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Donnerstag, 9. April 2009

Spring Break Part II_Kenting

Hier jetzt die versprochene Fortsetzung, die zweite Hälfte unserer "Osterferien" in Kenting, die eigentlich keine Osterferien sind (Ostern wird wahrscheinlich spurlos an mir vorübergehen, die meisten Taiwanesen können damit nicht sonderlich viel anfangen).

Fr, 4月3日 _ Nachtleben in Kenting
Freitag nachts sind wir also mit dem Bus in Kenting 墾丁 angekommen. Ein Abholservice hat uns dann zu unserer Unterkunft gebracht, eine Art Reihenhaus-Hütte für 8 Personen. Also 2 Doppelbetten (für die Mädels) und der bequeme Boden für uns Burschen.


Nachdem wir kurz unser Gepäck abgestellt hatten, brachte uns das Shuttle wieder zurück auf die Hauptstraße, wo es mittlerweile schon ordentlich zuging. Immerhin war dieses Wochenende ein Music Festival in Kenting, wo viele (vor allem asiatische) Gruppen auftraten. Aber auch sonst war ziemlich viel Getümmel auf der Straße und alle paar Minuten fuhr ein Wagen mit lamei 辣妹 (= scharfe Schwestern) vorbei, die Werbung für das Konzert machen sollten. Netter Ort jedenfalls:


Sah jedenfalls sehr vielversprechend aus und ich dachte mir, das könnte am Samstag dann schon unterhaltsam werden. Kam allerdings dann etwas anders.
Wir sind dann jedenfalls so gegen 1:00 glaub ich zurück zu unserer Unterkunft, wo wir noch gemütlich unsere relativ billigen Bier (4 x 0,33 l Dosen um 100 NT = 2,20 €) getrunken haben, während die Mädels das Bad blockierten. Schließlich wars dann Zeit zum Schlafengehn. Allerdings gabs da eine Sache, die mich etwas nervös machte. Neben mir auf dem Boden lag Sam, der schon relativ müde war und deswegen gleich einschlief. Allerdings hat er wohl vor lauter Müdigkeit vergessen, die Augen zuzumachen, und drum hatte ich beim Einschlafen die ganze Zeit das Gefühl, er beobachtet mich *g*.


Sa, 4月4日 _ Strand, Kenting-Tour und Konzert

Am nächsten Morgen (11:00) kam dann noch Qizhe (=Sabir; hab aber rausgefunden, dass "Sabir" schlampig ausgesprochen ein Schimpfwort ist, drum hab ich mir seinen chinesischen Namen angewöhnt) zur Gruppe hinzu. Nach dem Frühstück (was sich etwas länger hinzog), brachte unser Shuttle uns dann zum nahegelegenen Strand. Und der war echt traumhaft: kristallklares, blaues Wasser, gelber Sand und Wellen!!! Kein Vergleich zu den vorherigen (weniger badefähigen) Stränden.

der schwarze Punkt da hinten ist mein Kopf :-)



Nach etwa zwei Stunden wars den andern dann etwas zu langweilig, vor allem da sie Angst hatten braun zu werden und ins Wasser gingen außer mir überhaupt nur 3 andere, die anderen blieben draußen. Daher nahmen wir dann das Angebot von unserem Shuttle-Fahrer an, eine Tour für 400 NT pro Person zu den wichtigsten Punkten in und rundum Kenting zu machen. Die ersten 3 Orte waren allerdings sehr enttäuschend für mich. Was ich nicht erwartet hatte, die wichtigsten Stellen waren Orte aus dem Film "Cape 7", ein sehr populärer und erfolgreicher taiwanesischer (vermutlich Kitsch-) Kinofilm. Doch nicht dass diese Orte dann besonders beeindruckend oder sehenswert gewesen wären - Nein, es war ein Postamt, ein altes unspektakuläres Stadttor und eine hässliche, kleine Gasse. Die anderen waren natürlich begeistert und knipsten fleißig Fotos und wühlten sich durch Souvenirshops. Der 4. Halt war dann bei einem ebenfalls langweiligen, kleinen Park, wo ich dann schon etwas verärgert war, dass ich für sowas auch noch Geld ausgegeben hab, wo so ein schöner Strand in der Nähe unseres Hauses gewesen wär. Den 5. Halt machten wir dann bei einem weiteren wichtigen Ort aus dem Film, einem kleinen Küstenort:


Danach gabs dann erst mal wieder eine längere Autofahrt zu einer Art Nationalpark, wo Erdgas aus dem Boden entweicht:



Und zu guter Letzt fuhren wir noch zu einer Anhöhe mit schöner Sicht auf Meer, Stadt und Umgebung:


Das war dann also die Tour, die zum Schluss doch noch ein paar sehenswertere Orte einschloss. Von dort brachte uns unser Fahrer direkt zum Haus eines Freundes von Qizhe, wo wir die Nacht von Sa auf So bleiben durften, da an diesem Wochenende echt alles ausgebucht war. Was ich allerdings wieder als Letzter erfuhr war, dass dieser Freund ca. 20 min mit dem Auto weg von Kenting seine Wohnung hatte. So saßen wir dann in dieser dieses Wochenende ziemlich ausgestorbenen Stadt fest, während in Kenting wahrscheinlich die Hölle los war. Als nächstes gingen wir dann ein Restaurant zum Abendessen suchen, da wir alle schon seit dem Frühstück keine ordentliche Mahlzeit mehr gehabt hatten. Und so suchten meine Kollegen ein ganz besonderes Restaurant aus, wo es alles von der Ente gab. An sich nicht schlecht, allerdings überzeugte mich der Anblick nicht so richtig, während den anderen schon das Wasser im Mund zusammenlief. Das war dann wie ein Stich in den Magen: abseits vom Geschehen, eine zur Hälfte langweilige Tour hinter mir, hungrig, kein ordentliches Essen, eine hässliche Wohnung mit nur zwei Doppelbetten für 8 Leute und zu guter Letzt war dann plötzlich unser Plan auf das Konzert zu gehen auch nicht mehr wirklich Gesprächsthema. Brauch wohl nichts mehr zu erklären ...


