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Sonntag, 28. Juni 2009

Cake Restaurant und Abschiedsfeiern

Der Start in die neue Woche war diesmal sowohl gut als auch schlecht:
Einerseits war das Investments Final Exam am Montag wirklich schwierig - viel zu viel über die letzten (gespritzten) Kapitel über Futures und Options - daher heißts noch mal zittern, ob sich da noch eine positive Note ausgeht. Andererseits war dies meine letzte Prüfung für dieses Semester und somit bin ich ab jetzt frei!!

Naja frei ... jetzt heißts erst (noch immer) einige Reisevorbereitungen treffen, Reporte schreiben, zu Abschiedsfeiern gehen und mal sehen, ob wieder alles in meine Reisetasche reingeht. Immerhin ist doch ein bisschen was dazugekommen - Souvenirs, Andenken, Klamotten, Bücher etc. Aber zumindest hab ich von der Außenhandelsstelle in Taibei die Erlaubnis bekommen, dass ich meine Tasche für die Zeit, wo ich weg bin, bei ihnen im Büro lassen kann. Und da mein Flieger sowieso von Taibei weggeht, liegt das Büro ja quasi am Weg (hoffentlich).

Am Montag auf dem Weg zum Abendessen hatte ich klugerweise meine Digicam dabei und zufällig bekam ich endlich die Gelegenheit einen Müllwagen zu filmen. Müllwagen? Ja, Müllwagen *lol*! Die erste Zeit in Tainan hab ich mich öfters gewundert, wenn ich auf der Straße jene eine komische Melodie hörte und nie wusste, wo ich die zuordnen soll. Später hab ich dann rausgefunden, dass das die Müllwagen sind, die damit andeuten, dass die Leute aus den Häusern kommen und ihren Müll in den Wagen werfen sollen:



Der gesamte Dienstag war dann von Essen dominiert:
Bin sozusagen extra spät aufgestanden und war zu Mittag noch eine Runde laufen, um genug Hunger anzusammeln für die anstehenden Fressorgien. Zuerst gingen Sarah, John und ich zu einem Kuchen-All-you-can-eat-Restaurant.


Dort konnte man von vielen verschiedenen Torten, Mousse(s?), Schnitten und Keksen auswählen und essen so viel man will. Sachertorte gabs übrigens auch und noch eine Torte mit dem Namen 奧地利蛋糕 Aodili-Dangao, also Österreich-Torte. Leider war ich nach dem 5. Stück schon voll und hab grad noch eine Schwammerl-Suppe runterbekommen, um zumindest ein bisschen was Warmes und Gesundes im Magen zu haben. Und dazu noch eine Kanne sehr nahrhaften und gesunden chinesischen Tee 養生八寶茶 Yangshengbabao-Cha (Bleib-fit-8-nahrhafte-Zutaten-Tee) bestellt.

Dort blieben wir bis ca. 16:00. Danach gönnten wir unseren Körpern erst mal etwas Zeit zur Verdauung.
Doch um 19:30 gings schon wieder zur nächsten Schlemmerstelle: All-you-can-eat-Buffet beim Pizzahut als Abschiedsessen für Xiaoyun, die am Mittwoch nach Hause zurückflog. Mit dabei waren (von li hi, dann re hi nach vorne): Xiaoyun, ich, Sam, Sarah, Qizhe, John, Ameng und Jingjing (am Fotoschießen):


Und die Auswahl war groß, doch der Magen leider noch immer nicht ausreichend leer. Und auf dem Speiseplan stand nicht nur Pizza, sondern auch jede Menge anderer Leckereien, wie Nudeln, Hühnchen-Flügerl, Obst, Gemüse und Salat, Fruchtgelee und Kuchen. Und unter anderem auch Pizza mit Apfeltasche-Geschmack:


Der krönende Abschluss des Jahres und eigentlich auch dieses gemeinsamen Auslandssemesters fand im Anschluss auf dem Kuang-Fu-Campus der Uni statt. Der Sprung in den Cheng Kung Lake, unser Uniteich (auf keinen Fall ein Lake). Eigentlich ist es Tradition, dass Geburtstagskinder in diesen Teich geworfen werden, aber John und ich hatten ausgemacht, dass wir am Ende dieses Semesters auch reinspringen werden.

