Letzte Woche (nach spring break) verging wieder mal sehr schnell. Viel Zeit ging auf der Uni drauf aber meine Freizeit war auch wieder mal ziemlich verplant. Am Dienstag zum Beispiel hatte ich Abendessen mit einem Klassenkameraden aus meinem Investments-Kurs, wieder einer der language exchange machen möchte *lol*. Er brachte mich zu einem Restaurant, wo ich zum ersten Mal Peking-Ente essen durfte. War allerdings nichts Besonderes. Danach gingen wir noch bowlen, gemeinsam mit einem Freund von ihm. Diese Woche hab ich mich wieder mit ihm getroffen, und diesmal hat er einen anderen Freund und seine Freundin mitgebracht. Die war gleich sehr neugierig und hat mich ausgefragt, ob ich Single bin, ob ich auf taiwanesische Mädels stehe und ob ich auf der Suche nach einer Freundin bin. Nachdem ich alle Fragen bejaht habe, war sie gleich ganz euphorisch und meinte, nächstes Mal muss sie mir unbedingt ein paar ihrer Freundinnen vorstellen *lool*. Da bin ich ja mal gespannt.
Naja, Spaß beiseite *haha*, zurück zu vergangener Woche:
Sa, 4月11日 _ Changhua und Lukang
Frühmorgens fuhren wir mit dem Zug nach Changhua 彰化, einer Stadt nahe Taichung in der Mitte von Taiwan, ebenfalls an der Westküste. Dort besuchten wir als erstes einen berühmten Konfuzius-Tempel, wo auch zufällig zu dieser Zeit eine Zeremonie stattfand, bei der Schüler für gute Noten auf ihre Prüfungen baten, da Konfuzius der erste Lehrer und damit sozusagen ein Heiliger für alle Schüler, Studenten und Lehrer ist.
Nachdem die Zeremonie vorbei war und wir eigentlich gehen wollten, wurde ich aber noch von einer Gruppe Schülern aufgehalten und um ein Foto gebeten *lol*. Darauf folgte der nächste Versuch weiterzugehen, doch weit kam ich nicht, denn um die Ecke wartete schon die nächste Gruppe mit Kamera. Hoffe das kommt nicht eingebildet rüber, aber ich find das schon jedes Mal witzig und natürlich ist das auch gute Nahrung fürs Selbstbewusstsein *g*.
Der nächste wichtige Punkt in Zhanghua war der große Buddha-Tempel am Baguashan, 八卦山 sozusagen dem Stadtberg von Changhua Stadt:
Im Tempel gab es ein Schwert oder Lanze, weiß nicht wie man das nennt, sieht jedenfalls auf dem Foto nicht sehr schwer aus, hat aber angeblich (laut Umrechnung von Sarah) 80 kg. Immerhin 1 cm glaub ich hab ichs schon in die Höhe gebracht für 20 Sekunden. Im oberen Stock gabs dann noch eine dieser großen Tempel-Trommeln. Nachdem mich das schon sehr gereizt hat, das mal auszuprobieren, hab ich Sarah gefragt, ob das okay ist. Sie meinte, ich kanns ja mal probieren ... hab ich dann auch gemacht, allerdings war die Tempeldame nicht sehr glücklich darüber und kam gleich darauf hinauf und schimpfte irgendwas auf Chinesisch.

Rund um den Tempel gabs auch ein paar Snacks zu kaufen, fürs Mittagessen war für mich allerdings nicht wirklich was Passendes dabei. Auf dem ersten Bild seht ihr die typischen Eier, die man hier überall zu essen bekommt. Die meisten sehen so braun aus, weil sie in Tee gekocht werden. Auf dem zweiten Bild seht ihr eine lokale Delikatesse: getrockneten Tintenfisch. Riecht man schon aus 100 m Entfernung:
Achja, unsere Gruppe waren: Sarah, John, Jingjing, Ameng und ich! Hier ein Foto von Jingjing. Interessant wegen ihrem Loch in der Wange. Das ist echt schon kein Grübchen mehr ,sondern mindestens eine Grube, unglaublich. In China angeblich ein Schönheitsmerkmal ... Ansichtssache ...
Nach dem Mittagessen marschierten wir dann noch den Rest des Berges ab, durch ein paar Gärten und Aussichtspunkte.
Auf dem Weg kam mir dieser Hund mit Vorliebe für Mäci-Getränke entgegen *g*:
... und diese nette Schlange:
Gegen Abend bewegten wir uns dann Richtung Busbahnhof, wo wir dann ca. 1 Stunde ins nahegelegene Lukang 鹿港 fuhren.