Nachdem aber die Tour schon echt frustrierend für mich war und es erst 20:00 war, hab ich mich dann aber doch mal etwas beschwert und hartnäckig nach Alternativen gefragt, was die anderen in dieser Geisterstadt unternehmen wollten, wenn wir wirklich nicht auf das Festival gehen. Die anderen waren dann auch schnell einverstanden doch noch hinzufahren und unser Fahrer war sogar bereit uns abzuholen und hinzubringen.


Den Preis von umgerechnet ca 23 Euro fürs Ticket wollten wir aber alle nicht mehr zahlen, darum haben wir uns dann Konzert von draußen angehört, wo es sowieso Videoübertragung gab. War allerdings eher ernüchternd (zumindest für mich) und nach zwei Stunden ließen wir uns wieder zurückfahren. Mein Fazit: Taiwanesische Musik ist langweiliger als trockenes Brot, alles sehr sehr sehr kitschig und langsam und heile Welt ... wie gemacht für die Chinesen. Kann mir einfach nicht vorstellen, wie einem sowas gefallen kann. Zum Glück konnten ein paar der anderen auch nicht so viel damit anfangen, so hatte ich wenigstens ein paar Gesprächspartner und immerhin waren wir unter Leuten.

Nachdem zurück in der Wohnung dann nach unglaublichen 2 Stunden endlich alle einmal im Bad waren (fragt mich nicht, warum das so lange gedauert hat, aber zum Glück hatten wir noch 4 Dosen Bier: für jeden Mann eine *g*), hieß es dann kuscheln :-/ .


So, 4月5日 _ letzter Tag

Morgens um 6:00 bin ich dann schon von Geschrei aus der Straße aufgeweckt worden. So nutzte ich gleich die Gelegenheit, ohne Warten aufs Klo gehen zu können. Doch als ich zurückkam, hat sich doch glatt jemand 10 cm bewegt und mein Platz im Bett war auf einmal weg. Nach 10 min Parkplatzsuche wurde mein Platz dann aber doch wieder frei, schlafen war aber nicht mehr möglich.

Dann gabs erst mal Beratung, noch etwas was für mich immer äußerst nervenraubend ist, da diese Beratungen sich ewig hinziehen und es meist kein Resultat gibt. Der Beschluss wäre dann gewesen, dass wir uns einen Park in Kenting anschaun. Nachdem ich im Reiseführer dann aber gelesen habe, dass dieser Park zwar relativ groß, aber hauptsächlich aus Wiese und einem Hügel besteht, wo ein paar Kühe grasen (Sensation für Taiwanesen), hab ich mich echt strikt dagegen gewehrt, da mitzumachen. Wahrscheinlich könnt ich euch schon denken, dass ich es natürlich geschafft habe, die anderen auch von diesem Plan abzubringen :-). Und das war unser Glück. So sind wir einfach nach Kenting in die Stadt gefahren, wo wir die Mittagszeit erst mal wegen der Hitze in einem Vergnügungscenter verbrachten, wo's Autoscooter, jede Menge Videospiele und dieses Looping-Rad gab:


Danach gingen wir Mittagessen und ein bisschen Souvenirstände durchschauen und danach bestand ich dann auch noch drauf, ein letztes Mal zum Strand zu schauen (obwohl ich der einzige war, der Badesachen mithatte *g*).


Überraschenderweise haben dann sogar Sarah und Xiaoyun von sich aus vorgeschlagen, eine Fahrt mit so einer Art Banana-Boat zu machen (trotz mangelnder Badekleidung):


Nach dieser aufregenden Fahrt mussten wir dann auch wieder zurück, da wir von unserem Fahrer das Angebot bekommen hatten, mit ihm und seinem Sohn mit nach Tainan zu fahren. Nach ca 2,5 Stunden Autofahrt (10 Personen + 1 Hund in einem Auto mit 7 Sitzen) beendeten wir unseren Ausflug mit einem Besuch in einem Hotpot-Restaurant. Und diesmal wars echt scharf! Hab euch glaub ich zwar eh schon mal ein Foto in einem Hotpot-Restaurant gezeigt, aber hier seht ihr noch mal genauer wie das aussieht. Ein Topf, mit einer Hälfte ohne Schärfe und einer scharfen Hälfte. Die dunkle Farbe machen übrigens die Würfel aus konzentriertem Entenblut ... "delicious"!!


Meine Meinung zu unserem Ausflug: Kenting ist auf jeden Fall sehenswert und lässt sich mit zwei Worten beschreiben: beaches und bitches. Und wenn auch meine Erwartungen nicht ganz so erfüllt wurden, schön und lustig wars trotzdem. Und vielleicht ergibt sich ja nochmal die Gelegenheit nach Kenting zu fahren.

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