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Mittwoch, 6. Mai 2009

Ausflug nach Miaoli

Der Start in die vergangene Woche war schon mal wie erwartet etwas frustrierend:
Montag morgens 9:00 mid-term exam in Investments. Nachdem ich aber erfahren habe, dass ich bei Nichtbestehen des Kurses das Stipendium der NCKU nicht zurückzahlen muss, fiel es mir noch mal schwerer mich ausreichend auf die Klausur vorzubereiten. Diese Woche haben wir übrigens unsere Ergebnisse von der Klausur (vom Quiz nicht) erfahren, und es ist überraschend: ein C *freu*!!!! 74 % ist zwar nicht der Hammer aber immerhin bin ich unter den besseren 90 %. Und das heißt doch was, denn nach bzw auch schon beim mid-term exam hat sich die Anzahl meiner Klassenkameraden plötzlich drastisch reduziert.

Sonst wurde die letzte Woche wieder mal hauptsächlich vom Chinesisch-Kurs dominiert, da gibts nichts Spannendes zu erzählen. Achja, Taichi (jeden Donnerstag 3:00 - 5:00) wird unerwarteterweise schön langsam richtig schwierig. Sich die ganzen Bewegungen zu merken ... gar nicht so leicht, ohne Scherz! Am Do Abend hatte ich wieder Language Exchange mit Chong Yao. Diesmal sind wir ins "Armory" gefahren, ein besonders unter Ausländern beliebtes Lokal in der Nähe vom Tainan Park. Hab natürlich wieder jede Menge dabei gelernt, Alltags-Chinesisch und zum Teil sogar -Taiwanesisch. Dennoch nichts was ich im Unterricht erwähnen sollte ;-) ...

Auch unsere Chapter Presentation in International Business Strategy für die kommende (also diese) Woche hat Sarah und mich etwas gestresst, irgendwie haben wir nicht wirklich viel Zeit zum Vorbereiten gefunden.

Am Freitag sind wir abends zum Feiern der (mit mehr oder weniger Erfolg) hinter uns gebrachten Mid-Terms zum Hot-Pot essen gefahren. Und mit der Zeit bekomm ich schon immer mehr Meeresfrüchte runter, ganz (oder fast) ohne Brechreiz.

So, und jetzt endlich Fotos:
Am Samstag hieß es wieder mal früh aufstehen: Weckerläuten um 6:30 *gähn*. Gegen 8:00 sind dann endlich alle eingetroffen und es konnte losgehen Richtung Miaoli 苗栗, eine kleine Stadt und ein Landkreis relativ weit im Norden von Taiwan, nördlich von Taichung 台中. Dieser Ausflug wurde von unserem Department organisiert und alle zusammen waren wir ca 30 Leute, ich wieder mal der einzige "richtige" Ausländer (von den Chinesen abgesehen: Streitfrage!!!!). Und die anderen waren alle Freshmen oder Sophomores (1. bzw 2. Studienjahr), also unerwarteterweise kein bekanntes Gesicht darunter.
Dann hieß es erst mal stundenlange Busfahrt. "Glücklicherweise" war der Bus unter anderem mit Fernseher und Karaoke ausgestattet. Ich glaub ich hätt für ordentlich Aufsehen gesorgt, wenn ich auch mal zum Mikrofon gegriffen hätte, aber "leider leider" waren 99,5 % der Songs chinesisch und die paar nicht-chinesischen Songs hab ich auch nicht wirklich gekannt oder gemocht.


Nach den ersten 2 Stunden gegen 10:00 hatten wir einen ersten Aufenthalt bei einem Erdbeer-Museum ... ja, sowas gibts hier in Taiwan. Nicht sonderlich spannend, aber logisch, denn Miaoli County ist vor allem bekannt wegen seiner Erdbeeren.


Dann wieder ein paar Stunden später der nächste Stopp in einer kleinen Stadt. Nicht besonders aufregend, aber jede Menge lokale "Leckereien" und ein Tempel.


Dann wieder Stunden Busfahrt bis wir endlich gegen 6:00 in unserer Herberge angekommen sind, allerdings schon wieder weit entfernt von Zivilisation, irgendwo oben auf einem Berg.


Als erstes bemalten wir dort kleine Holz-Hemdchen, welche wir als Anhänger mit nach Hause nehmen durften.

