paar sehenswertere Orte einschloss. Von dort brachte uns unser Fahrer direkt zum Haus eines Freundes von Qizhe, wo wir die Nacht von Sa auf So bleiben durften, da an diesem Wochenende echt alles ausgebucht war. Was ich allerdings wieder als Letzter erfuhr war, dass dieser Freund ca. 20 min mit dem Auto weg von Kenting seine Wohnung hatte. So saßen wir dann in dieser dieses Wochenende ziemlich ausgestorbenen Stadt fest, während in Kenting wahrscheinlich die Hölle los war. Als nächstes gingen wir dann ein Restaurant zum Abendessen suchen, da wir alle schon seit dem Frühstück keine ordentliche Mahlzeit mehr gehabt hatten. Und so suchten meine Kollegen ein ganz besonderes Restaurant aus, wo es alles von der Ente gab. An sich nicht schlecht, allerdings überzeugte mich der Anblick nicht so richtig, während den anderen schon das Wasser im Mund zusammenlief. Das war dann wie ein Stich in den Magen: abseits vom Geschehen, eine zur Hälfte langweilige Tour hinter mir, hungrig, kein ordentliches Essen, eine hässliche Wohnung mit nur zwei Doppelbetten für 8 Leute und zu guter Letzt war dann plötzlich unser Plan auf das Konzert zu gehen auch nicht mehr wirklich Gesprächsthema. Brauch wohl nichts mehr zu erklären ...


Nachdem aber die Tour schon echt frustrierend für mich war und es erst 20:00 war, hab ich mich dann aber doch mal etwas beschwert und hartnäckig nach Alternativen gefragt, was die anderen in dieser Geisterstadt unternehmen wollten, wenn wir wirklich nicht auf das Festival gehen. Die anderen waren dann auch schnell einverstanden doch noch hinzufahren und unser Fahrer war sogar bereit uns abzuholen und hinzubringen.


Den Preis von umgerechnet ca 23 Euro fürs Ticket wollten wir aber alle nicht mehr zahlen, darum haben wir uns dann Konzert von draußen angehört, wo es sowieso Videoübertragung gab. War allerdings eher ernüchternd (zumindest für mich) und nach zwei Stunden ließen wir uns wieder zurückfahren. Mein Fazit: Taiwanesische Musik ist langweiliger als trockenes Brot, alles sehr sehr sehr kitschig und langsam und heile Welt ... wie gemacht für die Chinesen. Kann mir einfach nicht vorstellen, wie einem sowas gefallen kann. Zum Glück konnten ein paar der anderen auch nicht so viel damit anfangen, so hatte ich wenigstens ein paar Gesprächspartner und immerhin waren wir unter Leuten.

Nachdem zurück in der Wohnung dann nach unglaublichen 2 Stunden endlich alle einmal im Bad waren (fragt mich nicht, warum das so lange gedauert hat, aber zum Glück hatten wir noch 4 Dosen Bier: für jeden Mann eine *g*), hieß es dann kuscheln :-/ .


So, 4月5日 _ letzter Tag

Morgens um 6:00 bin ich dann schon von Geschrei aus der Straße aufgeweckt worden. So nutzte ich gleich die Gelegenheit, ohne Warten aufs Klo gehen zu können. Doch als ich zurückkam, hat sich doch glatt jemand 10 cm bewegt und mein Platz im Bett war auf einmal weg. Nach 10 min Parkplatzsuche wurde mein Platz dann aber doch wieder frei, schlafen war aber nicht mehr möglich.

Dann gabs erst mal Beratung, noch etwas was für mich immer äußerst nervenraubend ist, da diese Beratungen sich ewig hinziehen und es meist kein Resultat gibt. Der Beschluss wäre dann gewesen, dass wir uns einen Park in Kenting anschaun. Nachdem ich im Reiseführer dann aber gelesen habe, dass dieser Park zwar relativ groß, aber hauptsächlich aus Wiese und einem Hügel besteht, wo ein paar Kühe grasen (Sensation für Taiwanesen), hab ich mich echt strikt dagegen gewehrt, da mitzumachen. Wahrscheinlich könnt ich euch schon denken, dass ich es natürlich geschafft habe, die anderen auch von diesem Plan abzubringen :-). Und das war unser Glück. So sind wir einfach nach Kenting in die Stadt gefahren, wo wir die Mittagszeit erst mal wegen der Hitze in einem Vergnügungscenter verbrachten, wo's Autoscooter, jede Menge Videospiele und dieses Looping-Rad gab:


Danach gingen wir Mittagessen und ein bisschen Souvenirstände durchschauen und danach bestand ich dann auch noch drauf, ein letztes Mal zum Strand zu schauen (obwohl ich der einzige war, der Badesachen mithatte *g*).


Überraschenderweise haben dann sogar Sarah und Xiaoyun von sich aus vorgeschlagen, eine Fahrt mit so einer Art Banana-Boat zu machen (trotz mangelnder Badekleidung):


Nach dieser aufregenden Fahrt mussten wir dann auch wieder zurück, da wir von unserem Fahrer das Angebot bekommen hatten, mit ihm und seinem Sohn mit nach Tainan zu fahren. Nach ca 2,5 Stunden Autofahrt (10 Personen + 1 Hund in einem Auto mit 7 Sitzen) beendeten wir unseren Ausflug mit einem Besuch in einem Hotpot-Restaurant. Und diesmal wars echt scharf! Hab euch glaub ich zwar eh schon mal ein Foto in einem Hotpot-Restaurant gezeigt, aber hier seht ihr noch mal genauer wie das aussieht. Ein Topf, mit einer Hälfte ohne Schärfe und einer scharfen Hälfte. Die dunkle Farbe machen übrigens die Würfel aus konzentriertem Entenblut ... "delicious"!!


Meine Meinung zu unserem Ausflug: Kenting ist auf jeden Fall sehenswert und lässt sich mit zwei Worten beschreiben: beaches und bitches. Und wenn auch meine Erwartungen nicht ganz so erfüllt wurden, schön und lustig wars trotzdem. Und vielleicht ergibt sich ja nochmal die Gelegenheit nach Kenting zu fahren.