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Mittwoch, 5. August 2009

2. Woche im Akhadorf

20. bis 22. Juli

Montag:

Mit dem Wochenstart gings erst mal ab ins Reisfeld. Das bedeutete früh aufstehen, Mittagessen einpacken und bewaffnen :-) :

Wir marschierten 20 – 30 Minuten durch Wald, über Bäche ...

... und durch Maisfelder, bis wir schießlich an unserem Arbeitsplatz ankamen: einem Hang voller Reispflänzchen, wo Unkraut gejätet werden musste (also nicht die typische Art von Reisfeld, wo das Wasser steht).
Neils war leider mit seinen Flipflops nicht ganz ideal ausgerüstet und prompt rutschte er an den teilweise steilen Hängen auf dem Hinweg ins Gestrüpp ab und zog sich einen ordentlich Schnitt zu. Zum Glück hatten wir ja unseren To dabei, der dem Bluten gleich mit Akha-Medizin ein Ende bereitete. Dazu pflückte er ein paar Wunderblätter, kaute sie im Mund zu einem Brei und spuckte sie dem Neils auf den verletzten Knöchel.
Den Vormittag befreiten wir die Felder so gut wie möglich vom Unkraut. Ato und To bereiteten in der Zwischenzeit das Mittagessen vor. Aus Bambus schlugen die zwei Teller, Becher und Stäbchen und kochten zugleich in den dickeren Rohren Reis und Nudeln und Tee.

unser Ofen:
Teekessel und -tasse:
Teller und Besteck:
Nach der obligatorischen Mittagspause arbeiteten wir noch ca 2 Stunden im Feld und dann kehrten wir ins Dorf zurück.
Nach dem Abendessen musste uns Neils leider verlassen, aus familiären Gründen. Daher brachte ihn der To mit einem Moped nach Chiang Rai.
Außerdem bekamen wir eine neue Gastfamilie zugeteilt und mussten in deren Hütten umziehen. Mit unserem Glück bekamen Janeke und ich das wohl am weitesten entfernte Haus vom Dorf und unser liebgewonnenes „Luxus“-Klo/Bad mussten wir leider auch aufgeben.

Hier noch ein Abschiedsfoto von unserer Schlafstätte und unserer Gastgeberin:

Dienstag:

Da To über Nacht nicht ins Dorf zurückkehrte sondern erst nach Mittag, mussten wir uns selbst disziplinieren, am Zaun weiterzuarbeiten, wo wir letzte Woche schon einen Teil gebaut hatten. Nachdem wir damit fertig waren und To sich auch wieder zu uns gesellte, säuberten wir den Bereich um unser Schlafhaus und nahmen vom großen Bananenbaum vor unserem Klo ein paar Jungpflanzen ab, um diese der Mauer entlang neu einzupflanzen.
mein Bananenbaby:
Nach getaner Arbeit vergnügten sich To, Taylor und Max noch beim Fußballspiel, dass sie nicht mal abbrachen, nachdem es wieder mal so richtig zu schütten anfing.

Mittwoch:

Auf dem Weg zum Frühstück machte uns erst mal eine Akha-Lady auf den Himmel aufmerksam. Zuerst wussten wir nicht, was sie meint, bis wir rausfanden, dass es eine partielle Sonnenfinsternis gab:
Nach dem Frühstück durften wir dann gemeinsam Reis dreschen. Diese Arbeit wird normalerweise frühmorgens gegen 5 oder 6 Uhr gemacht, aber für uns gabs eine Ausnahme.

Zuerst wird der Reis aus der Hülle gestampft:Dann die leichteren Hüllen rausgesiebt:Dann noch mal gestampft, noch mal gesiebt und zum Schluss werden die noch verbleibenden Hülsen rausgelesen. Wir durften übrigens den gesünderen, schwarzen Reis nehmen.Und so sieht das fertige Ergebnis aus:
Den Rest des Tages verbrachten wir gemütlich damit, Akha-Handarbeitskunst zu erlernen, wie zB Armbänder besticken oder Ketten oder Bänder aus Samen herstellen.
Hier seht ihr übrigens traditionelle Akha-Tracht. Diese darf aber nicht bei Regen getragen und auch nicht gewaschen werden, da sonst alles schwarz wird und nicht mehr schön aussieht.
Den Abend ließen wir gemeinsam mit etwas Akha-Whiskey und ein paar Spielen ausklingen. Ohne elektrischem Strom geht das Ganze natürlich nur im Schein von Kerzenlicht:

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