HONG KONG (chin. 香港 Xiang Gang = Dufthafen)
Wie gesagt, der erste Eindruck war ja schon mal überwältigend. Die Stadt ist einfach total modern, man kommt sich fast ein bisschen wie in der Zukunft vor. Überall riesige Wolkenkratzer, Bürogebäude, überdachte Passagen über den Straßen, die die Gebäude verbinden, alle Arten von öffentlichen Verkehrsmitteln und Menschen aller Rassen. Was dann noch dazukommt, ich glaub unter der Erde gibts die ganze Stadt dann noch mal. Für (reiche) Shopping-Begeisterte ist diese Stadt jedenfalls ideal, für andere wirds einem bald mal etwas zu viel. Wenn man durch die Straßen oder Gebäude spaziert, gibt’s einfach überall nur einen Shop nach dem anderen. Aber es gibt auch genau die andere Seite von Hong Kong, und man muss wirklich nicht weit raus.
Am Mittwoch Abend kam ich jedenfalls in Hong Kong am Flughafen an. Danach genoss ich im Bus zur Stadt schon mal den ersten Blick auf die Skyline eines Teils von Hong Kong. Mein Hostel war in Kowloon, also noch am Festland. Und die Warnungen im Internet waren definitiv berechtigt: Wenn man aussteigt in der Nähe der Chungking Mansion (Name der Hostelgruppe) wird man mit seinem Gepäck und Rucksack gleich mal von Indern oder Pakistani oder was das alles sind überrannt. Diese wollen einen in ein minderwertiges Hostel locken zu einem möglicherweise sogar höheren Preis, auf jeden Fall eine wahre Plage. Und da ich erst noch nachschauen musste, wo ich genau hinmusste, sah ich mich plötzlich von jeder Menge Leuten umzingelt. Aber schließlich hab ichs dann doch in mein Hostel geschafft. Es ist wirklich extrem billig für Hongkonger Verhältnisse, ca 7 Euro pro Nacht, dafür liegt man aber wirklich auf engstem Raum zusammen. Ich hatte aber sogar Glück, hatte eigentlich ein 8-Bett-Zimmer gebucht, aber ein 5-Bett- und später ein 4-Bett-Zimmer bekommen.
Allerdings war ich an diesem Tag echt noch total geschlaucht von all dem Stress und zu wenig Schlaf und der Aufregung der letzten Tage. Daher hab ich nur einen kurzen Spaziergang in der Umgebung gemacht, etwas zu essen gekauft und bin dann wieder zurück ins Hostel. Dann noch ein bisschen mit meinen Zimmerkollegen gequatscht, ein Franzose, ein Amerikaner und zwei (echt scharfe) Engländerinnen.
So schlief ich am Donnerstag dann auch bis fast halb 12 mittags. Bald darauf bekamen wir schon wieder einen Neuen in unser Zimmer, Philipp aus der Schweiz. Mit dem bin ich dann nach einer kurzen Dusche gleich Mittagessen nach Hong Kong Island gegangen. Von dort haben wir nach dem Essen (in einem taiwanesischen Restaurant *lol*) die Fähre nach Lamma Island genommen, von der der Philipp gehört hatte, dass die recht schön sein soll. Die Überfahrt mit der Fähre war aber echt schlimm, die ganze Zeit dieses Geschaukel, aber es hat ja nicht so lange gedauert.
Am Hafen gabs ein kleines Fischerdorf und ein paar Souvenir-Läden und Restaurants. Und da es am Meer liegt, wieder jede Menge Meeresfrüchte zur Auswahl:
Wir sind dann ein bisschen Richtung Berg gegangen, sind aber jedes Mal bei einem Haus angestanden und mussten wieder umkehren. Schließlich gabs aber doch einen Weg hinauf. Leider war der gesäumt von echt ekligen, großen Spinnen überall in den Bäumen und Sträuchern rundherum.
Schließlich kamen wir an einem schönen Aussichtspunkt an, mit Sicht auf einen Teil von Hong Kong. Später passierten wir einen Strand und schließlich fanden wir sogar den richtigen Rückweg zum Hafen. Dort hatten wir noch richtig gutes Abendessen (fast wie in unseren China-Restaurants, Kanton-Stil halt). Und später sogar einen richtig schönen Sonnenuntergang.
Die nächste Fähre brachte uns dann wieder zurück nach Hong Kong Island, wo wir noch den obligatorischen Abstecher zum „Peak“ machten. Das ist ein Gebäude mit Aussichtsplattform auf einem Berg, von der man den schönsten Ausblick auf die berühmte Hong Konger Night View hat. Danach gings nur noch ab ins Bett.
Am Freitag schlug ich vor, mit der Fähre nach Lantau Island zu fahren, um dort die große Buddha-Statue zu bestaunen.