Doch als der Moment dann kam, wurde ich doch etwas nervös, vor allem als ich erfuhr, dass mir das Wasser im Teich voraussichtlich nur bis zur Hüfte gehen würde und dass es im Wasser nicht nur Fische sondern auch Schildkröten gibt. Und ich denk, wenn man von der Brücke mit dem Rücken oder Kopf auf so nen Schildkrötenpanzer fällt, ist das auch nicht so spaßig. Doch schließlich machte Qizhe den Anfang, allerdings ließ er sich eher reinfallen. Als nächster wurde John reingeworfen und dann folgte ich. Leider waren nicht mehr viele starke Männer für mich übrig auf der Brücke, somit entging im Flug nur Knapp dem Brückengeländer *g*:


Am Ende überwand sich sogar der Sam noch reinzuspringen. Hier die tapferen Helden:



Am Mittwoch Abend gabs die nächsten Abschiedsfeiern. Zunächst gemeinsames Abendessen aller Austauschstudenten aus Festland China, aber ich war netterweise auch eingeladen. Wieder mal gings in ein Hotpot-Restaurant, meiner Meinung nach das Beste in Tainan mit wirklich jeder Menge Auswahl. Nicht nur Zutaten für Hotpot sondern auch Getränke, Obst, Eis, Schokobrunnen und Torten.



John hinterließ mal wieder den größten Saustall auf seinem Teller, aufgrund seiner Vorliebe für Meeresfrüchte. Ein wahrer Shrimps-Friedhof:


Und gegen 23:00 fuhr ich noch ins "Orient" bzw 東方 Dongfang, ein Lokal wo man für umgerechnet ca 10 Euro so viel trinken kann, wie man will bzw kann (allerdings nur Bier, Cola-Whiskey und Orangensaft mit Wodka). Dort feierte die Marine (die Belgierin aus meinem Chinesisch-Kurs) mit ihren französischen Freunden Abschied. Finds echt schade, dass ich jetzt so kurz vor meinem Abflug rausfinde, dass es doch richtige Lokale zum Fortgehen gibt in Tainan. Und dort findet man erst raus, dass man als "Westler" wirklich gute Chancen bei den Taiwanesinnen hat *g*.

Recht lange konnte ich aber nicht bleiben, denn am nächsten Tag um 6:00 wartete schon unser Chauffeur auf uns, um uns die Ostküste Taiwans (Hualien und Taidong) zu zeigen. Bericht folgt ...

Montag, 22. Juni 2009

2. Mal beim KTV und noch mehr taiwanesisches Essen

Eine relativ gemütliche Woche, kann mich kaum beschweren.

Am Montag morgen ging ich noch mal kurz in meinen Investments-Kurs in Hoffnung auf ein paar nützliche Informationen bezüglich Final Exam. War allerdings umsonst. Daher bin ich nach 1 Stunde schon wieder abgehauen und ins Language Center, wo uns unsere Chinesisch-Lehrerin angeboten hatte, dass wir uns gemeinsam den Film "天下無賊" (Tianxia Wu Zei = "A World Without Thieves") ansehen. Als ich dort ankam, teilte mir meine Lehrerin allerdings mit, dass ich der einzige sei, aber das mache nichts, ich könne ihn mir ja alleine anschauen. Der Film hatte "zum Glück" immerhin chinesische Untertitel, aber um ehrlich zu sein hab ich nicht wirklich viel verstanden *lol*.
Am Nachmittag hatte ich dann noch Chinesisch-Klausur von meiner Free Chinese Class. War aber ein Kinderspiel.

Am Dienstag schrieb ich dann endlich mal meinen Report für mein NCKU-Stipendium ... 3 Seiten!!! Aber für das Geld ... da darf ich mich eigentlich nicht beklagen.

