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Samstag, 28. Februar 2009

kulinarisches und kulturelles Sightseeing

Bin jetzt (endlich) von einem wahren Sightseeing-Marathon heimgekommen und kann gemütlich im Zimmer relaxen und Blog schreiben (Erzählstoff gäbs ja einigen ...):

Am Donnerstag waren Baigal und ich wie gesagt mit der älteren Dame und ihren Freundinnen Mittagesssen ... *lol* ... wenn ich es mit einem Wort beschreiben müsste, wäre das "Lärm". Weiß nicht wieviel Dezibel die "Damen" durch ihr Geplapper, Gelächter, Fragen-stellen und Durcheinanderschreien verursacht haben, auf jeden Fall hat mir danach direkt der Kopf gebrummt. Für besonders viel Spaß sorgte übrigens Baigals Name (Baigal ==> Bagel) und vor lauter Freude mussten sie dann auch noch ein chinesisches Äquivalent dafür finden.

Viel Zeit blieb mir aber nicht, denn um halb 4 hab ich mich dann mit Jennifer getroffen zum Film schauen ("Capote") in der Uni-Bibliothek. Und am Abend hab ich mich mit Chong Yao zum Language Exchange getroffen, für ihn um sein Deutsch zu verbessern und für mich um die Logik (??) der chinesischen Sprache zu verstehen. Das sind übrigens Jennifer und mein jiaotache (Fuß-Tret-Fahrzeug = Rad):

Gestern Freitag war ich mit Agnes taiwanesisch frühstücken: Sojamilch und Gemüse-Eieromelett. Am Nachmittag war ich am Strand zum Lernen, leider wars etwas windig und mir hats die ganze Zeit den Sand zwischen die Buchseiten und ins Ohr geweht. Und am Abend gings dann los zum Sightseeing mit Badir (arabischer Name von Qizhe, ein taiwanesischer NCKU-Student). Zuerst waren wir aber noch zur Stärkung Abendessen: "Eel Noodles", also Nudeln mit Aal ...

Danach waren wir im Chih-Kan-Tower bzw auch Fort Provintia genannt, eine ehemalige Bastion der Holländer, heute sind da aber der Tempel des Meeresgottes und ein Museum untergebracht, von einem Fort nach holländischer Architektur sucht man allerdings lange. Und schließlich waren wir dann noch bis spät in die Nacht am Tainan-Canal ein bisschen rumschlendern und Mitternachtssnack mit Taiwan Beer und zum Verdauen "Honeybee Alcohol", hergestellt von einem taiwanesischen Aborigine-Stamm ... angeblich sehr gesund für die Knochen:

Am nächsten Tag um 11:00 "Früh" gings dann weiter zu einem Mazu-Tempel etwas außerhalb der Stadt und einem der größten der mehr als 300 Tempeln in Tainan:

Auf diesem Foto sieht man eine Wand voller Nischen, wo man für eine kleine Spende einen Wunsch an den Gott richten kann. Davon gibt es in jedem Tempel unzählige Möglichkeiten, die Götter um Hilfe zu bitten, auch in Form von kleinen goldenen Anhängern, einfachen Briefchen oder kleinen Kärtchen, die man entweder in einer freien Nische platziert oder an den Säulen aufhängt.

Zum Mittagessen gabs Austern-Sojasprossen-Eieromelett:

Danach weiter zu einem anderen Tempel und zu einem historischen Salzgewinnungs-Dorf, wo noch immer in großen Teichen (heute allerdings in geringerem Maße) Meerwasser verdunstet und als Salz "geerntet" wird.

Als nächsten Imbiss gabs eine weitere taiwanesische Spezialität: Douhua ... schmeckt wie Sojamilch, hat in etwas die Konsistenz von Pudding oder Gelee und wird in Zuckerwasser und wahlweise Bobba, Bohnen oder anderes (oder original mit nichts) serviert wird.
zur Erklärung: Bobba oder Bubbles sind eine taiwanesische Besonderheit, die sehr schwer zu beschreiben ist. Das sind kleine schwarze Kügelchen, die vor allem in die überall erhältlichen Milchtees (auch big-boob-milk tea *gg* ... ohne Wirkung ;-) ... oder bubble-milk-tea) reingegeben werden, eigentlich nach nichts schmecken aber lustig zu beißen sind. Die Konsistenz ist zwar fest aber, wenn man draufbeißt sind sie eher zäh oder gummiartig.

Nach diesem Dessert sind wir weitergefahren zum Fort Zeelandia bzw. An-Ping-Fort, ebenfalls eine ehemalige Bastion der Holländer mit umgebendem Straßenmarkt. Nachdem ich dann zum zweiten Mal von einer Horde 14-jähriger Mädchen gefragt wurde, ob sie ein Foto mit mir machen dürfen, sind wir weiter zur nächsten kulinarischen Besonderheit: Rice Dumplings = in Bambusblätter eingewickelte und in Dampf gegarte Reis-Knödel gefüllt mit Verschiedenstem (???, Fleisch?, Gemüse?):

Spätabends sind wir dann wieder zurück in die Stadt, wo mir Badir noch kurz einen witzigen Coffeeshop gezeigt hat, übersetzt mit dem Namen "Schmale Tür":
wie man vielleicht sieht, kommt man auch zur Tür überhaupt nur wenn man sich schmal macht bzw. seitwärts reingeht.

Zum Schluss hab ich noch zwei witzige Bilder zum Thema Straßenverkehr:
überladenes Gefährt #1

überladenes Gefährt #2

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