Gleich daneben gab es außerdem einen großen Tempel und den sogenannten „Weisheitspfad“, die wir ebenfalls besichtigen wollten. Nach der Buddhastatue marschierten wir daher Richtung Weisheitspfad, bis wir bei einem Torbogen ankamen, wo wir den Pfad dahinter vermuteten. Daher wanderten wir selbstsicher den Weg entlang, und gingen und gingen und gingen ... bis wir dann irgendwann hinter uns blickten und draufkamen, dass wir vor dem Torbogen direkt am Weisheitspfad vorbeigelaufen waren. Das sind die Holzpfähle, die ihr auf dem Foto seht.
Doch wir gingen dann einfach weiter, der Wanderweg sah auch ganz nett aus. Wir wussten nur nicht, wo das Ende sein würde, denn der Berg war großteils vom Nebel bedeckt.
Nach einer guten Stunde durch Wolken laufen kamen wir endlich am Gipfel an. Danach zeigte sich sogar der Himmel noch ein bisschen gnädig und gönnte uns eine spärliche Sicht auf den Hong Konger Flughafen.
Gegen Abend erreichten wir wieder uns Hostel, wo wir etwas rasteten. Da dies aber die Philipps letzte Nacht hier war, beschlossen wir noch ein bisschen auszugehen. Vorher sahen wir uns aber die tägliche Lichtershow von der Avenue of Stars in Tsim Sha Tsui/Kowloon an.
Danach gingen wir erst mit einem Engländer und einem Franzosen in ein Pub in Kowloon was trinken und anschließend noch zu zweit in das berühmte Ausgehviertel Soho, wo wir uns zur Feier des Tages eine Wasserpfeife gönnten.
Der Philipp ist dann mal an die frische Luft gegangen, ich wollte noch etwas bleiben. Eigentlich dachte ich ja auch, er würde wieder zurückkommen, war mir aber nicht sicher. Ist er aber nicht und so bin ich gegen 2:30 dann allein heimgegangen. Das Problem war nur, Soho auf Hong Kong Island ist ja durch das Meer von Kowloon getrennt, das 2. Problem war, um diese Zeit gabs keine U-Bahn mehr, die mich rüberbringen konnte. Und das nächste war, ich konnte keinen Bus finden. Irgendwann nachdem ich mind. 10 Leute gefragt hatte, hab ich dann einen Minibus angehalten, der mich nach Kowloon zurückbrachte, wo ich mich aber auch erst wieder orientieren musste, um nachts zu meinem Hostel zurückzufinden. Um 4:00 circa war ich dann echt erleichtert, heil ins Zimmer zurückgefunden zu haben.
Samstag Vormittag musste ich in ein anderes Zimmer wechseln, auf der einen Seite ein 4-Bett-Zimmer, auf der anderen Seite aber noch mal weit weniger Platz und zudem noch nicht einzugsbereit. Somit stellte ich einfach mein Zeugs im Zimmer ab und ging dann ein bisschen durch die Stadt wandern und was zu essen suchen (was wirklich nicht einfach ist in HK). Hab dann endlich ein so halbwegs leistbares Restaurant gefunden, wo ich die berühmten Dim Sum (kantonesisch für: 點心 Dianxin) bestellen konnte. Die einen waren mit so ner süßen Eiercreme gefüllt, die anderen mit Schweine- und Krabbenfleisch und Krabbeneiern obendrauf.
Danach ging ich durch den Park ...
... und dann Richtung Yau Ma Tai, wo man verschiedene Märkte finden kann. In HK gibt es übrigens fast alle 100 m einen dieser Läden, wo man chinesische Medizin kaufen kann:
Hier seht ihr den „Jade Market“, allerdings leider alles Fälschungen:
Und Meeresfrüchte, mal wieder von der richtig ekligen Sorte:
Danach ging ich wieder zurück ins Hostel, wo ich meine neuen Zimmerkollegen kennenlernte: Saro und Thomas aus England und Rodrigo aus Ecuador. Mit Saro und Rodrigo ging ich nachts noch was trinken auf der Avenue of Stars am Hafen, wo uns später ein Regenguss überraschte.
Beim Gespräch erfuhr ich, dass die beiden ebenfalls am Sonntag nach Macau (chinesisch 澳門 Aomen) fahren wollten, somit hatte ich für den Notfall auch Begleitung, sollten sich weder Sam noch X zurückmelden (beides Bekannte aus Macau).

mann was is das für ne riesen-killer-spinne? wär nix für mich mit meiner spinnen-phobie. alter!!!
AntwortenLöschengefällt mir dass du soviel in der gegend rumkommst - die nervosität vor deiner reise war mal wieder umsonst :)