Am Mittwoch entschieden wir uns, doch nicht am Freitag sondern noch am selben Abend zum Karaoke zu gehen, da es unter der Woche um einiges billiger ist. Daher starteten wir um 22:00 Richtung KTV, allerdings ein anderes und diesmal war unser Zimmer im 3. Stock (taiwanesischer 3. Stock ist übrigens unser 2. Stock, Erdgeschoss ist somit 1. Stock) und natürlich wieder kein Lift.



Wollte ja ursprünglich für Freitag ein chinesisches Lied lernen, aber aufgrund unserer Planänderung ging sich das leider nicht mehr aus. Somit musste ich auf die verbleibenden noch nicht gesungenen englischen Songs zurückgreifen. An dieser Stelle Entschuldigung an meine Familie, für die Scham, die ich euch eventuell mit dem nachfolgenden Video bereite. Aber es war auf jeden Fall lustig!






Das Buffet war diesmal etwas kleiner, aber immerhin gabs diesmal Pommes. Ansonsten natürlich noch Knabbereien, Reis , Nudeln, Kuchen, Fruchtgelee, Chicken Nuggets etc etc:

Am Donnerstag überraschten uns wieder mal ein paar ordentliche Wolkenbrüche. Nachts beruhigte sich das Wetter aber wieder und nach langer Zeit traf ich mich mal wieder mit Agnes im Armory, einem beliebten Pub (gerade für Foreigners). In den meisten Pubs, Bars oder Nachtclubs gibts übrigens immer ein (meist hübsches und knapp bekleidetes) Mädchen, dass einem Bier verkaufen will. Diese gehören aber nicht direkt zur Bar sondern werden wohl von den Bierproduzenten engagiert. Und zufällig entdeckte ich auf der Speisekarte "Poutine", ein Essen das mir noch zu gut aus unserem letzten Urlaub in Kanada in Erinnerung hängt: Pommes mit Bratensauce und Käse.

Ansonsten gabs nicht mehr viel diese Woche, Wetter war auch nicht so besonders und am Wochenende musste ich mich für die Investments-Klausur vorbereiten und die Zeit noch ein bisschen zum Erholen nutzen und Schlaf nachholen.

Am Freitag war ich zum Abendessen mit Sarah in einem Water Dumplings(水餃 Shuijiao)-Restaurant. So sieht so etwas aus:

Dazu gabs "Saure-Scharfe Suppe" 酸辣湯 Suanla-Tang und Hirse-Brei 小米粥 Xiaomi-Zhou

Und hier noch zwei Essens-Fotos vom Samstag:

Hier wohl das allerüblichste, was ich wahrscheinlich fast jeden 2. Tag esse: Fried Rice 炒飯 Chaofan:
Diesen gibts ja wie erwähnt in allen möglichen Variationen und mit allen möglichen Zutaten.

Und das war Sarah's Essen: Recht gewöhnlicher Tofu, und das schwarze Ei links nennt man, soweit ich weiß, "Tausendjähriges Ei". In Taiwan und China werden sie einen aber nicht verstehen, wenn man das zu übersetzen versucht, sie nennen das 皮蛋 Pidan (Lederei).
Falls ihr an der Herstellung interessiert seid, hier der Artikel aus Wikipedia:
Zur Herstellung werden rohe Enteneier oder auch seltener Hühnereier für etwa drei Monate in einem Brei aus Holzkohle, gebranntem Kalk, Salz und Wasser eingelegt. In dieser Zeit verwandelt sich das Eiklar in eine gelatinöse, bernsteinfarbene Masse, das Eigelb bekommt eine quarkige Konsistenz und verfärbt sich grün. Es gibt jedoch verschiedene Konservierungsmöglichkeiten, wobei sich die verwendeten Zutaten leicht unterscheiden. Häufig verwendet werden auch Mischungen aus Asche, Salz, Zitrone und Tee.
Am Samstag im Gym erzählte mir der Aaron dann so ganz nebenbei, dass der Wetterbericht für Sonntag einen Taifun voraussagte. Das hat natürlich bei mir gleich enorme Vorfreude ausgelöst, wollte das unbedingt noch erleben, solange ich in Taiwan bin.