Als wir dort ankamen und gerade noch die Straße entlangmarschierten auf der Suche nach einem "Hotel", bemerkten wir plötzlich eine größere Menschenansammlung und schauten gleich nach, was da los war. Und wir hatten Glück, zufällig war dieser Tag anscheinend auch ein besonderer Tag, auf jeden Fall gabs einen großen Umzug mit lauter traditioneller Musik, echt ohrenbetäubenden Silvesterkrachern, zeremonieller Kleidung und und und ... am besten ihr seht euch die beiden kurzen Videos an:
Vielleicht habt ihr die beiden großen Wächter bemerkt. Von denen gibts auch Statuen in vielen Tempeln. Einer hat ein rotes Gesicht, kann sehr sehr weit sehen und heißt 千里眼笑 Qianliyanxiao. Der mit dem grünen Gesicht heißt 順風耳 und kann sehr weit hören. Und im zweiten Video, die Damen mit der komischen Kopfbedeckung und dem roten Gewand: dieser Stil ist typisch für die Qing-Dynastie.
Sobald der Tross weitergezogen war, setzten wir unsere Herbergssuche fort. Nachdem wir fündig wurden und kurz unsere Sachen abgestellt hatten, machten wir uns gleich wieder auf die Futtersuche. Gleich in der Nähe unseres "Hotels" erspähten wir eine Baozi (包子)-Verkäuferin. Baozi ist ein gedämpftes Brot, in etwa vergleichbar mit unseren Germknödeln, nur statt der Powidlmarmelade ist halt Fleisch oder Gemüse (oder beides) drin. Schmeckt auch wirklich gut!
Diesen Baozi-Stand haben wir am nächsten Tag woanders entdeckt. Die ganzen Baozis werden längere Zeit in diesen Gestellen über siedendem Wasser gedämpft, was im Umfeld immer einen leicht süßlichen Geruch hinterlässt.
Weiter gings in eine alte Gasse (von denen es viele gibt in Lugang), wo es vor allem einige kleine Läden gibt, wo Handwerkskunst verkauft wird, wie zum Beispiel traditionelle handgemachte Kleidung, Tischlereien, Anhänger und jede Menge anderen Krimskrams.
Am Ende der Gasse kamen wir schließlich wieder zu einem kleineren Tempel, wo gerade noch eine Zeremonie abgehalten wurde, so richtig mit Gesang und traditionellen Musikinstrumenten. Ich fand die ganze Atmosphäre jedenfalls wirklich sehr interessant und stimmungsvoll, traditionell einfach, so richtig wie man sich die chinesische Kultur so vorstellt.
So, 4月12日 _ Lukang und Flower Park in Changhua
Morgens um 9:00 verließen wir unsere Unterkunft wieder und suchten erst mal einen guten Platz zum Frühstücken. Die anderen waren ganz scharf, ein lokales berühmtes Essen auszuprobieren (eigentlich eine wirklich nicht besonders ansehnliche und nicht irgendwie außergewöhnlich schmeckende Suppe). Ich bevorzugte lieber diese Art Danbing (Eieromelette) auf so einer Art Fladen mit Spinat.
Hier seht ihr einen typischen Fruchtstand, wo ich mich auch gerne mal mit Vitaminen eindecke. Darunter entdeckt ihr vielleicht auch einige Früchte, die in Europa nicht wirklich bekannt sind:
Den Rest des Vormittags schlenderten wir durch die Stadt und klapperten zwei Tempel, ein Museum und ein paar andere kleinere Sehenswürdigkeiten ab. Eine Touristen-"Attraktion" ist dabei eine wirklich enge Gasse mit dem Namen 摸乳巷 Moruxiang (touch-the-nipples-alley):
Um ca 13:30 machten wir uns dann auf die Rückreise Richtung Changhua mit dem Bus. Und von dort dann noch mal weiter mit dem Bus zu einem großen Park, wo man jede Menge verschiedener Pflanzen bestaunen und kaufen kann. War meiner Meinung allerdings nicht wirklich die fast 2,5 Stunden äußerst unkomfortable Busfahrt wert, etwas langweilig fast.
Irgendwann gegen 19:30 gings dann wieder einen Schritt heimwärts mit dem Bus. In der nächsten Stadt mit Bahnhof stiegen wir aber schon wieder aus, ich glaube der Name war Yuanlin. Dort mussten wir dann ohnehin bis 21:00 auf den Zug warten. Die Zeit bis dahin nutzten wir, um etwas zu Abend zu essen und anschließend mit der Suche nach einer lokalen Spezialität: eine Art Rice-Dumplings. Manchmal scheint mir, die Chinesen interessieren sich mehr für lokales Essen als für Bauwerke, Museen, Tempel oder sonstige interessantere Plätze. Leider musste ich feststellen, dass manche dieser Spezialitäten nicht unbedingt einen Versuch wert sind. Obwohl manche davon immer als "berühmt" angepriesen werden, sehe ich nicht wirklich etwas Spezielles darin. Aber gut, Chinesen halt ...!
Und so ging wieder einmal ein Wochenende im Flug vorüber ....
... und das nächste steht schon wieder an ....

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