Danach bezogen wir unsere "Schlafstätten", richtig Hostel-mäßig: 8 Leute auf dünnen Matratzen nebeneinander, aber Hauptsache Klimaanlage! Kurz darauf gabs Abendessen in der Herberge und anschließender Musik-Vorführung. Diese Instrument ist übrigens sehr traditionell, typisch chinesisch und ich glaub es nennt sich Pipa.


Nachdem es mittlerweile schon ziemlich dunkel geworden war, machten wir uns auf den Weg in den nahegelegen Wald, zum Glühwürmchen-Gucken. Hört sich langweilig an, aber ich hab noch nie so viele Glühwürmchen auf einem Fleck gesehn, war schon toll. Leider hats mit den Fotos nicht so geklappt, was anzunehmen war *g*.

Gegen 22:00 haben die Organisatoren ein paar Spiele vorbereitet und einen Tanz und ein paar Sketches vorgeführt. War ganz witzig und danach sind wir vorm Schlafengehn noch bis ca 2:00 beisammengesessen und haben ein bisschen gequatscht und Karten gespielt. Und hier möchte ich jetzt mal für gewisse Leser anmerken, dass ich die letzten Male, wo wir ausseits geschlafen haben, nicht geschnarcht habe!!! (Und ich hätts erfahren, wenns so gewesen wäre)

Am nächsten Morgen, also Sonntag, gabs erst mal "Frühstück", allerdings Frühstück nach "Hakka-Style". Hakka ist der Name einer der 8 Han-chinesischen Volksgruppen, die unter anderem in Miaoli ansässig ist. Das Frühstück bestand aus 紫米 zimi (violetter Reis), weißem Reis, ein bisschen komischem Zeugs und einem Tee-Ei innen drin. Hat mich (und auch die anderen Chinesen) nicht so wirklich überzeugt *g*. Vor allem wie es serviert wurde, im Nylonsackerl, was sehr dazu verleitete, damit rumzuwerfen ...

Dann gings wieder ab in den Bus und ein bisschen Schlaf nachholen. Den nächsten Aufenthalt machten wir vormittags in einem weiteren kleinen Städtchen. Dort durften wir selbst den typischen Hakka-Tee 擂茶 Leicha zubereiten. Dazu zerstießen wir erst verschiedene Samen, Körner und Nüsse, wie Sesam und Erdnüsse und noch anderes Zeugs.


Anschließend wird heißes Wasser dazugegeben und das Ganze wie eine Suppe gelöffelt, kratzt etwas im Hals, Geschmack ist auch gewöhnungsbedürftig, aber das Zeugs ist bestimmt gesund, wenn auch sehr fetthaltig.

So "gestärkt" marschierten wir den angrenzenden Berg hoch, um die weißen Blüten überall auf dem Waldboden zu bewundern, eine Art Touristenattraktion.


Im Anschluss ging jeder auf eigene Faust Mittagessen und einfach ein bisschen umschauen. Eine weitere "Attraktion" ist der Bahnhof:

Für die besonders lustigen gabs einen Miniaturzug, mit dem man für ein bisschen Kleingeld 100 Meter vor- und zurücktuckern durfte. Die erste von den drei Mädels war übrigens eine der OrganisatorInnen:

Zum Abschluss noch ein Gruppenfoto von allen Teilnehmern:

Danach gings wieder zurück in den Bus und weiter zum nächsten Ort, wo wir ein Museum für Holzschnitzerei besichtigten. Nach diesem Abstecher fuhren wir dann endgültig zurück nach Tainan, diesmal ohne Karaoke, da die meisten es bevorzugten, die Zeit im Bus zum Schlafen zu nutzen. Auf dem Heimweg von der Uni zum Dormitory hielten wir noch eine Weile beim KFC um unsere hungrigen Mägen zu füllen und danach erschöpft und noch immer unmotiviert für Uni-Kram zurück ins Zimmer. Denn eigentlich sollte ich unsere Präsentation für Mi vorbereiten, doch schließlich hab ich entschieden, es ist sinnvoller erst mal auszuschlafen :-).


Der Start in die neue Woche war dann wie bereits erwähnt ein erfreulicher, nachdem ich am Montag das positive Ergebnis vom Test erfahren habe. Der Rest der Woche folgt später ....

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