Der Taifun am Sonntag war dann allerdings relativ langweilig, ab und zu ein paar relativ kräftige Böen, aber ansonsten regnete es einfach nur wie aus Kübeln. Dachte zuerst das geht irgendwann vorüber, aber als sich am frühen Nachmittag schön langsam mein Magen bemerkbar machte, beschloss ich doch rauszugehen. Kurzerhand wechselte ich zu Badeshorts und Flipflops und machte mich mit dem Rad auf den Weg, das Mittagessen für Sarah, John und mich einzukaufen. Die Dame vom Restaurant bot mir dann ein paar Taschentücher an zum Abtrocknen, aber das war doch irgendwie zwecklos. Wie auch immer, den Rest des Tages verbrachte ich noch damit, ein bisschen im Investments-Buch zu schmökern und damit war das Wochenende vorüber.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Exam-Woche

Letzte Woche hatte es wirklich in sich:

Montag:
9:10 - Investments Quiz: Hab allerdings schon als Erster abgegeben, da ich wirklich keinen blassen Schimmer hatte, was ich da schreiben soll (diese Woche gabs Wichtigeres als Investments). Danach heim und wieder lernen.
13:00 - 15:00 übliche Chinesisch-Klasse
15:00 - 16:00 Chinese Grammar Final Exam
anschließend eigentlich noch 2 Stunden Chinesisch-Klasse, bin aber auch wieder früher abgehauen, da ich noch ein paar organisatorische Angelegenheiten bezüglich Dormitory mit Becky vom Büro unseres Dept. zu klären hatte.

Dienstag:
13:00 - 15:00 Chinesisch-Klasse
Anschließend Chinesisch und International Business Strategy lernen.
Leider hab ich zudem zufällig ein Tetris-Online-Spiel entdeckt und bin jetzt richtig abhängig danach. Mittlerweile versuch ich aber schon ernsthaft, wieder davon loszukommen, um nicht so viel Zeit zu verschwenden.

Mittwoch:
9:00 - 12:00 IBS Final Exam
Anschließend rasch Mittagessen und danach gleich wieder zum Chinesisch-Kurs 13:00 - 15:00
15:00 - 16:00 Chinese Daily Vocabulary Final Exam.
Den Nachmittag verbrachte ich dann wieder mit Chinesisch lernen, für die große Endklausur am Donnerstag. Nachts gegen 23:00 legte ich dann eine Pause ein und ging mit dem John ein paar Runden am Campus gegenüber laufen, um ein bisschen Stress abzubauen. Dann gingen wir noch auf einen Night Snack und ein Bier beim 7/11 bis ca 1:30. Danach lernte ich noch ein Weilchen, ging dann aber doch ins Bett.

Donnerstag:
13:00 - 15:00 Chinese Final Exam: War allerdings nicht besonders schwer, um ehrlich zu sein. Hat sich aber find ich trotzdem ausgezahlt zu lernen, man lernt ja fürs Leben, nicht für die Schule :-)
15:00 - 17:00 Taichi: hatten auch eine Art Final Exam *lol*, mussten gegen unseren Taichi-Lehrer kämpfen. Hab mich auch ganz wacker geschlagen, aber besiegt hat ihn keiner von uns. Am Nachmittag übte ich noch meine Texte für Chinese Pronounciation und am Abend fuhr ich mit John auf den Nachtmarkt (war dieses Monat glaub ich mind. 4 Mal auf dem Night Markt, das reicht jetzt für eine Weile), in der Hoffnung noch ein kleines Präsent für unsere Chinesisch-Lehrerin 李老師 Li Laoshi zu finden. War allerdings nicht sonderlich erfolgreich, hab mich für einen Mini-Ventilator in Birnengestalt entschieden *g*.

Freitag:
8:00 - 10:00 Final Exam Chinese Pronounciation
Anschließend bin ich noch mit Marine zu einem Blumengeschäft gefahren, um ein paar Blumen zu kaufen für Lehrerin Li.
Um 11:30 machte ich mich dann auf den Weg zum Hot Pot-Essen, das vom Language Center für alle Chinesisch-Schüler organisiert und "bezahlt" wurde. Leider war es schon am Vormittag etwas regnerisch, und auf dem Weg zum Restaurant hats dann auch wieder zu schütten angefangen. Im Restaurant war dann auch schon jede Menge los und Marine wartete schon auf mich, um unserer Lehrerin die Geschenke zu überreichen. Die hat sich auch ziemlich gefreut darüber und war sichtlich gerührt. Beim gemeinsamen Essen erfuhren wir dann auch gleich unsere Noten. Wie zu erwarten hatte ich die beste Note in unserer Klasse mit 96 % (und das sogar noch mit Verhandlungspotential um 1 Punkt) :-). Eigentlich hätten wir um 13:10 auch noch Klasse gehabt, haben wir dann allerdings bleiben lassen und haben unsere letzte gemeinsame Chinesisch-Klasse beim Hot Pot ausklingen lassen. Es wartete auch wieder mal eine neue kulinarische Erfahrung auf mich: Hühner-Hoden. Hatte leider keine Kamera dabei, war aber wirklich nicht lecker und ich habs auch nicht ganz runterbekommen.

Nach dem Essen fings dann am Heimweg aber richtig zu schütten an, der reinste Monsunregen. Bin daher total durchnässt zuhause angekommen, Sarah nannte das 落湯雞 Luotangji. Einfach gesagt heißt das "durchnässt", wörtlich übersetzt kommt man vielleicht mit "wie ein Huhn aus der Suppe" am besten hin *g*. Hier ein Foto aus dem Fenster meines Zimmers auf den "wunderschönen" Vorgarten unseres Dormitorys:

Am Abend traf ich mich mit Eli zum Abendessen und auf dem Weg hab ich mir dann auch zur Belohnung einen Thailand-Reiseführer gekauft. Und nachts gingen wir mit 3 Leuten aus Macao in einen Nachtclub, dabei waren natürlich auch "meine Chinesen" Xiaoyun, Sarah, John, Jingjing, Ameng, Suhang und auch noch ein Freund aus Taibei. Dummerweise haben die anderen vergessen, eine ID mitzubringen. Somit bin ich schon mal mit den Macaoern vorangegangen. Die waren aber echt krass drauf und wollten die ganze Zeit von mir, dass ich irgendwas Lustiges mache (?!?!) oder mir ein Mädchen such. Haben dann auch zwei nette Mädels gefunden und uns den Rest des Abends ganz gut mit denen unterhalten und später noch jede Menge Klassenkameraden getroffen aus dem Chinesisch-Kurs, hatten wahrscheinlich auch was zu feiern. Irgendwann sind wir dann aber heimgefahren, unter anderem auch weils dem John nicht mehr so gut ging, hatte ein bisschen zu viel und sich in Folge dann auch 3 Mal übergeben, ein Mal in der Bar + ein Mal auf dem Klo und dann noch ein Mal im Taxi *lol*.

Samstag war dann verständlicherweise etwas unspektakulär. Der einzige Höhepunkt war eine interessante Frucht namens "Drachenfrucht" bzw. "Pitaya", auf Chinesisch 火龍果 Huolongguo, die Daniel kürzlich in einem Obstladen entdeckt und netterweise mit mir geteilt hat:
Das Fruchtfleisch ist - wie ihr seht - so richtig unnatürlich pink, saftig aber eher matschig und mit vielen kleinen schwarzen Kernen drin. Der Geschmack ist jetzt nicht besonders intensiv, aber aussehen tuts halt lustig.
Sonntag war dann wieder aktiver: Hab mich um 16:00 mit Aaron zum Food Exploring verabredet. Wusste nicht ganz, was er sich drunter vorstellte, er hat sich aber echt was überlegt. Zuerst haben wir diesen Windbeutel mit Vanilleeis gekauft - 泡芙 Paofu:

..., dann weiter zu einem anderen Geschäft, um eine taiwanesische Frühlingsrolle 春捲 Chunjuan zu kaufen. Und dann schließlich nach Anping in ein Douhua-Restaurant. 豆花 Douhua wörtlich übersetzt heißt eigentlich Bohnenblume und ist im Prinzip so etwas wie Sojaquark. Habs in einem früheren Posting schon mal gezeigt, diesmal hab ich aber schwarzes Douhua probiert:

Dann sind wir zum nahegelegenen Anping-Strand gefahren:

Danach zu einem 棺材 Guancaiban-Restaurant. Guancai übersetzt bedeutet Sarg, und zwar weil dieses Restaurant berühmt ist für dieses Essen, das aussieht wie ein Sarg - ein Brot das man aufklappen kann und innen drin ist eine Maissuppe mit verschiedenem Fleisch, Gemüse und Meeresfrüchten:

Zum Abschluss sind wir dann in einen Teashop gefahren, der für seine hübschen Kellnerinnen bekannt ist *g*. Allerdings ließ Aaron es sich nicht nehmen, mich auf alles einzuladen. Ich denke, dass ist auch hier viel üblicher, dass man Freunde einlädt und die dafür ein anderes Mal dann zahlen. War zumindest anfangs mit John und Sarah immer so, ein Mal bezahlt der eine, dann der andere. Mittlerweile legen wir aber beim Essen einfach immer das Geld zusammen, ist mir auch um einiges lieber.

Achja, und dann hat sich die Sarah letzte Woche noch so ein Freundschaftsbuch gekauft und mich gebeten, auch ein Blatt auszufüllen. Und dabei ist mir natürlich gleich dieser Rächtschraibfeler ins Auge gestochen:
In der 4. Zeile vom grünen Teil: "Hobbit" statt "Hobby" *lol*. Solchen witzigen Fehlern begegnet man hier ja öfter mal. Was auch typisch für Chinesisch-Sprachige ist, ist dass sie beim Englisch (oder auch anderen Fremdsprachen) meist nicht unterscheiden zwischen langen und kurzen Silben. Dabei kommen dann so Missverständnisse wie "(Balance) Shit" statt "(Balance) Sheet" oder "Bitch" statt "Beach" raus.

Und was ihr hier auch seht, die fragen nach der Blutgruppe: Wenn man Chinesen kennenlernt, fragen diese manchmal nicht nur nach so Sachen wie Geburtstag und Sternzeichen, sondern auch nach der Blutgruppe. Soll angeblich auch einen Einfluss auf die Persönlichkeit haben.

Zuletzt noch zwei Neuigkeiten, für die die es noch nicht wissen:

1) Am 1. Juli verlass ich Taiwan und besuch für ein paar Tage Hong Kong. Flug ist schon gebucht :-). Wie sich jetzt allerdings ergeben hat alleine, weil es seit kurzem eine neue Regelung für Festland-Chinesen gibt, dass sie sich nur noch für 24 Stunden in Hong Kong aufhalten dürfen, und John somit direkt nach Hause fliegen wird.

2) Hab letzte Woche auch die Bestätigung für mein Workcamp in Thailand bekommen. Hier der Link zur Workcamp-Beschreibung - meines ist das Projekt mit dem Namen "AKHA 4 - Chiang Rai" vom 13.07. bis 26.07.

Sonntag, 7. Juni 2009

Karaoke und eine neue kulinarische Erfahrung

Letzte Woche blieb ich also wie gesagt daheim, trotz verlängertem Wochenende. War ja etwas deprimiert wegen unseres "Versagens" beim Drachenbootrennen ... Hatte mich auch schon auf ein langweiliges Wochenende eingestellt.

Dann bekam ich aber am Freitag überraschenderweise einen Anruf von einer Grace. Hat wohl von irgendwem meine Handynummer bekommen und erklärte mir, dass sie an der Uni Deutsch lerne und ihre Gruppe führe kommende Woche am Dienstag ein Theaterstück vor. Und da ich ja Deutsch-Muttersprachler bin (wenn die wüssten, was wir in Österreich für ein Deutsch draufhaben ...), bat sie mich, ob ich am Samstag zu ihrer Probe kommen und ihnen bei der Aussprache helfen könne. Hab ich natürlich spontan "Ja" gesagt (auch wenns schon um 10:00 am Morgen sein sollte).

Somit hat ich am Samstag Morgen meinen Spaß mit der chinesisch-deutschen Aussprache, aber war im Prinzip nicht schlecht. Nach dem Mittagessen machte ich dann ein Nickerchen und am Abend trafen wir uns im Mädels-Dormitory, denn John war gerade von Kaohsiung von einem Freund heimgekommen und hat ein paar Früchte mitbekommen, Lychee und 牛奶鳳梨 Niunai Fengli = Milchananas, die er mit uns teilte.


Während wir also diese interessante Frucht verspeisten, haben wir ein bisschen so überlegt, was wir dieses Wochenende machen könnten, um nicht immer daheim zu sitzen. Schließlich haben wir uns dann entschieden, noch am selben Abend um 22:00 Karaoke singen zu gehen.

Und trotz ein bisschen Skepsis meinerseits, wars dann schließlich echt lustig und auch etwas anders als ich mir erwartet hatte. Die erste Herausforderung wartete allerdings schon am Eingang: Jede Menge Stufen ... Im Prinzip keine allzu große Herausforderung für mich *lol*, aber für die einbeinige Sarah mittlerweile schon. Somit blieb nichts Anderes übrig, als dass ich sie schließlich in den erste Stock in unseren Raum trug, und dafür dass es im 1. Stock war, war die Stiege wirklich überraschend lang.


Man bekommt also sein eigenes Zimmer, ausgestattet mit gemütlichen Sofas, Tischen, einer großen Leinwand und Boxen und einem Monitor, wo man seine Songs auswählen konnte. Nebenan konnte man sich jederzeit vom Buffet mit Getränken und Essen bedienen.


Dazu hatten wir 3 Mikrofone und dann gings auch schon los. Beim ersten Song war ich auch noch etwas nervös, aber zum Schluss wars richtig spaßig und wir haben uns einfach die Seele aus dem Leib gegrölt. Da die Zeit dann ziemlich schnell verging, dämmerte schon der Morgen als wir uns gegen 5:30 auf den Heimweg machten.



Somit war der Sonntag nach einem ausgiebigen Schlaf auch sehr schnell vorbei *g*, aber wert wars das auf jeden Fall und ich hoff das war nicht das letzte Mal beim KTV.


Montag kam ich zum morgendlichen Investments-Kurs leider noch nicht aus den Federn und gönnte mir noch ein paar Stunden Schlaf. Außerdem hatte mich der Überraschungs-Test von letzter Woche etwas verschreckt :-).

Am Dienstag Abend ging ich gemeinsam mit Sarah zu der Theateraufführung der Deutsch-Gruppe:

An diesem Abend fanden hintereinander Aufführungen angefangen mit der Französischgruppe, dann die Spanisch-, Japanisch- und die Deutschgruppe zum Schluss. Das Stück war eine Parodie von "Romeo und Julia", "Die Leiden des junge Werther", "Othello" und möglicherweise noch anderen Klassikern, die ich allerdings nicht kenne *schäm*.



War jedenfalls wirklich lustig gemacht und schauspielerisch auch super, auch wenn ich nicht alles akustisch verstanden hab. Bestimmte Laute wie unser wohlbekanntes "R", aber auch das "Ö" fällt Chinesen einfach schwer. Aber war schon ganz gut, an dieser Stelle Glückwünsche an die Deutsch-Studenten.



Am Mittwoch Abend fand im luxuriösen Shangri La Hotel die Graduation-Party statt, allerdings haben wir leider keine Karten mehr dafür bekommen. Somit haben wir uns schlicht entschieden, uns den neuen "Terminator" im Kino anzuschaun. Und auch hier warteten wieder jede Menge Hindernisse in Form von Stufen auf uns/mich.

Donnerstag gabs übrigens einen ordentlichen Regenschauer am Abend, war auch schon die letzten Tage immer etwas trüb und die Sonne hat nur teilweise richtig rausgeschaut. Aber seitdem gehts eigentlich wieder bergauf. Kleiner Zwischenstand: Im Durchschnitt haben wir zurzeit immer zwischen 28 ° und 32 °C und dabei eine Luftfeuchtigkeit ab 75 % aufwärts bis kürzlich sogar 95 %. Nicht immer recht angenehm ...

Ansonsten bin ich in letzter Zeit noch immer am Planen und mittlerweile auch schon etwas in der Klausuren-Vorbereitungsphase. Und mit dem Semesterende kommen auch jede Menge Aufgaben dazu wie Report-Schreiben oder neue Unterkunft-Suche usw usw.

Gestern Samstag waren wir im Huayuan Nachtmarkt - Qizhe, John und ich - und anschließend hatten Qizhe und ich geplant, uns mal über unsere Urlaubspläne zu unterhalten, allerdings mit dem Schluss, dass die nicht ganz zusammenpassen und ich somit wohl doch meist allein rumreisen werde. Den Abend ließen wir 3 dann bei ein paar kräftigen Cocktails in der Haian-Straße 海安路 Haian Lu ausklingen, eine wirklich sehr unterhaltsame Männerrunde *lol*.

Heute Sonntag gingen wir gemeinsam zu einem berühmten Roast Chicken-Restaurant zum Abendessen. Und an dieser Stelle meine Bewunderung für Sarahs Mut, trotz ihres kaputten Beines nicht davor zurückzuschrecken, sich auf meinem Fahrrad durch die Gegend kutschieren zu lassen. Ist zugegebenermaßen gerade beim tainanesischen Verkehr teilweise sehr ... "aufregend" und "spannend":

Achja, und hier noch ein kleiner Exkurs in taiwanesischen Straßenverkehr: Die Luft auf den Straßen ist in Tainan ja wirklich schlecht wenn nicht sogar grenzwertig gesundheitsgefährdend. Es gibt einfach zu viele Mopeds auf den Straßen und zudem sind die Fahrzeuge auch meist nicht ganz im Schuss, da rauchts oft aus den Auspuffrohren, dass man richtig das Gift rausströmen und seine Lungen verätzen sieht und spürt. Daher tragen viele der Mopedfahrer eine Atemschutzmaske. Diese gibts modegerecht in allen möglichen Designs, angefangen von der schlichten Einmal-Mundmaske bis zur mit Strass-Steinchen bestickten Maske. Ich hab mir kürzlich auch so zwei so Masken zugelegt, ist zwar schon etwas spät aber es ist manchmal wirklich angenehmer:


Naja, zurück zum Roast Chicken-Restaurant: Der erste Schock kam schon, als die Kellnerin mit unserem Essen ankam: an dem Hendl war noch der Kopf dran! Später sollte ich herausfinden, weshalb ...

... aber gut, lässt sich ja noch verkraften ...

Der nächste und größere Schreck kam dann, als ich John wie selbstverständlich den Hühnchen-Kopf aufspalten und das Gehirn rauskratzen und essen sah. Auf seine Frage verbot ich ihm allerdings erst, sich auch noch an unserem Hendl zu vergreifen. Schließlich überwindete aber meine Neugier meinen Ekel und ich probierte es selber. Hatte außerdem die kleine Hoffnung, dass das Hirnstückchen auch meinem Hirn ein bisschen behilflich für die kommenden Klausuren sein könnte. Im chinesischen Glauben sind ja Organe und Körperteile immer auch gesund für den jeweiligen Part in unserem Körper, wahrscheinlich ein weiterer Grund, warum Chinesen immer alle irgendwie (mehr oder weniger) essbaren Teile eines Tieres essen.

Mutig, oder? Ich beim Hirn-Essen (雞腦 Jinao = Hühnerhirn) und hier seht ihr das Innere eines Hühnerkopfes: Wie zu erwarten wirklich nicht viel ....

Und jetzt lass ich den Rest des Sonntagabends noch mit den verbleibenden Tröpfchen Sake und meinem Chinesisch-Buch ausklingen: Morgen warten ein Investments-Quiz und das Chinese Grammar-Final Exam auf mich *juhuu*!!